openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Das Ebola-Virus schützt sein Erbgut mit einer Umarmung

08.11.201720:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Das Ebola-Virus schützt sein Erbgut mit einer Umarmung
Erbgut im Klammergriff: Ein Ausleger des Nukleoprotein-Knäuels (unten) umfasst die kostbare RNA (gelb), die das Genom des Ebola-Virus trägt.  ((Abbildung: John Briggs; das Bild darf nur für die Berich
Erbgut im Klammergriff: Ein Ausleger des Nukleoprotein-Knäuels (unten) umfasst die kostbare RNA (gelb), die das Genom des Ebola-Virus trägt. ((Abbildung: John Briggs; das Bild darf nur für die Berich

(openPR) Geborgen im Arm des Killers: Ein Forschungsteam aus Heidelberg, Marburg und Kyoto hat die Struktur der Genomhülle aufgeklärt, mit der das Ebola-Virus seine Erbinformation schützt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kombinierten Kristallstrukturstudien und Elektronenmikroskopie, um erstmals die Proteinhülle des Genoms intakter Viren in hoher Auflösung zu rekonstruieren. Die Gruppe veröffentlicht ihre Resultate heute in der Online-Vorschau der Wissenschaftszeitschrift „Nature“.



---
Viren wie die Erreger des Ebola- und des Marburgfiebers enthalten ein Genom in Form eines RNA-Moleküls. Da die befallenen Wirtszellen Enzyme enthalten, die RNA abbauen, schützen die Viren ihr Erbgut durch eine Hülle, das so genannte Nukleokapsid. „Bisher gab es keine Rekonstruktion, die das Nukleokapsid intakter Viren dieses Typs in hoher Auflösung zeigt“, erklärt der Marburger Virologe Professor Dr. Stephan Becker, dessen Arbeitsgruppe an der Studie beteiligt ist. Die Untersuchungsergebnisse erleichtern es, zu verstehen, wie sich das Virus während einer Infektion vervielfältigt.

Das Team bestimmte die Struktur des Nukleokapsids von Ebolaviren, indem es Kristallstrukturanalysen mit elektronenmikroskopischen Untersuchungen kombinierte. Die ermittelten Daten zeigen, wie die Proteine aussehen, aus denen das Nukleokapsid besteht, und wie die eizelnen Nukleoproteine zum Kapsid zusammengefügt sind.

Dabei blieben Überraschungen nicht aus. „Bisher dachte man, die RNA werde dadurch eingekapselt, dass sich zwei Ausbuchtungen der Nukleoproteine über einer Rinne schließen, in der sich die RNA befindet“, erläutert Becker. Die Gruppe stellte fest, dass dies nicht zutrifft. Die Forscherinnen und Forscher fanden stattdessen eine Art Klammer, die das RNA-Molekül festhält: Das wendelförmige Endstück des Nukleoproteins bildet einen Ausleger, der die RNA umfasst und festklemmt.

Die verlängerte Wendel trägt außerdem dazu bei, dass sich die Nukleoproteine zusammenlagern. „Wir schlagen ein Modell vor, in dem die Wendel sich von einer kurzen, offenen, gelösten Form zu einer langen, geschlossenen, zusammengelagerten Form transformiert“, schreiben die Autorinnen und Autoren. „Dieser Übergang bildet eine mechanistische Verbindung zwischen der Zusammenlagerung von Nukleoproteinen und der Verkapselung der RNA.“

Professor Dr. Stephan Becker leitet das Institut für Virologie der Philipps-Universität. Beckers Arbeitsgruppe gewann Viren und Virusproteine für die Untersuchungen, die größtenteils am Europäischen Labor für Molekularbiologie in Heidelberg durchgeführt wurden. Das Marburger Institut verfügt über eines der Labore mit dem höchsten Sicherheitsstandard in Europa, das für Studien an lebensgefährlichen Erregern wie Ebola- und Marburgvirus die besten Voraussetzungen bietet. Die Studie wurde unter anderem durch den Marburger Sonderforschungsbereich 1021 der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie durch das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) finanziell gefördert.

Originalveröffentlichung: William Wan & al.: Structure and assembly of the Ebola virus nucleocapsid, Nature 2017, DOI:

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Stephan Becker,
Institut für Virologie
Tel.: 06421 28-66253
E-Mail (Institutssekretariat Sabine Fischbach):

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 978956
 486

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Das Ebola-Virus schützt sein Erbgut mit einer Umarmung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Philipps-Universität Marburg

Bild: Was den Rotmilan bewegt
Was den Rotmilan bewegt
Wie wirkt sich die Landnutzung auf einen heimischen Greifvogel aus? Dieser Frage geht ein neues Forschungsprojekt nach, das Lebensräume und Flugbewegungen der Gabelweihe studiert. Für das mehrjährige Vorhaben erhält die Biologiedoktorandin Theresa Spatz finanzielle Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). --- Sein gegabelter Schwanz ist unverkennbar: Der Rotmilan, den man auch unter dem Namen Gabelweihe kennt, ist ein typischer Greifvogel in offenen, strukturreichen Landschaften. Mehr als die Hälfte des weltweiten Bestan…
Bild: Erfolg für internationales Graduiertenkolleg
Erfolg für internationales Graduiertenkolleg
DFG fördert das Internationale Graduiertenkolleg „The Brain in Action“ für weitere viereinhalb Jahre --- Großer Erfolg für das an den Universitäten Marburg und Gießen etablierte Internationale Graduiertenkolleg „The Brain in Action“ (IRTG-1901). Der Senatsausschuss für Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung für weitere viereinhalb Jahre ab April 2018 beschlossen. Die Höhe der Förderung beträgt etwa 4,5 Millionen Euro. „Wir freuen uns außerordentlich über diese Bestätigung unserer Arbeit in der Förder…

Das könnte Sie auch interessieren:

Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika in Sicht
Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika in Sicht
… V. "Aber es ist ein Atemholen und eine große Erleichterung, auch für die Mitarbeitenden in den Gesundheitswesen der drei am stärksten von Ebola betroffenen Länder." An dem Ebola-Virus erkrankten seit dem Frühjahr 2014 rund 28.000 Menschen. Etwa 11.300 Personen starben an der Erkrankung. Als Ebola-frei gilt ein Land jedoch erst, wenn es sechs Wochen lang …
Bild: Berliner Infografik-Agentur INFOGRAFIK PRO gestaltet Ebola-Outbrake-Monitor
Berliner Infografik-Agentur INFOGRAFIK PRO gestaltet Ebola-Outbrake-Monitor
… detaillierte statistische Daten zur rasanten Ausbreitung des Virus. Die Berliner Infografik-Agentur INFOGRAFIK PRO GmbH hat nun auf Datenbasis der WHO eine Monitor-Grafik zum Ebola-Virus veröffentlicht, die über die bedenkliche Entwicklung der aktuellen Ebola-Epidemie anschaulich informiert. Schon seit mehr als 160 Tagen sterben Menschen in West-Afrika am …
Bild: START EINER AUFKLÄRUNGSKAMPAGNE GEGEN DIE VERBREITUNG DES EBOLA-VIRUS IN LIBERIABild: START EINER AUFKLÄRUNGSKAMPAGNE GEGEN DIE VERBREITUNG DES EBOLA-VIRUS IN LIBERIA
START EINER AUFKLÄRUNGSKAMPAGNE GEGEN DIE VERBREITUNG DES EBOLA-VIRUS IN LIBERIA
… eine Aufklärungskampagne in Liberia. Zur Entwicklung und Umsetzung ruft der Verein deutsche Unterstützer zu Spenden über www.betterplace.org/p20990 auf. Um der Verbreitung des Ebola-Virus in Westafrika Herr zu werden, bedarf es dringend einer breiten Aufklärung der Bevölkerung. Einfache aber wirksame Maßnahmen können Leben retten. 10.08.2014, Berlin/ …
LG unterstützt Vereinte Nationen beim Kampf gegen Ebola mit 2.000 Smartphones
LG unterstützt Vereinte Nationen beim Kampf gegen Ebola mit 2.000 Smartphones
Ratingen, 22. Oktober 2014 - LG Electronics (LG) wird 2.000 Smartphones an die Vereinten Nationen zur Hilfe gegen das tödliche Ebola-Virus in Westafrika spenden. Die Smartphones von LG werden zur Gesundheitsversorgung – hauptsächlich für die schnelle und nahtlose Kommunikation zwischen den Boden-Teams – eingesetzt und Mitarbeitern der Vereinten Nationen …
Ebola-Epidemie in der Republik Kongo - Mitarbeiter des Tropeninstituts vor Ort
Ebola-Epidemie in der Republik Kongo - Mitarbeiter des Tropeninstituts vor Ort
… der Verzehr von infizierten Tieren diskutiert. Der natürliche Wirt von Ebola ist bisher jedoch nicht bekannt. Nachdem in der vergangenen Woche der Ausbruch des Ebola-Virus durch eine Labordiagnose bestätigt wurde, hatte die Regierung der Republik Kongo die WHO offiziell um Hilfe ersucht. Teams aus klinischen Experten, Epidemiologen und Sozialarbeitern …
Ebola: Tübinger Ärztin evaluation und berät Krankenhäuser in Liberia
Ebola: Tübinger Ärztin evaluation und berät Krankenhäuser in Liberia
Difäm-Direktorin leistet konkrete Hilfe im Epidemie-Gebiet In Westafrika breitet sich das Ebola-Virus weiter aus. Um medizinische Mitarbeitende und Pflegekräfte von Gesundheitseinrichtungen in Schutzmaßnahmen zu beraten und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen, reist Dr. Gisela Schneider, Direktorin des Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission …
Bild: Air Partner und Envirotainer - Gemeinsam gegen EbolaBild: Air Partner und Envirotainer - Gemeinsam gegen Ebola
Air Partner und Envirotainer - Gemeinsam gegen Ebola
… zu bringen, sondern um etwas viel Wichtigeres, nämlich den Betroffenen zu helfen", so Simon Angeldorff, CEO von Envirotainer. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO, verursacht das Ebola-Virus eine akute Erkrankung, die oft tödlich verläuft, sollte sie unbehandelt bleiben. Seit das Virus erstmals im Jahr 1976 entdeckt wurde, ist der aktuelle …
Ebola-Impfstoff auch bei Kindern einsetzbar
Ebola-Impfstoff auch bei Kindern einsetzbar
… PLOS Medicine veröffentlicht. 22 Ebola-Ausbrüche weltweit sind bislang verzeichnet. Allein 2016 waren in Westafrika mehr als 28.600 Menschen vom bisher schlimmsten Ausbruch einer Ebola-Viruserkrankung betroffen. 11.300 Todesopfer waren am Ende dieser Epidemie zu beklagen. Das veranlasste Mediziner aus vielen Ländern gemeinsam an der Entwicklung eines …
Bild: WHO erteilt Ebola Virus (EBOV) Real Time RT-PCR Kit der Firma Liferiver die ZulassungBild: WHO erteilt Ebola Virus (EBOV) Real Time RT-PCR Kit der Firma Liferiver die Zulassung
WHO erteilt Ebola Virus (EBOV) Real Time RT-PCR Kit der Firma Liferiver die Zulassung
Die Firma Liferiver, China, Handelspartner der MoBiTec GmbH, Göttingen, erhielt entscheidende Zulassung seitens der WHO. Das Ausbruchsgeschehen in Westafrika Ende 2013 gilt als bislang größter dokumentierter Ebolafieber-Ausbruch, wovon erstmalig auch größere Städte und Städte mit Anbindung an das internationale Flugnetz betroffen sind. Anfang Mai 2015 wurde Liberia von der WHO als frei von Ebolafieber erklärt. Weiterhin vom Ebolafieber betroffen sind, laut WHO, Guinea und Sierra Leone. Real Time PCR Kits stellen hochspezifische, schnelle un…
Ebola - Soforthilfe nach Ausbruch im Kongo gestartet
Ebola - Soforthilfe nach Ausbruch im Kongo gestartet
… Soforthilfe und Prävention *Difäm-Partner sensibilisieren Binnenflüchtlinge, um den Schutz vor Ort zu erhöhen Im Osten der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus erneut aus. Auch Gesundheitsfachkräfte sind bereits erkrankt. Um die Mitarbeitenden in den kirchlichen Gesundheitseinrichtungen vor dem hochansteckenden Virus zu schützen und …
Sie lesen gerade: Das Ebola-Virus schützt sein Erbgut mit einer Umarmung