(openPR) Dr. Hinrich Sudeck, Oberarzt am Hamburger Tropeninstitut, ist in das internationale Hilfsteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gerufen worden und unterstützt nun als klinischer Experte das Management des jüngsten Ebola-Ausbruchs in der Republik Kongo (Brazzaville).
Nach letzten Angaben der WHO sind im Westen des Landes bisher 76 Ebolatote gemeldet worden. Das Centre International de Recherches Médicales in Franceville (Gabun) hatte das Virus in Patientenproben nachweisen können. Die ersten Ebolafälle traten offensichtlich in einer lokalen Gorillaherde auf - hier verstarben bereits 80 % der Tiere. Als Übertragungsweg des aktuellen Ausbruches wird daher der Verzehr von infizierten Tieren diskutiert. Der natürliche Wirt von Ebola ist bisher jedoch nicht bekannt.
Nachdem in der vergangenen Woche der Ausbruch des Ebola-Virus durch eine Labordiagnose bestätigt wurde, hatte die Regierung der Republik Kongo die WHO offiziell um Hilfe ersucht. Teams aus klinischen Experten, Epidemiologen und Sozialarbeitern untersuchen nun das Ausmaß der Epidemie und sollen in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden Behandlungs- und Isolierungsmöglichkeiten für Patienten schaffen und Hilfspersonal schulen. Das Internationale Rote Kreuz hat mit Aufklärungskampagnen der regionalen Bevölkerung im Umgang und zum Schutz vor dieser gefährlichen Erkrankung begonnen. Das Tropeninstitut ist Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger und hatte bereits im Jahr 2000 über die WHO zwei Mitarbeiter zu einem Ebola-Ausbruch nach Uganda entsandt. Für die Erkennung und Behandlung von hochinfektiösen Krankheiten ist das Institut mit einem Hochsicherheitslabor und einer speziellen Isolierbetteinheit ausgerüstet. Die Virologie erhält jährlich mehr als 30 Proben aus ganz Europa zur Untersuchung im Hochsicherheitslabor. Zwei Fälle des gefährlichen Lassafiebers wurden in den Jahren 2000 und 2001 diagnostiziert, zwei weitere Fälle stellten sich als Fehlalarm heraus.
Ebola zählt zu den sogenannten hämorrhagischen, d.h. mit inneren Blutungen verbundenen Fiebern und verläuft in 50-90 % der Fälle tödlich. Eine virusspezifische Therapie oder Impfung existiert bisher nicht.
Für Rückfragen: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Dr. Barbara Ebert, Wissenschaftsreferentin Email: mailto:
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