openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Was den Rotmilan bewegt

21.12.201714:28 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Was den Rotmilan bewegt
Der gegabelte Schwanz ist sein Kennzeichen: Ein Rotmilan im Flug. ((Foto: Sascha Rösner; die Abbildung darf nur im Zusammenhang mit dem angezeigten Projekt verwendet werden.))
Der gegabelte Schwanz ist sein Kennzeichen: Ein Rotmilan im Flug. ((Foto: Sascha Rösner; die Abbildung darf nur im Zusammenhang mit dem angezeigten Projekt verwendet werden.))

(openPR) Wie wirkt sich die Landnutzung auf einen heimischen Greifvogel aus? Dieser Frage geht ein neues Forschungsprojekt nach, das Lebensräume und Flugbewegungen der Gabelweihe studiert. Für das mehrjährige Vorhaben erhält die Biologiedoktorandin Theresa Spatz finanzielle Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).



---
Sein gegabelter Schwanz ist unverkennbar: Der Rotmilan, den man auch unter dem Namen Gabelweihe kennt, ist ein typischer Greifvogel in offenen, strukturreichen Landschaften. Mehr als die Hälfte des weltweiten Bestandes brütet in Deutschland – Fachleute gehen von bis zu 18.000 Brutpaaren hierzulande aus. „Auch Hessen steht mit mehr als tausend Brutpaaren besonders in der Verantwortung, für den Schutz dieser bedrohten Art zu sorgen“, erklärt der Biologe Sascha Rösner, der an dem Forschungsprojekt in der Arbeitsgruppe Naturschutz von Professorin Dr. Nina Farwig mitarbeitet.

Vogelkundliche Studien belegen seit vielen Jahren, dass die Bestände in vielen Teilpopulationen schwinden: Sowohl die Anzahl der Brutpaare als auch der Bruterfolg sind rückläufig, unter anderem aufgrund veränderter Landnutzung, aber auch durch den Bau von Windrädern.

„Bewegungen bilden für die Vögel die Grundlage, um geeignete Bruthabitate zu erreichen und Nahrung zu finden“, erläutert Arbeitsgruppenleiterin Nina Farwig. Wenn man verstehe, wie sich die Gabelweihe bewegt, könne man besser als bisher einschätzen, wie sich verschiedene Landnutzungsformen und auch der Bau von Windrädern auf den Rotmilan auswirken. „Daraus lassen sich beispielsweise naturschutzfachliche Empfehlungen für geeignete Anlagenstandorte ableiten oder Maßnahmen, die Rotmilane aus dem Gefahrenbereich der Windenergieanlagen fernhalten, evaluieren und weiterentwickeln.“

In dem laufenden Projekt zur Bewegungsökologie der Gabelweihe untersuchen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie sich die Beschaffenheit der Lebensräume – etwa die Wald-, Feld- und Wiesenanteile, aber auch der Abstand zu Windrädern – auf die Territoriengröße, den Bruterfolg und die Bewegungsräume der Tiere auswirken. Hierzu stattete das Team 20 Altvögel aus ganz Hessen mit Satellitensendern im Miniaturformat aus, die über Jahre hinweg Daten sammeln: zum Beispiel Informationen darüber, wo sich die Vögel aufhalten, wie hoch und wie schnell sie fliegen.

Welche lokalen Strukturen nutzt der Rotmilan vorrangig? Ändert sich deren Nutzung durch den Einfluss von Windenergieanlagen? Wie beeinflussen Landnutzungsformen und Landschaftsstrukturen die Bewegungsentscheidungen von Rotmilanen? Solchen und verwandten Fragestellungen geht Projektmitarbeiterin Theresa Spatz nach, deren Promotion von der DBU durch ein Stipendium und zusätzliche Sachmittel gefördert wird. Das Kernteam wird durch die Biologin Dr. Dana Schabo komplettiert. Zudem fertigen derzeit fünf Bachelor- und Masterstudierende ihre Qualifikationsschriften mit den erhobenen Daten an.

„Mittlerweile sind alle Vögel in ihren Winterquartieren angekommen“, berichtet Theresa Spatz. „Die meisten unserer Tiere überwintern in Spanien. Nur einzelne verbringen den Winter in Portugal oder Frankreich.“ Wer den Vogelzug nachverfolgen möchte, kann dies auf der Homepage tun, die den Projektverlauf dokumentiert:

Weitere Informationen:
Ansprechpartnerin: Theresa Spatz,
Fachgebiet Naturschutz
Tel.: 06421 28-25385
E-Mail:

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 986759
 691

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Was den Rotmilan bewegt“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Philipps-Universität Marburg

Bild: Erfolg für internationales GraduiertenkollegBild: Erfolg für internationales Graduiertenkolleg
Erfolg für internationales Graduiertenkolleg
DFG fördert das Internationale Graduiertenkolleg „The Brain in Action“ für weitere viereinhalb Jahre --- Großer Erfolg für das an den Universitäten Marburg und Gießen etablierte Internationale Graduiertenkolleg „The Brain in Action“ (IRTG-1901). Der Senatsausschuss für Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung für weitere viereinhalb Jahre ab April 2018 beschlossen. Die Höhe der Förderung beträgt etwa 4,5 Millionen Euro. „Wir freuen uns außerordentlich über diese Bestätigung unserer Arbeit in der Förder…
Bild: Sepideh Abedi Farizani aus dem Iran erhält DAAD-PreisBild: Sepideh Abedi Farizani aus dem Iran erhält DAAD-Preis
Sepideh Abedi Farizani aus dem Iran erhält DAAD-Preis
Engagement für geflüchtete Menschen ausgezeichnet --- Sepideh Abedi Farizani aus Teheran erhält in diesem Jahr den mit 1.000 Euro dotierten Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende akademische Leistungen und soziales Engagement ausländischer Studierender. Die Iranerin ist seit 2016 in Marburg und ist Doktorandin im Arbeitsbereich Innovation – Organisation – Netzwerke von Prof. Dr. Susanne Maria Weber am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg. Weber bescheinigt der Promotionsst…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Sommernachtsbetrieb einer Windenergieanlage vorläufig zugelassenBild: Sommernachtsbetrieb einer Windenergieanlage vorläufig zugelassen
Sommernachtsbetrieb einer Windenergieanlage vorläufig zugelassen
… Umweltverträglichkeitsprüfung unzureichend gewesen sei. Insbesondere seien die zugrundeliegenden Gutachten mit Blick auf das von der Anlage ausgehende Tötungsrisiko für die Greifvogelart des Rotmilans nicht schlüssig (Beschl. v. 22.12.2017 - 8 S 902/17). Inzwischen hat der Betreiber auf einen unbeschränkten Betrieb der Anlage verzichtet. In der Folge …
Windenergie im Rhein-Sieg-Kreis: „Planungshilfe wird zur Planungshürde“
Windenergie im Rhein-Sieg-Kreis: „Planungshilfe wird zur Planungshürde“
… außerhalb des Schutzgebietes für die Zulässigkeit einer Anlage grundsätzlich nur die sogenannten artenschutzrechtlich einschlägigen Verbotstatbestände interessierten. Obwohl beispielsweise der Rotmilan mit Abstand zu den Vogelarten gehöre, die statistisch am häufigsten an Windenergieanlagen verunglückten, ließe sich aber die zur Unzulässigkeit der …
Bild: Nachwuchsgruppe untersucht umweltverträglichen Ausbau erneuerbarer EnergienBild: Nachwuchsgruppe untersucht umweltverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien
Nachwuchsgruppe untersucht umweltverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien
… wie sich die Energieträger Windkraft und Biomasse auf die Umwelt und die Kosten der Stromerzeugung auswirken. Wir untersuchen zum Beispiel die Entwicklung von Rotmilan-Populationen in Gebieten mit Windkraftanlagen in Mitteldeutschland und schauen, inwieweit sich der Raps- oder Maisanbau auf das Artenvorkommen in den betreffenden Gebieten auswirkt", erklärt …
Rotmilane auf dem Tannenkopf in Roßdorf durch geplante Windkraftanlagen stark gefährdet
Rotmilane auf dem Tannenkopf in Roßdorf durch geplante Windkraftanlagen stark gefährdet
… störungsempfindlicher Arten mit großem Raumbedarf. Hierzu zählen neben den Wald bewohnenden Greifvogel- und Eulenarten, Kolkrabe, Schwarzstorch, Graureiher, Hasel- und Auerhuhn, insbesondere der Rotmilan. Der Luftraum, den Greifvögel, Störche und Reiher für Balz, Nahrungsflüge oder zum Erreichen der Nahrungshabitate über Wäldern nutzen oder regelmäßig …
LEE NRW: Studie zeigt: Höhere Windräder leisten Beitrag zum Artenschutz
LEE NRW: Studie zeigt: Höhere Windräder leisten Beitrag zum Artenschutz
… Vogelvorkommen die im NRW-Windenergieatlas ermittelten Potentiale marginalisiert werden“ so Dobertin. So gäbe es bereits Fälle, in denen sich die im NRW-Windatlas genannten Flächenpotentiale von Gemeinden in der Planung durch kilometerbreite Abstandskreise - beispielsweise zum Rotmilan - auf weniger als ein Viertel der genannten Hektarzahlen reduzierten.
Bild: Vogelschutz: Erstmals wird Artenvielfalt in Förderprogrammen berücksichtigtBild: Vogelschutz: Erstmals wird Artenvielfalt in Förderprogrammen berücksichtigt
Vogelschutz: Erstmals wird Artenvielfalt in Förderprogrammen berücksichtigt
… neben den Zielen ihrer Agrarpolitik regelmäßig konkrete Angaben zum Zustand von zehn ausgewählten Vogelarten wie zum Beispiel Kiebitz, Uferschnepfe, Feldlerche oder Rotmilan machen. Die Bestandsdaten der Feldvögel werden überwiegend von ehrenamtlich tätigen Vogelkundlern in rund 1.000 repräsentativen Monitoringflächen erhoben. Im Gegensatz zu anderen …
Global Wind Day: So profitiert Brandenburgs Natur von der Windenergie
Global Wind Day: So profitiert Brandenburgs Natur von der Windenergie
… Cottbus und heute leitender Ökologe der Energiequelle GmbH. „Bevor wir ein Windrad bauen, müssen wir genau prüfen, ob geschützte Arten wie Uhu, Schwarzstorch oder Rotmilan beeinträchtigt werden.“ So muss zum Beispiel um einen Seeadlerhorst grundsätzlich ein Abstand von drei Kilometern eingehalten werden. Insgesamt haben die Bestände von Kranichen, Seeadlern …
Repowering und Regionalplanung
Repowering und Regionalplanung
… das Repowering nach dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz von ‚öffentlichem Interesse’.“ Der Windenergietag beriet auch zu neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft über die Gefährdungslage von Rotmilanen durch Windenergieanlagen. Prof. Dr. Maslaton dazu: „Hier ist festzustellen, dass der Rotmilan, der vor Jahren richtigerweise auf die Liste der bedrohten …
Sächsische Vogelwelt entwickelt sich erfreulich - Populationszuwächse bei Kranich, Rotmilan und Seea
Sächsische Vogelwelt entwickelt sich erfreulich - Populationszuwächse bei Kranich, Rotmilan und Seea
… waren es vier- bis fünfmal weniger. Auch die Zahl der Kraniche hat sich in den letzten 50 Jahren versechsfacht. 130 Brutpaare wurden im vergangenen Jahr gezählt. Und der Rotmilan konnte sogar aus der Roten Liste der gefährdeten Arten gestrichen werden. Der Bestand hat sich in den letzten 20 Jahren vervierfacht und ist derzeit mit 800 Brutpaaren stabil. Die …
Bild: Jäger und Falkner fordern schärfere Strafverfolgung für NestzerstörungenBild: Jäger und Falkner fordern schärfere Strafverfolgung für Nestzerstörungen
Jäger und Falkner fordern schärfere Strafverfolgung für Nestzerstörungen
… die Auflagen, die für Grundbesitzer und Betreiber gelten: Das Vorkommen von geschützten Arten verhindert oder erschwert die Zulassung der Anlagen. Betroffen sind unter anderem Rotmilane und Seeadler, Schwarzstörche, Baumfalken, Schreiadler oder auch der Uhu. Obwohl es sich dabei um Straftaten handelt, die mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet …
Sie lesen gerade: Was den Rotmilan bewegt