(openPR) Kein vernünftiger Mensch kann etwas gegen sportliche Betätigung haben und wird es auch nicht. Sport ist grundsätzlich gut und – richtig betrieben – auch gesund. Insofern sollte er auch staatlich gefördert werden.
Eine andere Qualität ist der geschäftsmäßig betriebene Sport, der Sport als Spektakel. Vor allem das Multimillionengeschäft des Fußballs. Das sollte keineswegs auf Kosten der Allgemeinheit finanziert und zu Lasten der Allgemeinheit betrieben werden. Denn wer Millionengehälter zahlen kann, der kann auch den Aufwand bezahlen, der für das dazu erforderliche Spektakel, seine Vorbereitungen und seinen Schutz notwendig ist.
Ein Skandal um das Zusammenspiel von Politik und kommerziell betriebenen Sport kam kürzlich ans Licht. Städte, die sich um Spiele der Fußball-EM 2024 beworben haben, sollten Erklärungen unterschreiben, die rechtlich äußerst fragwürdige und sogar grundgesetzwidrige Klauseln zu Lasten der Allgemeinheit enthalten. Das bestätigte der ehemalige Verfassungsrichter Hoffmann-Riem.
Daß der als Geschäftsmodell organisierte Fußball dringend in seine rechtmäßigen allgemeinwohlverträglichen Grenzen verwiesen werden muß, kommt allerdings nicht überraschend. Viele Forderungen der UEFA (Union of European Football Association) für die Durchführung ihres EM-Spektakels 2024 sind nämlich nicht nur rechtswidrig, sondern auch unverschämt. So gibt der kommerzielle Fußball ein besonders häßliches Beispiel für die Herrschaft des Turbokapitalismus im Sportgeschäft.
Andy Grote (SPD), Hamburger Senator für Inneres und Sport, scheinen trotz seines rechtswissenschaftlichen Studiums und der ihm damit zu unterstellenden Befähigung die rechtlich mehr als zweifelhaften Forderungen der UEFA aber nicht zu stören. Er will die Hansestadt und die Rechte ihrer Einwohner offensichtlich bedenkenlos der Selbstherrlichkeit der UEFA-Funktionäre zum Opfer bringen. Im Ernst? Ja, für einen Sylvesterscherz wäre es noch viel zu früh. Es ist ein Skandal.
Die Bremer sind da selbstbewußter (und offensichtlich auch rechtssicherer). Sie unterschrieben die Forderungen der UEFA nicht. Sollen die (Einkommens-)Multimillionäre ihre Veranstaltungen auf Kosten der Allgemeinheit doch machen, wo sie wollen. Aber nicht mit Verstößen gegen geltendes Recht und zu Lasten und auf Kosten unserer Bürger!
Es wird ohnehin Zeit, sämtliche Kosten, die Berufssportveranstaltungen verursachen, den Vereinen und ihren Organisationen aufzulasten und die Allgemeinheit von den Kosten freizuhalten. Denn was hat die damit zu tun? Wer Geschäfte machen und damit Millionen verdienen will, der soll gefälligst auch sämtliche planbaren und nicht planbaren Kosten – z.B. für Polizeieinsätze und Schäden infolge von Randale – für die Veranstaltungen übernehmen. Unternehmer müssen ihre Investitionen und betrieblichen Aufwendungen selbst tragen, wenn sie auch die davon erhofften Gewinne einstreichen wollen.
Echte Sportenthusiasten werden ohne weiteres einsehen, daß geschäftsmäßig betriebener Sport ebenso die durch ihn entstehenden Kosten tragen muß wie jedes andere Geschäft. Und Dreistigkeiten wie die außer Kraftsetzung geltenden Rechts zum Vorteil privater Investoren sollte niemand auch nur andenken. Wir leben schließlich (noch?) nicht in einer Bananenrepublik. Wenn der Hamburger Senator Andy Grote allen Ernstes meint, daß sämtliche Erklärungen, die der Senat für Hamburg abgegeben hat, rechtens seien. Na, da seh’n wir mal.
Und ganz grundsätzlich: Politiker, die Sonderinteressen auf Kosten des Allgemeinwohls fördern, sollte man in die Wüste schicken. Die sind nicht nur überflüssig wie ein Kropf, sondern schaden auch dem Ansehen ihrer Parteien und der Demokratie.
Seit vielen Jahren beobachtet und kommentiert Prof. Querulix das ebenso interessante wie fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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