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Das dicke Ende kommt immer überraschend

24.03.201709:13 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
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Prof. Querulix, Tacheles Bd. 7 „Rien ne vas plus...
Prof. Querulix, Tacheles Bd. 7 „Rien ne vas plus..." eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 9,95 Euro

(openPR) Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste. Wer nur dösig durchs Leben taumelt, ohne aufmerksam zu sein, ohne zu beobachten und über das nachzudenken, was um ihn herum geschieht, der lebt gefährlich. Und das nicht etwa wegen der terroristischen Gefahr, obwohl die natürlich auch nicht aus dem Blick geraten sollte. Denn sie wird uns noch lange erhalten bleiben.



Weniger langlebig dürfte die Euphorie der Börsenspekulanten sein. Kursblasen sind immer endlich. Die us-amerikanischen Anleihenkurse haben schon ordentlich Luft abgelassen; die Renditen sind deutlich gestiegen, sodaß sich häufiger schon positive Realrenditen ergeben. Das dürfte aber erst der Anfang sein, wenn die FED die Zinsen tatsächlich weiter steigern sollte. Wenn sich die so sehnlich erwartete und inzwischen angetrabte Inflation der Verbraucherpreise anhält, wird sie nicht anders können. Der Dollarkurs wird dann infolge stärkerer Kapitalzuflüsse weiter steigen, was Präsident Trump gar nicht gefallen dürfte.

Auch den Schuldnern wird ein Zinsanstieg nicht gefallen. Das gilt ganz besonders für die Europäer. Die Pleitestaaten Südeuropas werden dadurch erhebliche Probleme bekommen, vielleicht kommt es sogar zu Staatsbankrotten. Das wird dann auch eine weitere Belastung für die Europäische Währungsunion, die sogar daran zerbrechen könnte.

Das Dilemma der schrankenlosen Geldvermehrung durch die Notenbanken und der Enteignung von Geldkapitalbesitzern durch Zinsdrückerei wird jetzt erst recht deutlich. Aus diesem Ponzi-Spiel gibt es eigentlich keinen guten Ausweg mehr. In Japan scheint zum Beispiel die Notenbank nicht umhin zu kommen, allmählich sämtliche existierenden Anleihen, Unternehmen und die Schulden der Öffentlichen Hand aufzukaufen. Wie im Kommunismus gehört am Ende dann das gesamte Vermögen des Landes der Notenbank und damit dem Staat. Wenn das alles ist, was erreicht werden sollte, nur zu! Vielleicht ist das Gemeineigentum tatsächlich die beste Lösung für die zukünftige Vermögensverteilung.

Aber nicht nur die Wirtschaft wird durch das Ponzi-Spiel der großen Notenbanken langsam aber sicher ruiniert, sondern auch die soziale Stabilität der Staaten. Viele Millionen Geldsparer werden letztlich ihr ganzes Vermögen verlieren. Hinzu kommt z.B. in Deutschland, daß prekäre Beschäftigungen und Renten jetzt schon für immer mehr Menschen nicht genügen, um den Lebensunterhalt zu sichern. Mögliche, ja sogar wahrscheinliche Störungen des dösig- selbstgefälligen Weiter-So! von Notenbanken, Bankstern und Politikern durch „unvorhergesehene“ Ereignisse könnten schneller als sogar die Skeptiker es erwarten eine neue Weltfinanz- und Wirtschaftskrise auslösen. Die politischen Folgen wären unkalkulierbar.

Die Aktienkursblasen sind inzwischen äußerst kritisch zu sehen. Die Aktienkurse spiegeln längst nicht mehr die nachhaltigen wirtschaftlichen Werte der Unternehmen, ihre langfristige Ertragskraft wider, sondern einfach die Tatsache, daß viel zu viel (überflüssiges) Geld in der Welt umherwabert, für das seine Besitzer offensichtlich keine vernünftige Verwendung finden. Daß die Notenbanken, allen voran die FED und eine hilfreiche Banksterschar, skrupellos noch mehr Geld in die Spekulationsblasen lenken möchten und werthaltigere Anlagen wie z.B. Gold hassen wie der Teufel das Weihwasser, ist verständlich. Sollten nämlich die Spekulanten kalte Füße bekommen und in Scharen ihr Geld aus Aktien und Anleihen abziehen, wäre die Welt-Finanzkatastrophe komplett.

Aber es wird wohl genauso kommen und deshalb sollten seriöse Anleger äußerste Vorsicht walten lassen. Joe Kaeser, Siemens Vorstandsvorsitzender, soll sich von Aktien seines Unternehmens im Werte von ca. 3,8 Millionen Euro getrennt haben. Das war vermutlich sehr klug. Denn Blasen werden sich wie in der Vergangenheit auch künftig nicht ewig halten – nicht einmal, wenn die Notenbanken sie sich auf ewige Zeiten wünschen – und vor ihrem Platzen klingeln sie nicht.

Für die Preisblasen an den Immobilienmärkten in Ballungszentren gilt inzwischen das Gleiche. Ernsthafte Zweifel sind angebracht, ob die zu den den inzwischen erreichten hohen Preisen gekauften Objekte eine nachhaltig gute reale (!) Rendite erbringen können.

Vielleicht sollten sich die Bürgerinnen und Bürger allmählich wirklich auf ein Desaster vorbereiten. Die Raffkes der Welt und Politiker, die nicht verstanden haben, was ihre Aufgabe ist, haben, indem sie die Notenbanken gewähren ließen, hunderte Millionen unschuldiger Menschen in ein Abenteuer gestoßen, dessen Ausgang vollkommen ungewiß ist. Sicher ist allerdings jetzt schon, daß die „kleinen“ Leute wieder einmal die Dummen sein werden. Der desolate Zustand der EU und die bisher auch nicht einmal ansatzweise gelösten Probleme mit dem kriegerischen Islamismus und die Völkerwanderung aus dem Nahen Osten und aus Afrika nach Europa kommen noch hinzu.

Prof. Querulix veröffentlicht seit Jahren in der Reihe „Tacheles“ seine zeitlos-zeitkritischen Beobachtungen und Kommentare des Treibens der Menschentiere. Bisher sind sieben Bände als eBooks erschienen. Der jüngste Band im Umfang von 264 Seiten kam Anfang dieses Jahres heraus. Er trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3) und ist wie seine 6 Vorgänger im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort wie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

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