(openPR) Das Auftreten so mancher Menschen ist nicht jedermanns Geschmack. Dennoch ist es vermessen, jemand ohne nähere persönliche Bekanntschaft allein daran zu messen. Die arroganten „Bessermenschen“ mußten das jetzt erfahren. Keineswegs nur „White Trash“ hat nämlich Donald Trump gewählt. Gewählt hatten ihn außer den vom Establishment Enttäuschten, den „Abgehängten“ auch diejenigen, die ein Weiter So! mit dem Establishment als eine große Gefahr für den sozialen Frieden in ihrem Land sahen.
Der Wahlsieg Donald Trumps, den wohl kaum jemand vorausgesehen, ja überhaupt nur für möglich gehalten hat, könnte durchaus die Welt verändern. Die Frage ist nur in welcher Hinsicht und mit welchem Ergebnis.
Auch viele nicht Voreingenommene sehen Trumps Wahlsieg mit gemischten Gefühlen. Ein großes Risiko seiner Präsidentschaft könnte zum Beispiel darin liegen, daß der neue Präsident der USA die Hoffnungen derer enttäuscht, die von den gegenwärtigen „Eliten“ schamlos ausgenutzt und ausgebeutet werden, und die für ihn in der Hoffnung gestimmt haben, daß er sie von der Erniedrigung durch das Establishment befreit und ihnen eine lebenswertere Zukunft ermöglicht. In diesem Zusammenhang sollte Trump sich ernsthaft überlegen, ob es klug wäre, die Krankenversicherung ObamaCare wieder abzuschaffen.
Ein anderes Risiko könnte darin liegen, daß er die Rolle der USA in der Staatengemeinschaft unangemessen selbstherrlich definiert und dadurch Konfrontationen mit den Verbündeten riskiert. Zum Beispiel könnte das hinsichtlich divergierender Auffassungen vom Freihandel der Fall werden oder im Hinblick auf die sich schnell zuspitzende Weltfinanz- und -wirtschaftskrise. Aber auch der sich abzeichnende letale Teufelskreis der Geldpolitik der Notenbanken birgt Konfliktpotential.
Eine Chance der Trumpschen Präsidentschaft könnte dagegen darin liegen, die schrankenlose Herrschaft der alten „Eliten“ der USA zu beenden, die nur noch für sich selbst gesorgt haben. Trump hätte die Chance, die Politik wieder mehr am allgemeinen Wohl auszurichten. Eine andere Chance seines Wahlsiegs könnte darin bestehen, daß seine Regierung sein Land aus dem Würgegriff der Finanzwirtschaft befreit und einen klugen Weg findet, den sich abzeichnenden Bedeutungsverlust des US-Dollars als weltweite Transaktions- und Reservewährung kontrolliert zu steuern. Letzteres dürfte sein größtes Problem werden: Die ungeheure Verschuldung der USA kann längst nicht mehr durch noch so kräftig gesteigerte Wirtschaftsaktivitäten getragen werden. Wenn den Dollar und auf ihn lautende Anleihen niemand außerhalb der USA mehr will – und das zeichnet sich durchaus schon ab – wird er die Geldmenge in den USA aufblähen und eine Hyperinflation auslösen.
Man wird sehen wie sich Trump als Präsident verhält und wie klug er seine Macht nutzt. Darüber zu spekulieren, ist müßig. Er wird ohnehin auf zahlreiche Experten und auf die Zusammenarbeit mit zahlreichen in- und ausländischen Interessenträgern angewiesen sein. Warten wir also erst einmal die kommenden Wochen und Monate ab. Auf jeden Fall wurden die Hochmütigen und die selbsternannten Bessermenschen durch den Wahlausgang regelrecht abgewatscht, die in den USA wie auch in Europa nichts weiter geschaffen haben als tief gespaltene Gesellschaften, in denen die Mehrheit von den „Eliten“ mehr und mehr nur noch als Mittel ihrer eigennützigen Zwecke benutzt wird.
Wenn Trump wirklich wahr macht, was er in seiner ersten Rede nach seinem Wahlsieg angekündigt hat – und dazu stehen aufgrund der Mehrheiten der Republikaner im Senat und im Repräsentantenhaus die Ampeln auf Grün – könnte das auch auf viele andere Länder ausstrahlen und deren „Eliten“ zwingen, sich endlich den Bedürfnissen der benachteiligten Bevölkerungsteile anzunehmen und für mehr wirtschaftliche Gleichheit zu sorgen. Vielleicht haben dann die längst überfälligen grundlegenden Reformen zugunsten des Primats des allgemeinen Wohls in der Politik in Deutschland und Europa endlich eine Chance.
Wenn Trump aber keinen grundlegenden Wandel schafft und die bisher an den Rand der Gesellschaft gedrängten unter seinen Landsleuten nicht integrieren kann, werden die USA endgültig zu einem gescheiterten Staat. Die künftig noch bevorstehenden Wirkungen der weiter schwelenden Finanz- und Wirtschaftskrise werden dann ein Übriges tun, um das Land zu destabilisieren und politisch unberechenbar zu machen. Da in einem solchen Szenario auch Europa sozial und wirtschaftlich auf der Kippe stände und der größte Teil der restlichen Staaten vom Scheitern der gesamten sogenannten Ersten Welt betroffen wäre, müßten wir uns wohl auf ein dunkles Zeitalter gefaßt machen, in dem alles wirklich möglich ist.
Der mit Trumps Wahlsieg zweite schwarze Schwan nach dem Brexit ist ein weiterer Weckruf an die Herrschenden: Ein weiter so! wird von der Mehrheit der Menschen nicht mehr geduldet. Wacht endlich auf ihr selbstsüchtigen „Eliten“ und kommt euren Verpflichtungen gegenüber dem Allgemeinwohl nach!
Prof. Querulix beobachtet das fragwürdige Treiben des Menschentiers. Seine zeitlos-zeitkritischen Beobachtungen und Kommentare sind inzwischen eine Dokumentation des Versagens der „Eliten“ und des sozialen Niedergangs. Veröffentlicht sind sie in bisher sechs Bänden, ein siebter ist für Ende des Jahres geplant. Die eBooks im Umfang zwischen ca. 180 und 280 Seiten kosten je 9,95 Euro. Alle Bände sind im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und auch dort erhältlich.
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