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Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2015 und das Dunkelfeld

26.05.201609:18 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2015 und das Dunkelfeld

(openPR) „Es gibt kein Verbrechen, das ich mir unter bestimmten Voraussetzungen nicht selbst zutrauen würde.“ (Goethe)

In diesem Sinn äußerten sich einst 38 Prozent aller Deutschen bei einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen des ZDF.

Am Montag den 23.05.2016 verkündete Bundesinnenminister Lothar de Maizière die Kriminalitätszahlen für das Jahr 2015. Hierbei handelt es sich um einen Tätigkeitsnachweis der Polizei, denn nur bekannt gewordene Straftaten können von dieser verfolgt und statistisch erfasst werden.

Spiegeln die Zahlen der PKS (sog. Hellfeld) die wirkliche Kriminalität ab?

Nein, viele Straftaten bleiben unentdeckt, weil Opfer, aus den verschiedensten Gründen, keine Strafanzeige erstatten.

Das Land Niedersachsen hatte sich in den vergangenen Jahren entschlossen, eine breit angelegte „Dunkelfeldstudie“ durchzuführen.

Dabei war festzustellen, dass ca. 30 Prozent der dortigen Einwohner Opfer mindestens einer Straftat geworden sind, einige Personen davon gleich mehrfach. 70 Prozent aller Opfer erstatteten keine Strafanzeige! Damit wurden tausende Straftaten der Polizei weder bekannt noch verfolgt. Die Delikte blieben unaufgeklärt, die Täter unerkannt.
Es gibt Deliktfelder, da spiegelt die PKS nicht einmal ansatzweise die tatsächliche Kriminalität wieder. Beispielsweise wurden nach der benannten Studie bei Sexualdelikten nur etwa vier Prozent der Polizei bekannt, bei der Internet/- Computerkriminalität waren es lediglich 10,6 Prozent. Das heißt, von 1000 Nutzern wurden 106 User Opfer von kriminellen Attacken. Währenddessen Wohnungseinbrüche und KFZ-Delikte am ehesten der Polizei angezeigt wurden, stellte die Studie bei Körperverletzungen, „allgemeinen“ Diebstählen und Sachbeschädigungen erhebliche Unterschiede zwischen realer Kriminalität und dem Anzeigeverhalten der Bürger fest.

Hinzufügen möchte ich, dass einige Dunkelfelder auch durch Befragungen nicht erfasst werden können, beispielsweise verborgen gebliebene Tötungsdelikte. So schätzt der renommierte Gerichtsmediziner vom Institut für Rechtsmedizin an der Universität München, Wolfgang Eisenberger, ein, dass pro Jahr mindestens 1200 Tötungsdelikte unentdeckt bleiben. Als eine Ursache sieht er an, dass vermutlich aus Kostengründen in nur noch circa ein Prozent aller Fälle gerichtlich angeordnete Sektionen vorgenommen wurden. Das ein "natürlicher Todesfall" doch noch als ein Tötungsverbrechen identifiziert wird, ist beispielsweise in Bayern deutlich größer als in NRW, denn im Süden werden Verstorbene deutlich mehr obduziert.

Darüber hinaus stellte die Studie fest, dass bei vielen Bürgern der Wunsch nach einem persönlichen Kontakt zur Polizei besteht. Viele Menschen sind bei dubiosen Sachverhalten verunsichert und suchen einen persönlichen Rat, gerade dann, wenn es um mögliche Straftaten geht. Mit anderen Worten: Viel Polizei = viele Strafanzeigen, weniger Polizei = weniger bekannt gewordene Straftaten. Die Milchmädchenrechnung mancher Politiker, dass der Stellenabbau der Polizei durch weniger Strafanzeigen "bestätigt" wurde, ergibt somit einen ganz anderen realitätsfernen Sinn. Es verschiebt sich lediglich die Diskrepanz zwischen Hell- und Dunkelfeld. Zu sagen ist aber auch, dass die noch verbliebenen Polizeibeamten einer aufopferungsvollen Tätigkeit nachgehen, um aus den vorgegebenen Umständen für die Bürger das Maximale herauszuholen.

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