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„Braune Winkel“: Der Genozid an Roma und Sinti

08.04.201610:24 UhrKunst & Kultur
Bild: „Braune Winkel“: Der Genozid an Roma und Sinti
"Endloser Schrei 00:42 Uhr", 2015, Tusche auf Papier, 48 x 36cm, copyright: Konstanze Sailer

(openPR) Am Internationalen Tag der Roma, dem 8. April, gedenkt die digitale Kunstinitiative Memory Gaps ::: Erinnerungslücken des „Porajmos“.

„Porajmos“, „Verschlingen“ lautet die Romanes-Bezeichnung für den Genozid an den Roma und Sinti während des Nationalsozialismus. Sie wurden als „artfremde Rasse“ angesehen und in der NS-Sprache als asozial, volksschädlich und arbeitsscheu bezeichnet. Im Holocaust wurden in Europa insgesamt an die 500.000 Roma und Sinti in den NS-Vernichtungslagern ihres Lebens beraubt, starben infolge von Zwangsarbeit, planmäßiger Mangelernährung oder unbehandelten Krankheiten. In zahlreichen Fällen können in den heutigen Archiven nicht einmal mehr die Familiennamen der Deportierten und Ermordeten eindeutig rekonstruiert werden.



Mit schwarzen und braunen „Winkeln“, jenen farbigen, gleichschenkligen Stoffdreiecken auf der Häftlingskleidung wurden Roma und Sinti – zusätzlich zu den Häftlingsnummern – stigmatisiert. Die Überlebenden wurden nach dem Krieg jahrzehntelang nicht als Opfer der NS-Verfolgung anerkannt. Sie erhielten daher nur geringe oder vielfach gar keine staatlichen Entschädigungen, erst ab den 1980er Jahren begann sich die Situation langsam zu verbessern, indem Roma und Sinti zunehmend als Minderheiten anerkannt wurden. Erst im April 2015 deklarierte das Europäische Parlament den 2. August zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma.

Berta B. (* 1920 in Wien; † 01. Januar 1945 im Konzentrationslager Buchenwald) wurde am 29. Juni 1939 in das KZ-Ravensbrück deportiert, wo sie bis September 1944 unter der Häftlingsnummer 1636 inhaftiert blieb. Die Haftgründe lauteten: „Roma oder Sinti Zugehörigkeit“ sowie „Asozialität“ mit der zusätzlichen Spezifikation „arbeitsscheu“. Im September wurde sie aus dem KZ-Ravensbrück in das KZ-Buchenwald deportiert und dort am Neujahrstag des Jahres 1945 ermordet.

Bis zum heutigen Tag existiert in Wien keine Straße, die ihren Namen trägt. Hingegen ist nach Franz Häußler heute noch eine Gasse in 1220 Wien benannt. Häußler war Pädagoge, Psychologe, NSDAP-Mitglied und ab Mai 1938 Blockleiter, der bereits 1934 eine Jugendorganisation im Sinne des NS-Gedankengutes in Wien gründete. Anstelle von Franz Häußler sollte zukünftig in Wien-Donaustadt an Berta B. erinnert werden.

Die Kunst-Initiative „Memory Gaps ::: Erinnerungslücken“ der Malerin Konstanze Sailer erinnert seit dem 2. August 2015, dem Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma, an den Porajmos mit einer Ausstellung von Tuschen auf Papier in virtuellen Räumen. Die Galerien befinden sich dabei ausnahmslos in Straßen oder an Plätzen, die es nicht gibt, jedoch geben sollte: Solche mit Namen von Opfern der NS-Diktatur. Monat für Monat wird auf diese Weise das kollektive Gedächtnis erweitert.

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