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„Im Anschluss: Selbsttötung“ – Wien, März 1938

06.03.2018 • 09:56 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft
Bildausschnitt: ?Aufschrei 23:30 Uhr?, 2016, Tusche auf Papier, 48 x 36cm; ©: Konstanze Sailer
Bildausschnitt: ?Aufschrei 23:30 Uhr?, 2016, Tusche auf Papier, 48 x 36cm; ©: Konstanze Sailer

(openPR) Mit ihrer 36. Monatsausstellung gedenkt die digitale Kunstinitiative Memory Gaps ::: Erinnerungslücken der „indirekten“ Opfer der NS-Diktatur.

Neben den unmittelbar Verfolgten und Opfern der NS-Diktatur, die in Konzentrationslagern und Gefängnissen ermordet wurden, gab es auch zahllose „mittelbare“ Opfer. Menschen, welche dem Druck einer drohenden Verfolgung nicht mehr standhielten und sich z. T. aus Angst vor der Verhaftung das Leben nahmen. Selbsttötungen aus Verzweiflung, wie jene, kurz nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich, um nicht in die Hände der Schergen von Gestapo, SA und SS zu fallen.

Memory Gaps ::: Erinnerungslücken wurde 2015 von der deutsch-österreichischen Malerin Konstanze Sailer gegründet und setzt sich als Kunstinitiative digitaler Erinnerungskultur zur Aufgabe, in monatlichen Ausstellungen nicht nur an einzelne, sondern an sämtliche der NS-Opfergruppen zu erinnern. Dazu zählen insbesondere alle jene, die auch im Gedenken oftmals marginalisiert werden, wie u. a. weibliche NS-Opfer, insbesondere auch jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen sowie zahlreiche weitere NS-Opfergruppen.

Der Opfer-Täter Diskurs, zu dem Memory Gaps seit nunmehr drei Jahren beiträgt, thematisiert das häufige Fehlen des Opfer-Gedenkens, bei gleichzeitigem Beibehalten der Ehrungen von NS-Mitläufern: während zahlreiche NS-Opfer heute immer noch auf die Ehre kommunalen Angedenkens warten, bleiben in zahlreichen deutschen und österreichischen Städten NS-Mitläufer auch im 21. Jahrhundert vielfach weiter durch Straßennamen geehrt. Von München bis Hamburg und von Berlin bis Wien wurden von Memory Gaps Beiträge zum kollektiven Gedächtnis geleistet und dadurch Erinnerungslücken geschlossen.

Der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich jährt sich im März 2018 zum achtzigsten Mal.

Memory Gaps erinnert bis 31. März 2018 in seiner Ausstellung „Im Anschluss: Selbsttötung“ an Egon Friedell (* 21. Januar 1878 in Wien; † 16. März 1938 ebenda), Lothar Fürth (* 03. Februar 1897 in Wien, † 03. April 1938 ebd.), Ernst Epstein (* 4. Januar 1881 in Wien; † 21. Mai 1938 ebd.).
https://www.memorygaps.eu/gap-märz-2018/

Zum kostenlosen Download des E-Books von Memory Gaps "Die braune Gegenwart", München/Wien 2017, in den Formaten mobi (Kindle), epub und PDF (Umfang 70 S., mit 32 Abbildungen):
https://www.memorygaps.eu/e-book-download/

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