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"Importierter Antiziganismus": Fehlendes Bewusstsein für Antiziganismus in Unterkünften für Roma Geflüchtete

06.07.202300:05 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: "Importierter Antiziganismus": Fehlendes Bewusstsein für Antiziganismus in Unterkünften für Roma Geflüchtete

(openPR) Der Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V. möchte auf die alarmierende Situation der geflüchteten Roma-Minderheit aus der Ukraine in Deutschland aufmerksam machen. Es ist bedauerlich festzustellen, dass sowohl ukrainische Geflüchtete als auch Ukrainer, die bereits seit längerer Zeit in Deutschland leben, diese Minderheit diskriminieren und rassistische sowie antiziganistische Vorurteile gegen sie hegen.

Besorgniserregend ist, dass der Begriff "Antiziganismus" den meisten Ukrainern nicht bekannt ist. Diese Ignoranz führt dazu, dass der Rassismus, dem geflüchtete Roma in deutschen Unterkünften ausgesetzt sind, genauso alltäglich ist wie in der Ukraine selbst. Dieses ist in Deutschland 2023 nicht hinnehmbar. Die Diskriminierung zeigt sich in verschiedenen Formen, angefangen von direkter Ausgrenzung und Beleidigungen bis hin zu rassistischen Forderungen nach einer vollständigen Segregation der Roma in Bezug auf Wohnen, Essen, gemeinschaftliche Räume oder Schulklassen.

In Bezug auf die Vorfälle von Diskriminierung in Unterkünften für ukrainische Geflüchtete möchten wir unsere Besorgnis über das mangelnde Bewusstsein der Mitarbeiter ausdrücken. Es ist besonders beunruhigend, dass Angestellte oft schockiert danebenstehen, wenn es zu diskriminierenden Vorfällen kommt, und nicht wissen, wie sie angemessen mit solchen Situationen oder dem Thema Antiziganismus umgehen sollen.

Trotz zweistündiger Fortbildungen scheint es für einige ukrainische Geflüchtete immer noch schwierig zu sein, Antiziganismus zu erkennen und zu verstehen. Dies führt dazu, dass Vorurteile weiterhin gepflegt und rassistische Aussagen getätigt werden, wie beispielsweise die Verwendung des Begriffs "Zigeuner". Es ist daher von großer Bedeutung, dass eine klare Ansprache zu Themen wie Rechtsstaatlichkeit, liberalen Demokratien sowie dem europäischen Genozid an den Roma und deutschen Sinti und dem Antiziganismus erfolgt.

Wir sind der Überzeugung, dass es notwendig ist, unsere deutschen Werte und die No-go's in unserer Gesellschaft klar zu definieren und zu kommunizieren. Dies sollte nicht nur zur Sensibilisierung der Mitarbeiter beitragen, sondern auch dazu dienen, ein Bewusstsein für Antiziganismus in der gesamten Gesellschaft zu schaffen.

Der "Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V." sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert konkrete Maßnahmen, um gegen den importierten Antiziganismus vorzugehen und die Inklusion von geflüchteten der Roma-Minderheit zu fördern:

1. Weiterbildung von Mitarbeitenden, die mit geflüchteten Menschen aus der Ukraine arbeiten: Es ist von entscheidender Bedeutung, dass das Personal geschult wird, um die geflüchteten Roma vor Antiziganismus zu schützen. Hierzu müssen die Mitarbeitenden befähigt werden, Antiziganismus zu erkennen, zu verstehen und geeignete Wege zu finden, ihm entgegenzutreten.

2. Verpflichtende Informationsveranstaltungen für alle geflüchteten Ukrainer und ukrainische Roma: Diese Veranstaltungen sollen dazu dienen, ein Bewusstsein für die historische Verantwortung hinsichtlich des Holocausts in Deutschland und der Ukraine zu schaffen. Zudem sollen die Teilnehmenden für die höhere Sensibilität bezüglich des Antiziganismus sensibilisiert werden sowie verstehen welche Standards in Deutschland gelten. Zum Beispiel sollte das Wort "Zigeuner" in Deutschland nur noch im Kontext von Antiziganismusaufklärung und historischen Fakten verwendet werden. Ansonsten wird es als rassistische und diskriminierende Beleidigung betrachtet. Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer stellt die Auseinandersetzung mit Antiziganismus einen Kulturschock dar.

Der "Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V." appelliert an die deutsche Gesellschaft, Solidarität zu zeigen und sich der historischen Verantwortung bewusst zu sein. Wir dürfen nicht zulassen, dass die geflüchteten Roma aus der Ukraine weiterhin Opfer von Diskriminierung werden. Es ist unsere Pflicht, sie willkommen zu heißen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in unserer Gesellschaft sicher zu fühlen.

Abschließend möchten wir betonen, dass die geflüchteten Roma aus der Ukraine in Deutschland bleiben werden, da sie einer ethnisch reinen Ukraine im Weg stehen und der Krieg als Chance genutzt wurde, um die ukrainischen Roma zu vertreiben. Es ist jedoch auch die Verantwortung Deutschlands, die ukrainischen Roma aufzunehmen, ähnlich wie es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion viele Juden aus Russland aus den gleichen Gründen aufgenommen wurden. Eine ungleiche Behandlung darf nicht toleriert werden und muss klar als Antiziganismus bezeichnet werden.

Der "Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V." wird weiterhin hart daran arbeiten, Bewusstsein für den importierten Antiziganismus zu schaffen und sich für die integrative Inklusion der geflüchteten Roma-Minderheit einzusetzen. Wir rufen alle relevanten Akteure dazu auf, unsere Forderungen ernst zu nehmen und gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen, um diese Form der Diskriminierung zu bekämpfen und eine gerechtere und inklusivere Gesellschaft für alle zu schaffen.

Abschließend möchten wir alle Leserinnen und Leser darüber aufklären, dass aus der Ukraine vor Roma kommen. Die Sinti hingegen sind historisch der deutschsprachige Teil dieser Minderheit und leben seit über 600 Jahren nachweislich in Deutschland. Es ist wichtig, diese Unterscheidung zu treffen, um ein korrektes Verständnis der Geschichte und Kultur dieser beiden Gruppen zu gewährleisten. Die Roma und Sinti sind eigenständige ethnische Minderheiten mit ihren eigenen Traditionen, Sprachen und Geschichten. Respekt und Sensibilität gegenüber ihrer Identität sind unerlässlich, um Vorurteile und Diskriminierung zu vermeiden.

Marko D. Knudsen

Vorsitzender

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