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Quellen zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa

24.02.202612:48 UhrMedien & Telekommunikation

(openPR) Pressemitteilung
Heidelberg, 24. Februar 2026

Quellen zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa
Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert digitale Edition an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg

Eine groß angelegte digitale Edition führt Quellen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma in Europa zusammen und macht sie für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich. Publiziert werden sollen rund 1.200 Dokumente – Schriftstücke aus dem Verwaltungs- und Verfolgungsapparat, ergänzt um Quellen aus der Perspektive der Opfer. Angesiedelt ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg. Für die Gesamtlaufzeit von neun Jahren stehen Fördermittel in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Vorhaben basiert maßgeblich auf der digitalen „Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa“, die seit Juli 2020 ebenfalls an der Forschungsstelle entsteht.

„Der NS-Völkermord an den Sinti und Roma wurde nicht nur gesellschaftlich und politisch jahrzehntelang ignoriert, sondern auch in der Forschung kaum beachtet“, erläutert die Historikerin Dr. Karola Fings, wissenschaftliche Leiterin der beiden Projekte. Ziel ist es, mit der „Edition zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa“ alle Verfolgungsprozesse von der rassistischen Stigmatisierung bis hin zum Mord in den Vernichtungslagern abzubilden. Geografisch umfasst die Edition sämtliche Länder, in denen Sinti und Roma unter deutscher Vorherrschaft oder durch mit Deutschland verbündete Staaten verfolgt wurden. Darüber hinaus werden auch neutrale Staaten sowie die westlichen Kriegsgegner des Deutschen Reiches einbezogen. Die Edition vereint erstmals alle für die verschiedenen Tatkomplexe des Völkermordes relevanten Schriftstücke aus dem Verwaltungs- und Verfolgungsapparat. „Dieses Schrifttum“, so Dr. Fings, „wird konsequent durch Quellen aus der Perspektive der Opfer ergänzt, um ihre Individualität und Selbstbehauptung sichtbar zu machen und den antiziganistischen Deutungsmustern der Täterinnen und Täter eine eigenständige Überlieferung entgegenzustellen.“

„Die Edition leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Erweiterung der kulturellen Gedächtnisse Europas und schafft einen langfristig angelegten Wissensspeicher für die Zukunft, der nicht zuletzt mit Blick auf den gegenwärtigen Antiziganismus hochrelevant ist“, betont Dr. Frank Reuter, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Forschungsstelle Antiziganismus. In ihrer Funktion als kuratiertes Archiv soll die Edition vielfältige Anstöße geben und Ausgangspunkt für weitere Forschungsprojekte sein. „Auch mit Blick auf die Bedeutung des ost- und südosteuropäischen Tatraumes für den Völkermord an den Sinti und Roma wird das Vorhaben weitere Erkenntnisse ermöglichen“, so Prof. Dr. Tanja Penter, Osteuropahistorikerin und wissenschaftliche Leiterin der Forschungsstelle Antiziganismus. Als Antragsteller werden Dr. Fings, Dr. Reuter und Prof. Penter sowie Dr. Brigitte Grote, Leiterin des Bereichs Digitale Forschungsinfrastrukturen an der Freien Universität Berlin, das Projekt gemeinsam mit der Heidelberger Wirtschafts- und Sozialhistorikerin Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern leiten. Die Arbeiten wurden zu Beginn dieses Jahres aufgenommen.

Die Edition stützt sich inhaltlich auf die digitale „Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa“, die mit Förderung durch das Auswärtige Amt an der Forschungsstelle Antiziganismus entsteht. Sie führt das weit verstreute, oft schwer zugängliche historische Wissen zum Völkermord und seinen Ursachen, Strukturen und seinem Verlauf zusammen und leistet damit eine wesentliche Vorarbeit für die digitale Quellenedition. Begleitet wird das Vorhaben, das sich auf ein Netzwerk von mehr als 100 Expertinnen und Experten aus 26 Ländern stützt, durch einen internationalen wissenschaftlichen Beirat.

Die Forschungsstelle Antiziganismus wurde als europaweit erste und bislang einzige akademische Institution mit diesem inhaltlichen Schwerpunkt am Historischen Seminar der Universität Heidelberg etabliert. Seit 2017 wird dort zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart geforscht.

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