openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Ausbildungsreform Pflege nicht blockieren lassen

11.02.2016 • 17:21 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft
Bild: Ausbildungsreform Pflege nicht blockieren lassen

(openPR) Immer verzweifelter werden die Versuche, eine zeitgemäße Reform der Pflegeausbildung zu verhindern. Aktuell lassen sich eine Reihe von Organisationen vor den parteipolitischen Karren der GRÜNEN spannen und betreiben ein ‚Moratorium‘ zu einem Stopp der Beratung des Pflegeberufsgesetzes, das derzeit im Bundesrat diskutiert wird.



Neben parteipolitischem Kalkül ist die Unterstützerliste auch ein weiterer Beleg für die anhaltende Fremdbestimmung der Profession Pflege. Es finden sich gerade mal zwei Berufsorganisationen der Pflege in der Liste. Kein Wunder wenn wir hinter den internationalen Entwicklungen und Standards in der deutschen Pflege hinterherhinken. Schade, dass (berufs-)politisches Standing bei einigen so unterentwickelt ist.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist nach wie vor davon überzeugt, dass die generalistische Ausbildung der richtige Weg ist. Die Ausbildungsreform wurde jahrelang diskutiert und u.a. mit Gutachten zur Finanzierung oder der Evaluation von Modellversuchen der Ausbildung vorbereitet. Es gibt ausreichend Belege dafür, dass eine generalistische Ausbildung mit gutem Ausbildungsergebnis möglich und umsetzbar ist. International gibt es Altenpflege nur als Assistenzqualifikation und nur in wenigen Ländern eine eigenständige Kinderkrankenpflegeausbildung. Es wird aus den Ländern mit generalistischer Pflegeausbildung keine schlechtere Versorgungsqualität berichtet! Es gibt also keine Grundlage für die von Gegnern verbreiteten Schreckensbilder.

Einige Interessengruppen versuchen die Regelungen im Pflegeberufsgesetz so weit aufzuweichen, dass aus Sicht des DBfK die Ausbildungsqualität gefährdet wäre. Der Ruf nach einer Risikofolgeneinschätzung ist eine durchsichtige Verzögerungstaktik. Es ist den Ländern (betroffen vor allem NRW) ja nicht einmal möglich festzustellen, wie viele der durch die Absenkung der Zugangsvoraussetzungen zur Altenpflegeausbildung zugelassenen Schülerinnen und Schüler das Ausbildungsende erreichen und die Ausbildung erfolgreich bzw. mit gutem Ergebnis beenden. Wie soll da die viel komplexere Frage nach den gesamten Folgen einer Reform beantwortet werden.

Die Bundesregierung hat zugesagt, die zentralen Punkte der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung im Rahmen der parlamentarischen Beratung vorzulegen. Das sollte reichen, um die zentralen Elemente zu bewerten. Lassen wir uns doch nicht täuschen: Es geht - mit unterschiedlicher Gewichtung und Interessenslage - vor allem darum, die Ausbildung in der Pflege vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklungen möglichst so zu belassen wie sie ist. Am besten wenig anspruchsvoll bei den Zugangsvoraussetzungen („pflegen kann doch jeder“), die Schülerinnen und Schüler auch weiterhin mit möglichst wenig Aufwand schnell einsatzfähig machen sowie als billige Arbeitskraft schon während der Ausbildung nutzen zu können. Pflege als Gesundheitsberuf, der den aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht wird, und ein zeitgemäßes Bildungsverständnis als Leitidee der Ausbildung werden damit verhindert. Quantität (EURO und Füße) geht vor Qualität. In der gesamten Diskussion wird übersehen, dass wir auch ohne Generalistik die Ausbildungen dringend reformieren müssten.

Das ist unfair gegenüber den Menschen, die eine qualitativ hochstehende Pflege benötigen, aber auch gegenüber den Menschen, die man in diese Ausbildung locken will. Es ist zynisch, pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen oder die Eltern kranker Kindern zu verunsichern und für das politische Eigeninteresse zu missbrauchen. Es bewirkt genau das Gegenteil vom gerne wiederholten Mantra ‚Ansehen und Attraktivität der Pflegeberufe verbessern‘.

Der DBfK fordert den Bundestag, die Länderregierungen und die Bundesregierung auf, sich für eine qualitativ hochstehende und zukunftsfeste Pflegeausbildung einzusetzen. Die generalistische Ausbildung ist der Weg dahin!

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 890509
 179

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Ausbildungsreform Pflege nicht blockieren lassen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, Bundesverband e.V.

Bild: Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine PrämieBild: Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine Prämie
Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine Prämie
Seit Wochen war sie im Gespräch, nun haben Bundestag und Bundesrat für beruflich Pflegende eine steuerfreie Belohnung ihrer harten Arbeit unter Corona-Bedingungen beschlossen. „Die jetzt nach längerem und streckenweise unwürdigem Geschacher um ihre Finanzierung bewilligte Prämie ist leider ein Dankeschön mit fadem Beigeschmack“, erklärt Prof. Christel Bienstein, die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Über Wochen konnten die Pflegenden erleben, dass die Prämie zwar vollmundig versprochen, dann aber ein Streit da…
Bild: DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der PflegeBild: DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der Pflege
DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der Pflege
Beruflich Pflegende sind „systemrelevant“ – darüber sind sich Politik und Gesellschaft seit Beginn der Covid-19-Pandemie offenbar einig. Der anfängliche Applaus im Bundestag und auf den Balkonen verklingt jedoch, der angekündigte Pandemie-Bonus wird längst nicht alle professionell Pflegenden erreichen. Von vielen Politikern in Bund und Ländern ist in diesen Wochen der Krise eine Neubewertung des Stellenwerts der Pflegeberufe und die Neujustierung des Gesundheitssystems in Aussicht gestellt worden. Allerdings steht zu befürchten, dass diese Ve…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Bundestag überfordert mit Pflegeberufsgesetz? DBfK fordert endlich eine EntscheidungBild: Bundestag überfordert mit Pflegeberufsgesetz? DBfK fordert endlich eine Entscheidung
Bundestag überfordert mit Pflegeberufsgesetz? DBfK fordert endlich eine Entscheidung
… scheinbar nur noch um taktische Überlegungen geht. Dabei stehen laut Regierungsprogramm sowohl Bundesregierung als auch SPD und Union im Bundestag im Wort für eine Ausbildungsreform. In der Zwischenzeit nimmt das Ansehen des Berufes täglich weiter Schaden und werden die Pflegefachpersonen buchstäblich aus dem Beruf vertrieben. Denn die Arbeitsbedingungen …
Bild: Wie ernst meint es der Bundestag mit der Sicherung der Pflege?Bild: Wie ernst meint es der Bundestag mit der Sicherung der Pflege?
Wie ernst meint es der Bundestag mit der Sicherung der Pflege?
… Krokodilstränen von Arbeitgebern und Politikern darüber lösen wahrhaftig keines der Probleme“, macht die DBfK-Präsidentin deutlich. Der DBfK appelliert an die Abgeordneten des Bundestages, diese Fehler der Vergangenheit bei der Ausbildungsreform nicht zu wiederholen: Setzen Sie sich dafür ein, dass das Pflegeberufereformgesetz wie vorgelegt verabschiedet wird!
Bild: ReinigungstechnikerIn – Der Lehrberuf als Sprungbrett in die FührungsetageBild: ReinigungstechnikerIn – Der Lehrberuf als Sprungbrett in die Führungsetage
ReinigungstechnikerIn – Der Lehrberuf als Sprungbrett in die Führungsetage
… Ausbildungsmöglichkeit sehr gut an und erhöht die zukünftigen Chancen am Arbeitsmarkt erheblich. Der Fachverband reformierte den Lehrberuf Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger. Diese Ausbildungsreform brachte eine Umbenennung zum ReinigungstechnikerIn und die Lehrlingsausbildung wurde neu gestaltet. Die Ausbildungszeit wurde von 2,5 auf 3 Jahre erhöht und …
Pflegeverbände in Bayern pochen auf Ausbildungsreform
Pflegeverbände in Bayern pochen auf Ausbildungsreform
… in anderen Ländern nicht automatisch anerkannt wird. Aufgrund der Probleme in der pflegerischen Versorgung hierzulande empfiehlt sich ebenfalls eine Ausbildungsreform. „Bundesregierung soll umgehend entsprechendes Pflegeberufegesetz schaffen“ Auch die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag die generalistische Ausbildung zum Ziel gesetzt, um damit …
Bild: Ausbildungsreform: nun doch!Bild: Ausbildungsreform: nun doch!
Ausbildungsreform: nun doch!
… geht zu Lasten der zu pflegenden Menschen. Nach langem Aussitzen und zähen Verhandlungen haben sich die Fraktionen der Regierungsparteien kürzlich doch noch auf einen Kompromiss zur Ausbildungsreform in der Pflege geeinigt. An den Details zur Umsetzung des Kompromisses wird derzeit im Bundestag gefeilt, voraussichtlich im Mai wird das Parlament über das …
Bild: Generalistische Pflegeausbildung - die Chance für die AltenpflegeBild: Generalistische Pflegeausbildung - die Chance für die Altenpflege
Generalistische Pflegeausbildung - die Chance für die Altenpflege
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßt den heute vorgelegten Kabinettsentwurf zum Pflegeberufsgesetz ausdrücklich. Durch die Ausbildungsreform wird statt der bisherigen drei unterschiedlichen Pflegeausbildungen ein neuer, generalistisch ausgerichteter Pflegeberuf geschaffen. „Mit diesem Reformschritt ist nun endlich eine Richtung …
Bild: Pflegefachpersonen bald auf der Roten Liste - Versäumnisse der Vergangenheit rächen sichBild: Pflegefachpersonen bald auf der Roten Liste - Versäumnisse der Vergangenheit rächen sich
Pflegefachpersonen bald auf der Roten Liste - Versäumnisse der Vergangenheit rächen sich
… 100 Stellen und 140 Tage Vakanzzeit. „Arbeitgeber und Politik ernten nun, was sie gesät haben. Jahrelang ist die Pflegepersonalausstattung grob vernachlässigt, die überfällige Ausbildungsreform unnötig verschleppt worden und falsche, rein ökonomische Prioritäten haben den Beruf ausbluten lassen. „Zu wenig“ und „zu spät“ ist nun die ernüchternde Analyse, …
Bild: Autopark Hackerott begrüßt acht neue Auszubildende
Autopark Hackerott begrüßt acht neue Auszubildende
… wenige freie Plätze für die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und zum/zur Kfz-Mechatroniker/in. Diese noch relativ junge Berufsbezeichnung ist im Zuge der Ausbildungsreform durch Zusammenlegung der Berufe des Kfz-Mechanikers und dem des Kfz-Elektronikers entstanden. Voraussetzung für die 3 ½-jährige duale Ausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss; …
Bild: Wer ausbildet, trägt Verantwortung!Bild: Wer ausbildet, trägt Verantwortung!
Wer ausbildet, trägt Verantwortung!
… sich zurückgezogen. Der Pflegeberuf hat viel von seiner Attraktivität eingebüßt durch Arbeitsbedingungen, die zu lange von den Verantwortlichen toleriert worden sind. Die Ausbildungsreform der Pflege ab 2020 mit einer breit angelegten generalistischen Pflegeausbildung bedeutet eine große Chance, diesen Beruf wieder konkurrenzfähig zu machen und Berufseinsteigern …
Bild: Die DPV fordert bei der Reform der Psychotherapeutenausbildung Qualität vor Eile!
Die DPV fordert bei der Reform der Psychotherapeutenausbildung Qualität vor Eile!
… psychotherapeutische Versorgung aus- und weiterbildender Fachverband von ärztlichen und psychologischen Psychoanalytikern und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeuten: Bei der Ausbildungsreform geht Qualität vor Eile! Das bedeutet eine grundlegende Überarbeitung des Arbeitsentwurfs hinsichtlich folgender Punkte: • Erhalt der Verfahrensbindung in …
Sie lesen gerade: Ausbildungsreform Pflege nicht blockieren lassen