openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Erbschaftsteuer: Junge Unternehmer sind schlecht informiert – aber optimistisch

21.12.201513:47 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Erbschaftsteuer: Junge Unternehmer sind schlecht informiert – aber optimistisch
Erstrebenswert als Familienunternehmen zu gelten?
Erstrebenswert als Familienunternehmen zu gelten?

(openPR) RSM-Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen

Familienunternehmer zu sein ist besonders für junge Geschäftsführer und Firmeninhaber attraktiv. Der aktuelle Gesetzentwurf zur Erbschaft- und Schenkungsteuer setzt jedoch Kriterien für Familienunternehmen voraus, die nur in wenigen Gesellschaftsverträgen enthalten sind. Grund dafür: Vor allem junge Unternehmer kennen die neuen Regelungen nur unzureichend.



„Die Studie zeigt, dass viele befragte Unternehmer wenig über den aktuellen Gesetzentwurf informiert sind. Zudem hat jeder zweite Unternehmer über 40 Jahre noch keine Nachfolgeplanung“, sagt Dr. Niels Worgulla, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht bei RSM in Deutschland. „Die Kombination sich nicht informiert und nicht gekümmert zu haben, führt zu Risiken in der Unternehmensnachfolge.“
Ein Jahr nach dem Verfassungsgerichtsurteil zur Erbschaft- und Schenkungsteuer hat RSM im Dezember erneut eine Studie durchgeführt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft fragte deutschlandweit mehr als 200 Geschäftsführer und Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen mit zehn bis 500 Mitarbeitern nach ihrer Einschätzung zum aktuellen Gesetzentwurf. Um dabei sowohl die Perspektive der Erben als auch die der Erblasser betrachten zu können, war die Hälfte der befragten Unternehmer unter 40 Jahre, die andere Hälfte über 40 Jahre alt. Das Ergebnis: Besonders die jüngeren Befragten sind schlecht informiert, aber optimistisch.

Mehr als 70 Prozent der Befragten sehen ihr Unternehmen als Familienunternehmen, definieren diesen Begriff aber ganz unterschiedlich: Zwei Drittel nennen die familiären Besitzverhältnisse, ein Viertel Werte wie Verantwortung oder Zusammenhalt. „Ein Familienunternehmen ist ein Unternehmen, das inhabergeführt ist und rein im Interesse des Betriebes und der Mitarbeiter tätig ist“, sagt ein Befragter. Ein weiterer Teil der Befragten definiert den Begriff über das Selbstverständnis des Unternehmers, der sich „mit Herzblut und jeder Faser seines Herzens“ seinem Unternehmen hingibt.

Der aktuelle Gesetzentwurf sieht drei Kriterien vor, um als Familienunternehmen eingestuft zu werden. Diese müssen zehn Jahre vor und 30 Jahre nach der Erbschaft per Gesellschaftsvertrag geregelt sein. Sie beinhalten die nahezu vollständige Beschränkung von Gewinnentnahmen, die ausschließliche Beteiligung naher Angehörige an der Gesellschaft sowie eine Abfindung unter dem Verkehrswert der Beteiligung, sollte ein Gesellschafter aus der Gesellschaft ausscheiden. Nach dieser gesetzlichen Definition sind nur sieben Prozent der Befragten tatsächlich Geschäftsführer oder Inhaber eines Familienunternehmens. Trotz der eingrenzenden Kriterien halten es aber mehr als zwei Drittel der befragten jüngeren Unternehmer für erstrebenswert, als Familienunternehmen angesehen zu werden. Bei den befragten älteren Unternehmern ist es nur knapp jeder Zweite.

Der Gesetzgeber plant eine steuerliche Begünstigung von vererbtem Betriebsvermögen bis zu einem Betrag von 26 Millionen Euro pro Erben. Im Mittel halten die Befragten eine Begünstigung bis zu einem Betrag von rund 30 Millionen Euro für angemessen. Familienunternehmer sollen vom Gesetzgeber bei der Erbschaft oder Schenkung von Betriebsvermögen weiterhin bevorzugt werden, indem der diskutierte Schwellenwert auf 52 Millionen Euro erhöht wird. Auch hier ist bei der Einschätzung ein Generationsunterschied erkennbar: Gut zwei Drittel der jüngeren Befragten sehen die Bevorteilung als sinnvoll an, bei den befragten älteren Unternehmern ist es nicht einmal die Hälfte.

Dass die befragten Unternehmer unzureichend über die Erbschaft- und Schenkungsteuer informiert sind, zeigt sich auch beim Begriff der Lohnsumme: Nicht einmal jeder fünfte Befragte weiß im Detail, was damit gemeint ist. Für die einzeln zu erreichenden Lohnsummen sind die Mitarbeiterzahl und die beantragte Höhe der Steuerverschonung relevant. Ein Unternehmensnachfolger muss seine Lohnsummen mehr als sieben Jahre konstant halten, um eine volle Befreiung von der Erbschaftsteuer zu erreichen. Nachdem der Begriff in der Umfrage erklärt wurde, erachteten 70 Prozent der befragten jüngeren Unternehmer die Lohnsumme als angemessenen Faktor bei der Befreiung von der Erbschaft- und Schenkungsteuer, obwohl jeder Vierte in der Lohnsummenprüfung für sein Unternehmen ein Problem sieht. Auch hier zeigt sich wieder ein Generationsunterschied: Bei den älteren Befragten sieht nur jeder Sechste die Lohnsummenprüfung als Problem.

Wenn es um die Frage nach der Verfassungsmäßigkeit des aktuellen Entwurfs für das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz geht, sind die befragten jüngeren Unternehmer optimistisch. 61 Prozent sind zuversichtlich, dass der aktuelle Gesetzentwurf verfassungsgemäß ist. Das Bundesverfassungsgericht hat das Gesetz bereits dreimal für verfassungswidrig erklärt. Das spiegelt sich vor allem in der Aussage der befragten älteren Unternehmer wider: Hier sind es nur 30 Prozent, die im vierten Anlauf von einem verfassungsgemäßen Gesetz ausgehen.

Das Marktforschungsinstitut Weiße Q Consulting hat die Studie durchgeführt.

Bildmaterial und weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.rsmgermany.de/presse?
Ergänzendes Bild- und Grafikmaterial ist kostenfrei zur redaktionellen Verwendung. Bitte nehmen Sie den Bildnachweis „RSM” auf.

Informationen über unsere Vorjahresstudie zur Erbschaft- und Schenkungsteuer erhalten Sie unter: http://www.rsmgermany.de/news-und-presse-artikelansicht/nach-verfassungsgerichtsurteil-familienunternehmen-befuerchten-hoehere-steuerlast.html

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 884698
 150

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Erbschaftsteuer: Junge Unternehmer sind schlecht informiert – aber optimistisch“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von RSM Deutschland GmbH

Bild: Deutsche Unternehmer zieht es im Ruhestand ins AuslandBild: Deutsche Unternehmer zieht es im Ruhestand ins Ausland
Deutsche Unternehmer zieht es im Ruhestand ins Ausland
RSM veröffentlicht Studie zur Ruhestandsplanung von Unternehmern Sommerzeit ist Urlaubszeit. Die Ferien im Ausland zu verbringen, bedeutet für viele Privatpersonen Entspannung. Für Menschen im Ruhestand könnte sich dieses Urlaubsgefühl zu einer Dauerlösung entwickeln. Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft RSM zeigt, dass sich jeder dritte deutsche Unternehmer vorstellen kann, einen überwiegenden Teil seines Ruhestands im Ausland zu verbringen. „Das Ergebnis überrascht mich. Ich hätte mit einem niedrig…
Bild: BEPS sorgt bei Mittelständlern für UnsicherheitBild: BEPS sorgt bei Mittelständlern für Unsicherheit
BEPS sorgt bei Mittelständlern für Unsicherheit
Weltweite RSM-Studie: Unternehmen sind sich uneinig, wer die eventuell eintretende zusätzliche Steuerlast tragen muss. Der OECD-Aktionsplan gegen Gewinnkürzung und Gewinnverlagerung (englisch: Base Erosion and Profit Shifting – kurz BEPS) trifft alle Unternehmen gleichermaßen, so das Ergebnis einer Studie von RSM. Besonders mittelständische Unternehmen gehen davon aus, dass sie aufgrund der neuen Regelungen ihre Betriebsstruktur ändern müssen. Trotz der Mehrkosten unterstützt der Großteil der Unternehmen die Einführung eines internationalen …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Initiative Junge Wirtschaft will GenerationengipfelBild: Initiative Junge Wirtschaft will Generationengipfel
Initiative Junge Wirtschaft will Generationengipfel
… Einführung von Kapitaldeckungselementen. Der Gesundheitsfonds ist der falsche Weg, stattdessen sind mehr Elemente der privaten Vorsorge unverzichtbar. ? die Abschaffung der Erbschaftsteuer, weil die Reformvorschläge nicht die versprochene Entlastung, sondern mehr Steuern und vor allem mehr Bürokratie bedeuten. Wir unterstützen den fraktionsübergreifenden …
Politik trifft Wirtschaft - Junge Unternehmer als Praktikanten im Bundestag
Politik trifft Wirtschaft - Junge Unternehmer als Praktikanten im Bundestag
Erbschaftsteuer und Generationengerechtigkeit zentrale Themen - Abschlussveranstaltung an der Berliner Rütli-Schule Berlin, 29. April 2008. Rund 150 junge Unternehmer und Führungskräfte sind in der kommenden Woche zu Gast im Deutschen Bundestag: Zum 14. Mal findet dann der Know-how-Transfer statt, der das Ziel hat, einen direkten Kontakt zwischen Politikern …
UnternehmerAbend_Netzwerk- Rhein-Neckar_05.06.2014 (18-20 Uhr) in Ladenburg/Bergstrasse
UnternehmerAbend_Netzwerk- Rhein-Neckar_05.06.2014 (18-20 Uhr) in Ladenburg/Bergstrasse
… Werbung/kostenlos" Themen: 1. Vermögensnachfolge Unternehmer/-in_ Leitfaden und Orientierung für Vermögensaufbau und Vermögenstransfer 2. Aktuelles zur Erbschaftsteuer und Unternehmensnachfolge_ mögliche Änderungen im Erbschaftsteuerrecht Herbst 2014-Handlungsempfehlungen und Gestaltungsmöglichkeiten zur Steueroptimierung anhand von Beispielen 3. …
Bild: Erbschaftsteuer: Unternehmer sollten jetzt handelnBild: Erbschaftsteuer: Unternehmer sollten jetzt handeln
Erbschaftsteuer: Unternehmer sollten jetzt handeln
… ihre Firma mittelfristig an einen Nachfolger übergeben oder vererben wollen, sollten darüber nachdenken, die Unternehmensübertragung vorzuziehen“, empfiehlt Steuerberater und Erbschaftsteuerexperte Matthias Winkler von der Regensburger Steuerkanzlei WW+KN vor allem den mittelständischen Betrieben. „Obwohl die Bundesregierung einige Punkte des ursprünglichen …
Wirtschaftsjunioren Deutschland e.V. - Erbschaftsteuer abschaffen - Befreiungsschlag wagen
Wirtschaftsjunioren Deutschland e.V. - Erbschaftsteuer abschaffen - Befreiungsschlag wagen
… in keinem Verhältnis zum Ertrag Berlin, 04. März 2008. Anlässlich der morgigen Anhörung im Bundestag fordern die Wirtschaftsjunioren Deutschland die Abschaffung der Erbschaftsteuer. "Der aktuell vorliegende Entwurf zur Neuregelung der Erbschaft- und Schenkungsteuer ist eine Zumutung für jeden Unternehmer", sagt die Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren …
Mario Ohoven - Erbschaftsteuerreform bedroht Arbeitsplätze
Mario Ohoven - Erbschaftsteuerreform bedroht Arbeitsplätze
Schwere Hypothek für Unternehmensnachfolge im Mittelstand Berlin, 8. Dezember 2008 – „Die Erbschaftsteuerreform in ihrer jetzigen Form ist eine schwere Hypothek für die Unternehmensnachfolge im Mittelstand. Ohne Nachbesserungen an zentralen Punkten droht der Verlust tausender Arbeitsplätze", warnte der Präsident des Bundesverbandes mittelständische …
Unternehmen lehnen Erbschaftsteuerreform ab
Unternehmen lehnen Erbschaftsteuerreform ab
Mit der geplanten Erbschaftsteuerreform befasste sich der Steuerausschuss der IHK für Oberfranken Bayreuth in seiner letzten Sitzung. Auf Wunsch der IHK-Mitgliedsunternehmen nahm auch der höchste Repräsentant der CSU in Oberfranken an der Veranstaltung teil. CSU-Bezirksvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Freiherr Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg kommentierte …
Wirtschaftsjunioren Deutschland - Erbschaftsteuer endlich abschaffen
Wirtschaftsjunioren Deutschland - Erbschaftsteuer endlich abschaffen
Wirtschaftsjunioren: Gutachten zeigt Unfähigkeit der Politik Berlin, 25. September 2008. Die Wirtschaftsjunioren Deutschland fordern die Abschaffung der Erbschaftsteuer. "Das vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag in Auftrag gegebene Gutachten zeigt erneut, dass die Politik nicht in der Lage ist, eine Reform auf den Weg zu bringen, die verfassungsgemäß …
Initiative Junge Wirtschaft will Generationengipfel
Initiative Junge Wirtschaft will Generationengipfel
… Initiative, die gemeinsam rund 18.000 junge Unternehmer und Führungskräfte vertritt, heute in Berlin vorgestellt. "Die außerplanmäßige Rentenerhöhung und die Diskussion um die Erbschaftsteuer haben das Fass zum Überlaufen gebracht", begründet Anja Kapfer das gemeinsame Vorgehen. "Wir haben immer mehr Fehlentwicklungen, die zu Lasten unserer Generation …
Bild: Junge Liberale Bayern fordern Abschaffung der ErbschaftsteuerBild: Junge Liberale Bayern fordern Abschaffung der Erbschaftsteuer
Junge Liberale Bayern fordern Abschaffung der Erbschaftsteuer
… Liberalen (JuLis) Bayern haben auf ihrem 66. Landeskongress am 2. und 3. Juni 2007 in München den Antrag zur Abschaffung der Erbschaftsteuer nach einer intensiv geführten Generaldebatte verabschiedet. Sozialer Grundgedanke hinter der Erbschaftsteuer war ursprünglich die Herstellung einer höheren Chancengleichheit. Ein Chancenvorteil durch zufällige …
Sie lesen gerade: Erbschaftsteuer: Junge Unternehmer sind schlecht informiert – aber optimistisch