openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Arbeitsmigration und das Elend der an Sonderinteressen orientierten Politik

27.08.201509:09 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Arbeitsmigration und das Elend der an Sonderinteressen orientierten Politik
Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer, eBook, 9,95 Eur
Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer, eBook, 9,95 Eur

(openPR) Die Arbeitgeberlobby fordert bessere Chancen für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt. Das ist vernünftig, solange es um Arbeitsplätze geht, die infolge Arbeitskräftemangels derzeit nicht besetzt werden können. Die Beschäftigung von Zuwanderern wäre sowohl volkswirtschaftlich wie auch sozial nützlich und begrüßenswert.



Unvernünftig wäre eine solche Forderung allerdings, wenn mit Hilfe von Flüchtlingen und Arbeitsmigranten das Lohnniveau gedrückt werden sollte und zusätzliche prekäre Arbeitsverhältnisse – möglicherweise sogar zu Lasten der bisher Beschäftigten – geschaffen würden. Daß dies ein Hintergedanke der Lobbyisten sein könnte, läßt die gleichzeitig geäußerte Forderung vermuten, den Vorrang von deutschen Arbeitskräften bei der Besetzung von Arbeitsplätzen abzuschaffen.

Die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften ist sicherlich eine große Chance für Deutschland. Sie sollte aber nicht zur Befriedigung von Sonderinteressen mißbraucht werden. Menschen sind Zweck des Wirtschaftens, sie dürfen nicht immer wieder zu dessen Mitteln erniedrigt werden. Unsere Gesellschaft profitiert ebenso wie qualifizierte Zuwanderer in Mangelberufe, wenn diese so schnell wie möglich instand gesetzt werden, ihren Lebensunterhalt durch gute Bezahlung ihrer Arbeitsleistung selbst zu verdienen.

Wir dürfen aber die heimischen Arbeitslosen nicht vergessen. Warum sind sie arbeitslos? Warum werden sie nicht eingestellt, obwohl viele von ihnen gebraucht werden? Zu alt, zu wenig oder unpassend qualifiziert? Das wären alles Mängel, die sich mit Weiterbildung und gutem Willen beseitigen ließen. Aber der Hauptgrund für die hartnäckige Dauerarbeitslosigkeit von – mit unter anderen Titeln „versteckten“ – rund vier Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ist, daß sie einfach nicht gebraucht werden. Die übrigen Beschäftigten arbeiten dafür mehr und viele ruinieren dabei ihre Gesundheit. Auch finden die Arbeitgeber massenhaft billigere Arbeitskräfte im Ausland und verlagern deshalb die Produktion dorthin.

Deutschland kann schon deshalb keine unbegrenzte Zuwanderung verkraften, vor allem nicht die von beruflich nicht Qualifizierten aus vollkommen fremden Kulturen, weil es für viele dieser Menschen gar keine Beschäftigung gäbe – außer natürlich in sklavereiähnlichen Arbeitsverhältnissen. Die weitere Vermehrung solcher Arbeitsverhältnisse würde sich aber bald als sozialer Sprengstoff erweisen und muß deshalb unbedingt unterbleiben.

Viele derer, die jetzt aus politischen und wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen, können unsere Gesellschaft aber durchaus kulturell und ökonomisch bereichern. Diese Chance muß allerdings viel systematischer als bisher genutzt werden. Insofern ist der Arbeitgeberlobby zuzustimmen, wenn sie eine Reform des Zuwanderungsrechts fordert, die auch eine zielgenauere Anwerbung von – vor allem in Mangelberufen – qualifizierten Menschen ermöglicht. Dabei sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, daß technologischer Fortschritt, Automatisierung und Vernetzung von Produktions- und Verteilsystemen längerfristig auch vielen gut Qualifizierten den Arbeitsplatz kosten wird. Man muß deshalb weiter denken als nur auf Sicht von fünf oder zehn Jahren.

Erziehung und Ausbildung müssen nach all den „Reformen“ der Vergangenheit endlich verbessert werden. Kitas und Vorschulen als obligatorischer Teil des Bildungssystems sind überfällig. Das kontraproduktive Betreuungsgeld gehört überall abgeschafft. Das käme der gesellschaftlichen Integration wie auch der Entwicklung von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern zugute. Daß eine große Zahl von Schulabgängern für die Berufsausbildung schlecht oder gar nicht geeignet ist, ist dem Versagen des gegenwärtigen Bildungssystems geschuldet. Auf der anderen Seite werden viele überflüssige Pseudo-Akademiker erzeugt, die niemand wirklich braucht.

Daß die Renten in immer mehr Fällen nicht ausreichen, um ohne Sozialtransfers über die Runden zu kommen, ist eine Schande für unsere Gesellschaft. Eine Mindestrente, die ein Leben – nicht nur Vegetieren – ohne Betteln um Sozialhilfe ermöglicht, wäre das Mindeste, was die an Millionären und Multimillionären so reiche deutsche Gesellschaft ihren benachteiligten Mitgliedern schuldig ist. Besser noch wäre ein Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer, wie es in einer vor einigen Jahren erschienenen, mit Zahlen unterlegten Studie vorgeschlagen wurde.

Wenn das Schleifen des Sozialstaates von der polit-ökonomischen Klasse weiterhin betrieben wird, werden erhebliche soziale Verwerfungen auch unangenehme politische Folgen haben. Die Galle vieler Menschen, die aus Gründen der Profitsteigerung an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden oder befürchten, künftig dieses Schicksal zu erleiden, ist prallvoll. Sie könnte platzen und sich dann nicht mehr nur über Unschuldige ergießen, wie es bisher übler- und üblicherweise geschieht.

Reine Wirtschaftsflüchtlinge ohne berufliche Perspektiven, die nur das ohnehin wachsende Heer der Armen vergrößern, wären nicht nur eine große finanzielle Belastung (wieviel Geld sie kosten werden, weiß derzeit noch niemand), sondern auch eine große Gefahr für den sozialen Frieden. Die sozialen und politischen Probleme anderer Länder können wir sowieso nicht in Deutschland lösen. Das muß dort geschehen, wo sie auftreten. Da muß man sich, um der Lage Herr zu werden, vor Ort einmischen, ob man will oder nicht.

Ob die Politiker eines Tages die sprichwörtliche Kurve kriegen werden und von Lobbyisten zu strikt am Gemeinwohl orientierten echten Volksvertretern werden? Es sieht nicht danach aus. Aber es wird das politische Schicksal unseres Staates und unserer Gesellschaft entscheiden.

Die erwähnte Studie trägt übrigens den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook [PDF] oder ISBN 978-3-943788-32-7, eBook [ePub]). Sie ist für 9,95 Euro beim Verlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) und in allen guten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.

READ Pressestelle

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 867715
 84

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Arbeitsmigration und das Elend der an Sonderinteressen orientierten Politik“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von READ - Rüdenauer Edition Autor Digital

Bild: Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führenBild: Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führen
Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führen
Führungskräfte verbringen nicht selten mehr als 3 Tage der Woche in Besprechungen; der Zeitaufwand dafür steigt erfahrungsgemäß mit ihrer hierarchischen Position. Es liegt deshalb nahe, alles daran zu setzen, Besprechungen und Konferenzen so produktiv wie möglich zu gestalten. Die wichtigste Frage, die vor der Einberufung einer jeden Besprechung oder Konferenz beantwortet werden muß lautet: Ist ein Gruppengespräch unter den gegebenen Bedingungen notwendig oder wenigstens zweckmäßig? Kann das vorliegende Thema bzw. die vorliegende Aufgabe in …
Bild: Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen GeldwirtschaftBild: Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen Geldwirtschaft
Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen Geldwirtschaft
Die Börsenkurse spiegeln derzeit nicht annähernd die realwirtschaftliche Situation der Unternehmen wider, sondern die Wirkung der von der EZB erzeugten Schwemme kostenlosen Geldes. Dessen Empfänger suchen verzweifelt nach möglichst lukrativen Verwendungsmöglichkeiten für den kostenlosen Geldsegen. Diejenigen, die Zugang zu Zentralbankgeld zum derzeitigen Minustarif haben, „leiden“ besonders an diesem Anlagenotstand. Leider rechtfertigt die realwirtschaftliche Lage weltweit schon lange nicht mehr die derzeitigen Aktienkurse und die Hoffnung a…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Olympische Spiele und allgemeines WohlBild: Olympische Spiele und allgemeines Wohl
Olympische Spiele und allgemeines Wohl
… dürfen, legen rund die Hälfte der Hamburger und Berliner keinen Wert darauf, den Sportzirkus in ihr Bundesland zu holen. Da muß die Politik den politiknahen Sonderinteressen noch kräftig nachhelfen, wenn diesen gegen das Allgemeinwohl zur Durchsetzung verholfen werden soll. In Hamburg läuft die Propagandamaschine bereits an. Sportzirkus, etwas anderes sind …
Bild: Prof. Querulix redet Tacheles – jetzt auch in ePubBild: Prof. Querulix redet Tacheles – jetzt auch in ePub
Prof. Querulix redet Tacheles – jetzt auch in ePub
… darauf hat der Wähler keinen Einfluß. Enttäuschungen sind programmiert. Tatsächlich sind die die realen Demokratien heute weitgehend zu Lobbydemokraturen degeneriert, in denen regelmäßig die Sonderinteressen der Parteien und ihrer Klientele das politische Handeln bestimmen. Wer keine starke Lobby hat, ist der Dumme und wird unter Umständen regelrecht …
Prof. Querulix und die Sinnfrage
Prof. Querulix und die Sinnfrage
… gefährdet, weil fortwährend um die Geltung von Werten und Regeln gekämpft wird. Deshalb ist es unabdingbar, daß konsequent das allgemeine Wohl gegenüber Sonderinteressen durchgesetzt wird. Das gilt für die materiellen Sonderinteressen genauso wie für die ideellen. Die zögerliche und inkonsequente Haltung gegenüber Sonderinteressen liegt offensichtlich …
Bild: Wie lange noch?Bild: Wie lange noch?
Wie lange noch?
… hinein. Die zur Lobbydemokratur entartete Demokratie wird dabei allmählich zur Farce. Nicht das allgemeine Wohl ist Ziel und Handlungsmaßstab der sogenannten Volksvertreter, sondern die Sonderinteressen derer, mit denen die Politiker verbandelt sind und von deren Bedienung sie sich Vorteile versprechen. Nicht die Sorge um eine sichere und lebenswerte …
Bild: Vom Kaputtsparen und vom sinnvollen InvestierenBild: Vom Kaputtsparen und vom sinnvollen Investieren
Vom Kaputtsparen und vom sinnvollen Investieren
… Nach dem Grundgesetz sind die deutschen Parlamentarier nur ihrem Gewissen unterworfen. Deshalb bestimmt die Durchsetzungsfähigkeit der inner- und außerparlamentarischen Lobbyisten, welche Sonderinteressen von der Politik auf Kosten der Allgemeinheit bedient werden. Ein Primat des Allgemeinwohls gibt es nicht. Wenn Politiker für Sonderinteressen ihrer …
Bild: Gedanken über Politiker, Staatsmänner und die Zukunft der MenschheitBild: Gedanken über Politiker, Staatsmänner und die Zukunft der Menschheit
Gedanken über Politiker, Staatsmänner und die Zukunft der Menschheit
… Hindernis für staatsmännische Politik im Interesse der Völker. Es gibt ein weiteres Hindernis. Der Staatsmann, der für das Ganze denkt und handelt, läßt sich nicht von Sonderinteressen vereinnahmen. Er nimmt unbeirrt seine Verantwortung für das Ganze wahr. Alle Sonderinteressen ordnet er dem Allgemeinwohl unter. Das erfordert ein hohes Maß an Unabhängigkeit. …
Konferenz zur Gewinnung internationaler Fachkräfte an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am Donnerstag, 3. Juli 2025
Konferenz zur Gewinnung internationaler Fachkräfte an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am Donnerstag, 3. Juli 2025
… Wissenschaft wirken und durch ihr Netzwerk- und Transferpotenzial entscheidend zur Lösung beitragen“, sagt Professor Michael Sauer, der an der H-BRS zum Thema nachhaltige Arbeitsmigration forscht und bei der Tagung einen Impulsvortrag hält. Die Konferenz mit Vorträgen und Workshops richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Landesinitiativen, Landkreisen, …
Eine peinliche Diskussion
Eine peinliche Diskussion
… unserer faktischen Parteienoligarchie ohnehin in vielen Fällen eher Wunschdenken als Realität ist – so sollten sie doch dem allgemeinen Wohl verpflichtet sein und nicht etwa Sonderinteressen. Leider gibt es kein Qualitätsmanagement der Politik und damit auch keine transparenten Maßstäbe, an denen die Qualität politischer Maßnahmen – ihre Wirkung auf das …
Bild: Freihandel EU – USA – Wehret den Anfängen!Bild: Freihandel EU – USA – Wehret den Anfängen!
Freihandel EU – USA – Wehret den Anfängen!
… ist so lange gut, so lange er dem allgemeinen Wohl der Völker dient und es fördert. Er ist ein Übel, wenn er in erster Linie die Sonderinteressen finanzstarker Lobbys bedient, und noch mehr, wenn er dem allgemeinen Wohl entgegenwirkt. Letzteres ist leider zu befürchten. Mit dem geplanten Freihandelsabkommen droht eine weltweite Stärkung und Befestigung …
Bild: Internationale Konferenz: Mobilität und Inklusion - Arbeitsmigration von Hochqualifizierten in EuropaBild: Internationale Konferenz: Mobilität und Inklusion - Arbeitsmigration von Hochqualifizierten in Europa
Internationale Konferenz: Mobilität und Inklusion - Arbeitsmigration von Hochqualifizierten in Europa
Die Notwendigkeit eines umfassenden Dialogs über die Regelung und Steuerung der Arbeitsmigration von Hochqualifizierten bleibt trotz der globalen Finanzkrise ein drängendes Problem. Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften werden auf dieser Konferenz konkrete Handlungsempfehlungen für die Europäische …
Sie lesen gerade: Arbeitsmigration und das Elend der an Sonderinteressen orientierten Politik