(openPR) Überall auf der Welt tobt der Krieg, im günstigsten Fall „nur“ politisch und (finanz-)wirtschaftlich, aber die sozialen und – das ist absehbar – auch politischen Folgen werden schon mittelfristig verheerend sein. Es wird höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Aber wer von den gegenwärtigen Politikern ist bereit dazu? Und wer ist dazu überhaupt fähig?
„Wenn auf abschüssiger Straße die Bremsen versagen“, lesen wir bei Prof. Querulix, „machen die ersten Haarnadelkurven vielleicht noch Spaß, die nächsten bereiten aber schon Angst und Schrecken, und schließlich ist der tödliche Sturz in den Abgrund gewiß.“
Mit diesem Satz ist die derzeitige europäische (aber auch die us-amerikanische und die japanische) Finanz- und Währungspolitik treffend beschrieben. Es ist ein Vabanquespiel. Die wenigen Gewinner und die vielen Millionen Verlierer stehen schon fest. Letztere träumen aber noch vor sich hin, während erstere die Politiker offensichtlich fest im Griff haben. Das zu ändern und die Finanzwirtschaft konsequent so zu regulieren, daß von Bankstereien und Zockereien keine Gefahr mehr ausgehen kann, daran denken die Politiker aber nicht – oder sie sind bereits so schwach, daß sie gegen die Macht der Finanzhaie nicht mehr ankommen.
Die Währungsunion steht auf der Kippe. Deutschlands Zukunft wird mangels ausreichender Finanzierung gefährdet, während reformunwillige Griechen ungeniert auf unsere Kosten leben. Die Griechen halten trotzig an Zusatzrenten und Frühverrentung fest, ebenso am Mehrwertsteuerprivileg für Energie, während in Deutschland die Politik die Energie durch Steuern kräftig verteuert hat und Altersarmut von den Christlich-sozialen wie auch den Agendapolitikern der Sozialdemokraten skrupellos in ihre Sparpläne eingeplant wurde. Was soll die Angstmacherei vor einem Grexit? 500 Milliarden Euro oder 500.000 Millionen sind durch das Festhalten an Griechenland als Mitglied des Euro-Verbundes bereits verbrannt. Für diese Summe Geldes könnte man fast allen Einwohnern Italiens einen „Smart“ schenken oder drei Millionen Deutschen eine Eigentumswohnung. Wird das Drama „Dreistigkeit trifft Dummheit“ aber weiter gespielt, wird noch mehr Geld vernichtet werden, das für echte Zukunftsinvestitionen besser investiert würde.
„Der Narr lacht, auch wenn es nichts zu lachen gibt“, lautet ein griechisches Sprichwort. Aber auch auf Großbritannien kann die Europäische Union verzichten, wenn die Engländer sich in der Gemeinschaft nicht wohlfühlen sollten. Diejenigen, die als Politiker und sonstige vom Steuerzahler unterhaltenen Zeitgenossen keinerlei persönliches Risiko tragen, sollten auch in diesem Fall ihr Angstgeschwätz einstellen und endlich ohne Wenn und Aber ihrer Verantwortung für das Allgemeinwohl nachkommen. Dann darf es keine Extrawürste mehr für den Inselstaat geben.
Wenn die Europäische Idee nicht irreparabel geschädigt werden soll, muß die Währungsunion bis auf weiteres auf eine Allianz der Gutwilligen beschränkt werden, auf den Zusammenschluß derjenigen, die bereit sind, auf solider finanz- und sozialpolitischer Grundlage das allmähliche Zusammenwachsen ihrer Völker und Staaten zu betreiben. Nordeuropa könnte dieses Werk zustande bringen. Die südeuropäischen Länder sollten erst einmal konsolidieren und könnten, wenn sie reif dafür sind, der nordeuropäischen Allianz beitreten. Der Euro ist in seiner gegenwärtigen Form gescheitert und wird die Europäische Union zerreißen, wenn so weitergewurstelt wird wie bisher. Griechenland ist nur die Spitze des Eisbergs.
Wenn die Masse der Menschen klüger und informierter wäre, könnte sie nicht über die weltweit besorgniserregenden Entwicklungen hinweggetäuscht werden, von denen sie in gar nicht mehr ferner Zukunft hammerhart betroffen sein wird. Sie sollten wissen, daß die polit-ökonomischen Cliquen ungeniert und ungehindert Kasse machen. Bankster und Großzocker mit Insiderwissen, das ja, wie wir erfahren mußten, sogar von der EZB geliefert wird, stopfen sich die Taschen voll. Andererseits wächst die Zahl prekärer Arbeits- und Lebensverhältnisse beängstigend. Nützliche Idioten in den Medien, die wohl nie aussterben, verkaufen die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse den staunenden Bürgerinnen und Bürgern dann auch noch als Erfolg. Geldsparer werden durch die EZB-Politik schleichend enteignet und die von auf Kosten der Steuerzahler selbst üppig versorgten Politikern vielgepriesene private Altersversorgung wird sukzessive vernichtet.
Wenn die Volksmassen erst einmal in nennenswertem Umfang erkennen, daß sie von ihren Alphas und deren nützlichen Idioten für dumm verkauft werden, ist es zu spät. Die Folge wird Radikalisierung sein, die uns schneller als wir denken können eine brisante politische Zukunft bescheren wird. Je mehr Menschen nichts mehr zu verlieren haben, desto ungemütlicher lebt man mit ihnen. Unsere Eltern und Großeltern haben das erfahren. Der Weimarer Staat ist an der Unfähigkeit von Politikern und Lobbyisten zugrunde gegangen, deren geistiger Horizont allzu sehr von eigenen Vorurteilen und Interessen begrenzt war.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert das fragwürdige Treiben des Menschentiers seit langem. In bisher vier Bänden sind die Notizen des Alltagsphilosophen, Essayisten, Satirikers und Aphoristikers in der eBook-Reihe „Tacheles“ gesammelt. Ein fünfter Band befindet sich in Vorbereitung. Die jeweils ca. 200 Seiten starken Bände sind ein Zeitdokument. Erhältlich sind sie für je 9,95 Euro beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital und in allen guten (Internet-)Buchhandlungen.
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