(openPR) Europaabgeordneter stellt „kinderfreie Zone“ der Düsseldorfer Strandbar in europäischen Zusammenhang: Sind Kinderverbote altersbedingte Diskriminierung? / Anfrage an EU-Kommission: Familienfeindlichkeit kostet Europas Wirtschaft Milliarden
BRÜSSEL/DÜSSELDORF. Im Streit um die „Kinderfreie Zone“ der Strandbar „Sonnendeck“ in Düsseldorf-Lörick gibt es nun auch eine Wortmeldung aus Brüssel – und den Link zur allgemeinen Diskussion: Sind kinderfreie Zonen überhaupt erlaubt – oder ist es schlicht eine, in der EU an sich verbotene „Diskriminierung aus Altersgründen“? Der Europaabgeordnete Arne Gericke (Familien-Partei) jedenfalls nennt das Verbotsschild in Lörick ein „diskriminierendes Unding“ – und es sei nicht der erste Fall, der ihm dahingehend begegne. Als Sozial- und Mittelstandsexperte der drittstärksten Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) macht er sich stark für einen „kinder- und familienfreundlichen Binnenmarkt“ – auch im Bereich Tourismus und Gastronomie.
Er selbst gehe im Europäischen Parlament aktuell gegen andere Fälle der „Diskriminierung aus Altersgründen“ vor und fordert von der EU-Kommission konkrete Maßnahmen gegen die Diskriminierung von Familien mit Kindern in Tourismus und Gastronomie: "Buchungssysteme, die nicht mehr als zwei Kinder kennen, Hotels, die sich als „kinderfrei“ bezeichnen oder keine Alleinerziehenden mit Kindern zulassen, Cafes, die stillende Mütter vor die Tür setzen oder Fluggesellschaften, die selbst bei Babys schon den vollen Preis kassieren – da fallen Familien mit mehreren Kindern schnell durchs Raster, sie werden diskriminiert!" Gericke hält das für inakzeptabel.
Immerhin gesteht die zuständige Kommissarin – nach einer offiziellen parlamentarischen Anfrage und Anschreiben – inzwischen ein: „Durch Familienfeindlichkeit entgehen Tourismus und Gastronomie in Europa jährlich Milliarden Euro an Einnahmen“. Im Fall der Düsseldorfer Strandbar wünscht sich Gericke - als Einzelabgeordneter "zuständig für den Wahlkreis Deutschland" - vor allem ein Einsehen der Betreiber: „Die Begründung der Sand werfenden Kinder klingt etwas fadenscheinig. Und die Bezeichnung „Ruhebereich“ zeigt, worum es offensichtlich geht: Eine Zone ohne spielende Kinder. Das ist schade, denn auch für Düsseldorf sind Kinder nichts anderes als Zukunftsmusik. Auch am Sommerabend, auch in der Strandbar.“ Gerade in einer stark wachsenden, kinderreichen Stadt wie Düsseldorf, so der Europaabgeordnete, „sollten solche Diskussionen eigentlich von vorgestern sein.“











