(openPR) Stuttgart, den 26.04.06: Am 27.04.06 ist wieder Girls-Day. Ein Zukunftstag – nur für Mädchen. Auch in diesem Jahr werden Jungen wieder weitgehend ausgegrenzt. Die Jungenprojekte einiger engagierter Mitbürgerinnen und Mitbürger bleiben Einzelaktionen, da die Bundesregierung unter Frau Merkel (CDU) eine gleiche Teilhabe von Jungen am Zukunftstag nicht will. So bleibt nach den Wechseln im Bundesbildungs- und im Bundesjugendministerium auch unter Frau Schavan (CDU) und Frau von der Leyen (CDU) Jungenausgrenzung integrativer Bestandteil deutscher Bildungs- und Jugendpolitik. Noch im Jahr 2004 hat die CDU mit einer kleinen Anfrage die jungenausgrenzende Bildungs- und Jugendpolitik der damaligen rot-grünen Regierung kritisiert. Jetzt setzt sie diese linear fort.
Dabei gäbe es genügend Gründe auch Jungen neue Zukunftsperspektiven zu geben. Jungen haben das schlechtere Bildungsniveau, die schlechtere Bildungsbeteiligung und männliche Jugendliche haben eine um über 40% höhere Arbeitslosenquote als weibliche. Trotzdem sehen sich Brandenburg und Niedersachsen, die einzigen Länder, in denen es landesweit eine gleiche Teilhabe von Jungen am Zukunftstag gibt, Angriffen von verschiedenen Organisationen, wie z.B. vom DGB ausgesetzt, die die Ausgrenzung der Jungen beibehalten wollen.
Jedes Jahr bekommen Jungen am letzten Donnerstag im April deutlich vor Augen geführt, dass uns ihre Zukunftsängste und Zukunftsperspektiven nicht oder nur nachrangig interessieren. Der Rückzug der Jungen aus einem Schulsystem und Gesellschaft, in der sie sanktioniert, diskriminiert und ausgegrenzt, in der sie gezielt zu Verlieren gemacht werden, ist aber kein defizitäres Verhalten, wie dies oft suggeriert wird, sondern ein völlig natürliches, gesundes Verhalten. Bei unserem Bestreben, Mädchen zu stärken, nehmen wir keinerlei Rücksicht mehr auf die Empfindlichkeiten und Gefühle von Jungen. Die gleichen Leute, die Jungen zu einfühlsamen, sensiblen Männern erziehen wollen, zeigen mangelndes Empathievermögen gegenüber den Empfindungen von Jungen.
Jungen haben im Gegensatz zu Mädchen keine Lobby analog der überall etablierten Frauenpolitik. Jungen sind deshalb auf Gedeih und Verderb auf das Wohlwollen der Politiker und Politikerinnen angewiesen. Aber gerade diese sind es, die Jungen aus jugend- und bildungspolitischen Maßnahmen ausgrenzen. Erfreuliche Ausnahmen bestätigen die traurige Regel. Wenig Hoffnung also für die Jungen, zumal sich die Politik in dieser Hinsicht erschreckend langsam bewegt.
Dabei würde ein wenig Empathie gegenüber Jungen schon helfen.
In den USA, dem Herkunftsland des Girls-Day, hat man diesen längst in einen Girls-& Boys-Day umgewandelt, weil man erkannt hat, dass Gleichberechtigung unglaubwürdig ist, wenn man Jungen ausgrenzt.









