(openPR) „Wenn es absurd ist, vom Geist der Zeit keine Notiz zu nehmen, so ist es noch verwerflicher, den Geist einer absurden Zeit zu billigen.“(Franz Grillparzer)
Das Ergebnis der Europawahl zeigt die Gespaltenheit der Europäischen Union, obwohl die meisten Bürgerinnen und Bürger aus stumpfer Gewohnheit wieder ihre Stammpartei gewählt haben. Selbst die unfähigsten Politiker müssen deshalb nicht um ihrer einträglichen Pfründen bangen. Aber gerade diese ebenso traurige wie zu erwartende Tatsache sorgt dafür, daß sich allmählich immer mehr latenter Unmut anstaut. In nächster Zukunft werden nämlich noch sehr viel mehr Menschen merken, daß sie die Dummen sind im Spiel der Saturierten und Selbstbediener um Macht und Beute.
Man lasse sich nicht täuschen: Weder die Banken- noch die Staatsschuldenkrise ist gelöst. Politiker und Notenbanken sind wohl mehr aus Verzweiflung denn aus Überzeugung kräftig dabei, marode Geschäftsbanken und überschuldete Staaten auf Kosten von Geldsparern und Besitzern von Kapitallebensversicherungen zu retten, indem sie die Zinsen weit unter die Inflationsrate drücken und zudem frisches Geld „drucken“ lassen, was das Zeug hält. Private Altersversorgungen, die auf Sparplänen oder Kapitallebensversicherungen aufgebaut wurden, werden dadurch sukzessive vernichtet. Mit den sowieso schon über jedes erträgliche Maß zusammengestrichenen Sozialversicherungsrenten kommen nicht nur die Millionen prekär Beschäftigten nicht mehr aus, um ein würdiges Leben zu führen. Immer mehr Sozialversicherte müssen sich darauf einstellen, von ihrer Rente nicht mehr leben zu können. Besserung ist nicht in Sicht und von den Politikern, die selbst fürstliche Pensionen zu erwarten haben, auch nicht geplant.
Auf der anderen Seite sehen wir maßlose Bereicherung, vor allem bei Vorständen und Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen, aber auch bei Politikern, die immer öfter zu üppig bezahlten Lobbyisten werden. Je reicher einer ist, desto geringer wir seine relative Steuerlast. Für Kapitaleinkünfte zahlt er nur 25%, Erbschaftssteuer fällt selbst bei sehr großen Vermögen oft gar nicht an – man muß sich nur auskennen oder von den Fachleuten für Steuervermeidung gut und teuer beraten lassen.
Das Gerede von der „zu niedrigen“ Inflation ist Augenwischerei. Wer den größten Teil seines Einkommens für Miete, Strom und Lebensmittel ausgeben muß, weiß daß seine Kosten stärker steigen als sein Einkommen. Für wen diese Ausgaben im Verhältnis zu seinem Einkommen nur eine untergeordnete Rolle spielen, steht natürlich besser da. Die der EZB-Politik geschuldete inflationäre Entwicklung der Aktien- und Anleihepreise sollte auch nicht vergessen werden.
Der Wohlstand der großen Bevölkerungsmehrheit wird von den gegenwärtig verantwortlichen Politikern regelrecht systematisch vernichtet. Da werden Milliarden für ein Rentengeschenk an ein spezielles Parteiklientel ausgegeben, während Millionen Rentner nur noch mit zusätzlicher Sozialhilfe überleben können. Die Energiewende wird mit unsinnigen Vorhaben ausgebremst, statt sie endlich energisch in Richtung erneuerbarer Energieträger und dezentral erzeugter Energie voranzutreiben. Geradezu ein Schildbürgerstreich ist Wirtschaftsminister Gabriels Plan, Steuern auf selbst erzeugte und selbst verbrauchte Energie zu erheben. So etwas kann nur Politikern einfallen, die entweder nicht klar denken können oder das vitale Interesse der Allgemeinheit an zukunftssichernder Politik bedenkenlos den Sonderinteressen ihrer Klientele und starker Lobbys opfern.
Für Bildung, Infrastruktur, sichere Energieversorgung, Altenpflege und auskömmliche Altersrenten, ja sogar für die Aufrechterhaltung der Öffentlichen Ordnung fehlt aber trotz solcher albernen Winkelzüge das Geld. In Hamburg weigert sich zum Beispiel der zuständige Staatsrat, fußgängerbehinderndes rechtswidriges Parken systematisch zu ahnden. Der „Parkdruck“ sei zu groß als das dies Priorität haben sollte. Was macht es schon, wenn Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer auf den Radweg oder die Straße ausweichen müssen, weil skrupellose Gewohnheitstäter sie mit ihren Autos behindern? Schließlich ist Deutschland ein Autoland und dafür müssen eben alle auch ein Opfer bringen!
Man faßt sich an den Kopf, was sich sogar politische Beamte, die immerhin im Gegensatz zu den gewählten Politikern verantwortliche Amtsträger sind, so ausdenken und für rechtens halten. Ob man die Staatsanwaltschaft wegen dieser vorsätzlichen Nichtanwendung von Schutzgesetzen genauso zum jagen tragen muß wie im Falle NSA?
„Der Mensch, das zur Absurdität gesteigerte Tier, ist nur noch damit beschäftigt, sich in einen Kokon absurder Verhältnisse einzuspinnen.“ (Prof. Querulix)
Aber nicht nur in Deutschland, weltweit scheinen die sogenannten Eliten der polit-ökonomischen Herrscherklasse durchzudrehen. Die USA sind kurz davor, sich in ein plutokratisches System zu verwandeln und wollen über ein Investitionsschutzabkommen erreichen, daß künftig US-Konzerne Staaten schadenersatzpflichtig machen können, wenn diese Umwelt- und Verbraucherschutzgesetze erlassen, die ihre Profite schmälern. Erfüllten verantwortungslose Politiker diesen dreisten Wunsch, bestimmten künftig nicht mehr gewählte europäische Parlamente, sondern profitgierige Manager, über die Reinheit von Luft und Wasser und die Zusatzstoffe, die in Lebensmitteln verarbeitet werden dürfen – um nur diese Beispiele zu nennen.
Die unter us-amerikanischer Führung außer Rand und Band geratene internationale Finanzmafia sollte uns eine Warnung sein. Den europäischen Politikern ist es bisher nicht ansatzweise gelungen, die von verantwortungslos zockenden, Zinsen und Kurse manipulierenden Bankstern ausgehenden Gefahren zu bannen. Die EZB simuliert mit ihren vermögensvernichtenden und wahnwitzige Spekulationen befeuernden Entscheidungen Handlungskompetenz, zerstört aber in Wirklichkeit nur das Geldwesen und befördert den Kollaps des Wirtschaftssystems.
Das Schuldenmachen und die Geldvermehrung gehen trotz der offiziell verkündeten Einschränkung der Anleiheaufkäufe durch die FED auch in den USA munter weiter. Gegenwärtig läuft mit offensichtlicher Rückendeckung der FED und der US-Regierung auch wieder eine Attacke gegen den Goldkurs, der unter den gegenwärtigen geoökonomischen und geopolitischen Umständen mindestens 1.000 Dollar höher sein sollte. Gold ist der „Drückerkolonne“ deshalb so ein Dorn im Auge, weil es – nicht manipuliert – den wahren Wert des US-Dollars widerspiegeln würde. Und der wäre im Einklang mit seiner sinkenden Bedeutung als Weltleit- und Reservewährung und infolge der schrankenlosen Geldvermehrung deutlich geringer als er dank der Bemühungen der Finanzmafia heute noch gehandelt wird. Der Kampf des us-amerikanischen Establishments gegen das Gold ist nicht neu, weil es die absolute Herrschaft der Bankster über das Geld verhindert.
Aber der Kampf ist eigentlich schon verloren. Gold hat nun einmal seinen inneren Wert, seit Jahrtausenden ist dieser bekannt und anerkannt. Nur verbrecherische Naturen haben ihn selten einmal, aber immer erfolglos angegriffen. Goldkurse können heute über Derivate – Papiergold – auf kriminelle Weise fast beliebig manipuliert werden, Goldpreise allerdings auf Dauer nicht. Denn Gold ist ein rares Gut. Es zu fördern und in handelbare Einheiten zu gießen ist sehr teuer.
Die Goldnachfrage ist anhaltend stark und wird gerade infolge der us-amerikanischen Manipulationen weiter wachsen. China, Russland und andere asiatische Länder kaufen Mengen wie nie zuvor. Die Zentralbanken der USA und Westeuropas haben dagegen sehr wahrscheinlich einen großen Teil ihrer Goldreserven an Bankster für Leerverkäufe verliehen. Das Gold der Bundesbank, das bei der New York Fed verwahrt wird, ist möglicherweise komplett in deren Hände gewandert. Falls der größte Teil der westlichen Zentralbankgoldreserven verzockt worden sein sollte, wird die hohe Nachfrage physischen Goldes sehr bald das Angebot erheblich übersteigen, wenn sie das nicht bereits tut. Dann werden die Kursmanipulationen über den Papiergoldmarkt nichts mehr dagegen ausrichten. Es könnte sogar dazu kommen, daß die größten Manipulateure in finanzielle Schieflage kommen und erneut vom Steuerzahler gerettet werden müssen.
Wird man die Schuldigen – Politiker wie Bankster und ihre Erfüllungsgehilfen - dann endlich hart bestrafen?
Ein steigender Goldpreis würde auch sofort viel spekulatives Geld von den Aktien- und Anleihemärkten abziehen. Dann müßten, um einen großen Crash zu verhindern, FED und EZB selbst als Käufer auftreten, um so die Blasen am Anleihen- und Aktienmarkt sowie bei Immobilien in guten Lagen so gut es geht stramm zu halten. Dennoch werden sie den Kampf gegen die dann vermutlich geradezu panischen Umschichtungen ins Gold verlieren. China und andere Länder – auch die Deutsche Bundesbank, die ihre Goldreserven offensichtlich verloren hat – könnten ihre in US-Dollar gehaltenen Devisenreserven zu Goldkäufen nutzen, um so ihren Wert zu retten. Die Aussicht auf ein solches Szenario ist verständlicherweise ein weiteres starkes Motiv der Protagonisten einer US-Dollar-Geldherrschaft über die Welt, um den Goldpreis möglichst lange und möglichst tief nach unten zu drücken. Damit schaffen sie aber auch äußerst günstige Kaufkurse, vor allem für China, dessen Währung goldgedeckt den US-Dollar als Weltleit- und Reservewährung ablösen könnte.
Wenn derzeit auch vor allem der weltweite Währungskrieg schicksalsbestimmende Auswirkungen für die Menschheit hat, so dürfen die klassischen Kämpfe des räuberischen Rudeltiers um Macht und Beute nicht unbeachtet bleiben. In der Ostukraine herrscht zum Beispiel inzwischen Anarchie. Niemand hat noch die Kontrolle über das Geschehen, weder die ukrainische Regierung, noch Rußland, noch die Oligarchen, denen das Land bisher faktisch gehörte, noch die diversen neu entstandenen politischen und kriminellen Gruppen und Grüppchen, und am allerwenigsten die europäischen Nachbarn oder die USA. Hilflosigkeit macht sich breit.
Die kriegerischen Verhältnisse in der Ukraine, bei denen es keineswegs um das Wohl der Bevölkerungsmehrheit, sondern ausschließlich um Macht- und Beuteinteressen von Minderheiten geht, sind geradezu symbolisch für den schon seit Jahren kulminierenden Fieberzustand der internationalen Finanzwelt, die sich anschickte, endgültig die Herrschaft über die Welt zu übernehmen. Sie hat aber nur ein Fiasko entfacht und weder die weltweite Plutokratie noch eine menschenwürdige Lösung der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg sind in Sicht. Wer die bedenklichen Manifestationen des Geistes unserer Zeit wahrnimmt, sieht nur, wie eine Katastrophen-„lösung“ allmählich schreckliche Gestalt annimmt.
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