(openPR) Aus der Praxis für die Praxis ...
Die Fachzeitschrift „der betriebsrat“ informiert zum aktuellen Thema:
Alternsmanagement - Reaktion auf Alternde Belegschaften
Betriebsräte brauchen nicht bei Null anfangen ...
ganz im Gegenteil: der unausweichliche Trend der älteren Kollegen in den Betrieben bietet eine Reihe bereits vorhandener Chancen für die Zukunft deutscher Unter-nehmen. Aufgrund des Rückgangs sogenannter „starker Jahrgänge“ und Schrump-fen der Erwerbsbevölkerung steigt die Anzahl der 50- bis 65-jährigen Beschäftigten in Deutschland bis 2010 um mehr als eine Millionen Beschäftigte während gleichzei-tig die Altersstruktur der arbeitenden Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren erheblich sinken wird.
Für bessere Chancen der Altersgruppe 50-65 im Arbeitsmarkt können und sollten Betriebsräte bereits heute betriebliche Maßnahmen anregen und umsetzen. Im Rahmen des Projektes „Alternsmanagement in der Automobilindustrie – Zukunfts-aufgabe für Betriebsräte und Gewerkschaften“, einer Kooperation vom IG Metall-Vorstand mit der Sozialforschungsstelle Dortmund, werden hierzu unterschiedliche Vorgehensweisen dargestellt.
Beispielsweise berichtet der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der FAG Kugelfischer in Schweinfurt, Helmut Heinrich, von zukunftsorientierten Mitarbeiter-entwicklungsgesprächen, Analysen zur altersgerechten Umgestaltung von Arbeits-plätzen durch Ergonomie-Beauftragte und Insourcing von Arbeitsstellen für leis-tungsgeminderte Arbeitnehmer.
Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB in Frankenthal hat unter initiativer Mitarbeit des Betriebsrats ein Projekt zur „motivierenden Arbeitsgestaltung für ältere Mitarbeiter“ auf den Weg gebracht und darin auf der Grundlage von Workshops mit den Mitarbeitern ein Maßnahmenbündel geschnürt. So müssen beispielsweise Mitarbeiter ab dem 58. Lebensjahr keine Nachtschicht mehr leisten und können aus den Beständen ihres Langzeitskontos die persönliche Wochenarbeitszeit reduzie-ren. „Ab 63 erhalten unsere Mitarbeiter drei Tage zusätzlichen Mehrurlaub“, informiert der Betriebsratsvorsitzende Herrmann Reutter.
Eines heben die Autoren ganz deutlich hervor: Mit zunehmendem Alter werden die Unterschiede zwischen den Individuen immer größer. Das kalendarische Alter allein sagt wenig über den Zustand und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten aus. Je nach Arbeitsbedingungen altern Arbeitnehmer früher oder später. Daher muss der betriebliche Prozess des Alterns und die Wahl der präventiven Maßnahmen in den Mittelpunkt rücken. Erst anhand der individuellen Aufgabe, der Erwerbsverläufe und Biografien gilt es die Altersrisiken, wie vor allem Gesundheits- und Qualifikationsrisi-ken – zu mindern, abzuwenden beziehungsweise vorzubeugen. Spezifische Arbeitsbedingungen schaffen, ältere Arbeitnehmer entsprechend ihrem Leistungs-wandel beschäftigen und Ausstiegsoptionen offen halten müssen Ziele des „Al-ternsmanagements“ sein. Nur so ist zukünftig ein vorausschauender Personalein-satz mit ausgewogener Altersmischung der Belegschaft möglich.
Der Tipp für die Praxis:
Quick-Check:
1. Analyse der betriebsspezifischen Altersstruktur.
(Detailgenaue Erhebung: Altersjahrgänge, gesondert für Männer und Frauen, nach Arbeitsbereichen getrennt)
2. Prognose der zukünftigen Personalentwicklung.
(Anregungen unter: www.demotrans.de, www.demowerkzeuge.de)
3. Gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung nutzen.
(Arbeitbereiche und Arbeitsplätze näher eingrenzen, die nicht alternsgerecht beziehungsweise altersstabil sind.)
Übrigens:
Betriebsräte haben die Möglichkeit das Thema Alternsmanagement über die entsprechenden Regelungen des Betriebsverfassungsgesetzes (§§ 80 Abs.2, 87 Abs. 1 Nr.7, 90 ff.), des Arbeitsschutzgesetzes (Stichwort: Gefährdungsanalyse), der Sozialgesetzbuch III (Arbeitsförderung), Sozialgesetzbuch IX (Rehabilitation Behinderter) voranzutreiben.
aus: der betriebsrat (dbr) 2/2006, S. 7 ff., Demografischer Wandel und Betriebsratsar-beit. Titel: Alternde Belegschaften, von Jürgen Strauß und Daniel Tech der Sozialfor-schungsstelle Dortmund.
Den vollständigen Text mit Detailinformationen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der betriebsrat 2/2006.
Nähere Informationen:
Simone Ohlig
PR- und Pressereferentin
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