openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Union ist bei Umsetzung der Biopatentrichtlinie gesprächsbereit

29.04.200400:49 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Schutz biotechnologischer Erfindungen ist ein wichtiger Faktor im internationalen Wettbewerb

26. Juni 2003 - Anlässlich der Debatte im Deutschen Bundestag über den Antrag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die europäische Biopatentrichtlinie von 1998 umsetzen erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Maria Böhmer MdB:



Die Biopatentrichtlinie von 1998 muss endlich umgesetzt werden. Denn der Schutz biotechnologischer Erfindungen ist ein wichtiger Faktor im internationalen Wettbewerb. Mit unserem Antrag fordern wir die Bundesregierung zum Handeln auf. Wir bestimmen die Position der CDU/CSU-Fraktion und unterbreiten damit ein Gesprächs- und Verhandlungsangebot in der Frage des Biopatentschutzes.

Gestern hat die Bundesregierung den Kabinettsentwurf zur Umsetzung der Biopatentrichtlinie beschlossen - offensichtlich eine Reaktion auf unseren Antrag. Wir hoffen, dass nun bald die Beratungen im Bundestag beginnen können. Die Richtlinie bringt rechtliche Klarheit für die deutschen Biotechnologiebranche. Sie zieht aber auch die notwendigen ethischen Grenzen, indem sie klarstellt, was nicht patentiert werden soll und darf. Dadurch kann die Richtlinie dazu beitragen, den Missbrauch und die Kommerzialisierung des menschlichen Körpers zu verhindern.

Parallel zur Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht ist die Bundesregierung aufgefordert, die Weiterentwicklung der Richtlinie auf europäischer Ebene voranzutreiben. Die Richtlinie muss in Teilen sprachlich und inhaltlich präzisiert werden. Das Patentierungsverbot für die kommerzielle oder industrielle Verwendung menschlicher Embryonen ist zwar zu begrüßen, aber es fehlt unter anderem eine klare Definition des Embryos. Auch die Regelung zur Patentierbarkeit des menschlichen Körpers bzw. seiner Bestandteile muss deutlicher gefasst werden.

Bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht haben wir als Gesetzgeber die Aufgabe, die Reichweite des Patentschutzes auf biotechnologische Erfindungen bestimmen. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion schlägt einen funktionsbezogenen Stoffschutz vor, weil wir der Auffassung sind, dass ein absoluter Stoffschutz zu weitgehend und ein reines Verfahrenspatent zu wenig wäre.

Denn unter dem Aspekt der gerechten Belohnung der Erfindung müssen wir berücksichtigen, dass die Isolation eines Gens und die Prüfung seiner pharmakologischen oder medizinischen Relevanz heute im Regelfall automatisiert ist. Einem solchen Erstpatent gebührt eine dem Aufwand und der Genialität angemessene und daher nicht zu hohe Anerkennung. Es fehlt dem Patent sozusagen der Touch des Genialen, wie er in der gedanklichen Leistung der Erfindung des Penicillins oder des künstlichen Humaninsulins steckt. Absoluter und zu weit gefasster Patentschutz würde auch den Wettbewerb beeinträchtigen. Deshalb plädiert die CDU/CSU-Bundestagsfraktion dafür, dass die kommerzielle Anwendung nicht nur in der Anmeldung, sondern auch in Gewährung eines Patentes konkret gefasst wird. Damit wird die Chance anderer auf ein Patent erhöht und der Wettbewerb gefördert.

Die Umsetzung der Biopatentrichtlinie von 1998 in das deutsche Patentrecht ist keine politische Frage, die wir in den üblichen Kategorien von Regierung und Opposition diskutieren und beantworten wollen. Wir müssen, wenn es um ethische Grundentscheidungen geht, und die Frage der Patentierungsregelung bei menschlichen Genen ist sicher eine solche Entscheidung, den Willen haben, einen breiten Konsens zu erzielen und damit ein Signal in unsere Gesellschaft zu senden. Mit diesem Antrag steht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion bereit, um gemeinsam an einem vernünftigen, innovationsfördernden und ethisch tragfähigen Gesetz zur Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie zu arbeiten.

 

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Platz der Republik 1, 11011 Berlin

mailto:E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 7407
 133

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Union ist bei Umsetzung der Biopatentrichtlinie gesprächsbereit“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von CDU/CSU-Fraktion

Bayerisches Volksbegehren für Mietenstopp unzulässig // Rückenwind für Klage gegen Berliner Mietendeckel
Bayerisches Volksbegehren für Mietenstopp unzulässig // Rückenwind für Klage gegen Berliner Mietendeckel
(Berlin, 16. Juli 2020) Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat das Volksbegehren „Sechs Jahre Mietenstopp“ für unzulässig erklärt. In seiner Begründung verwies das Gericht darauf, dass dem Bundesland Bayern für eine entsprechende Regelung die Gesetzgebungskompetenz fehle. Hierzu erklärt Dr. Jan-Marco Luczak, der die abstrakte Normenkontrolle gegen den Berliner Mietendeckel für die Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU koordiniert: „Die Entscheidung aus Bayern gibt Rückenwind für unser Verfahren gegen den Berliner Mietendeckel in Karlsruhe. …
Trittins Sturheit beim Dosenpfand schadet allen
Trittins Sturheit beim Dosenpfand schadet allen
Viele Fragen zur Umsetzung des Dosenpfandes noch offen 19. Dezember 2002 Zur Diskussion um die Einführung des Dosenpfandes zum 1.1.2003 erklären der umweltpolitische Sprecher, Dr. Peter Paziorek MdB, der stellvertretende Vorsitzende, Dr. Klaus Lippold MdB, und der Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Dosenpfand, Werner Wittlich MdB: Trittins Unbelehrbarkeit in Sachen Dosenpfand schadet allen. Die augenblickliche Dialogunfähigkeit des Ministers verhindert eine praktikable Handhabung des gegenwärtigen Schwebezustandes beim Vol…

Das könnte Sie auch interessieren:

Umsetzung der europäischen Biopatentrichtlinie in Deutschland
Umsetzung der europäischen Biopatentrichtlinie in Deutschland
… auf Gene, sondern nur auf Herstellungsverfahren Berlin, 11.03.2004 - Die oben genannten Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen sehen bei der Umsetzung der europäischen Biopatentrichtlinie in nationales Recht dringenden Nachbesserungsbedarf zum Schutz der Versicherten und Patienten. Anlässlich der heutigen ersten Lesung im Bundestag fordern sie, …
CDU/CSU legt Antrag zur Umsetzung der Biopatentrichtlinie vor
CDU/CSU legt Antrag zur Umsetzung der Biopatentrichtlinie vor
… so schnell wie möglich in dem genannten Sinne umsetzen 21. Mai 2003: Anlässlich der heutigen Vorstellung des Antrags zur Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie erklären der Beauftragte für Biotechnologie, Helmut Heiderich MdB, und die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Maria Böhmer MdB: Während die Bundesregierung immer …
Biopatente 2005
Biopatente 2005
Am 28. Februar 2005 ist das Biopatentgesetz in Kraft getreten. Hiermit ist Deutschland seiner Verpflichtung nachgekommen, die EU-Biopatentrichtlinie aus dem Jahre 1998 in nationales Recht umzusetzen. Dies sollte zum 30. Juli 2000 in allen 25 EU-Mitgliedstaaten geschehen sein. Welche Neuerungen und Risiken das Biopatentgesetz mit sich bringt, wird in …
FLACH: Patenterteilung ist kein Argument gegen Umsetzung der EU-Richtlinie
FLACH: Patenterteilung ist kein Argument gegen Umsetzung der EU-Richtlinie
… die jemand anders in den Kühlschrank stellt. Völlig fehl am Platz ist aber der Versuch von Unionspolitikern, daraus Kapital gegen eine 1:1-Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie in nationales Recht zu schlagen. Eine Umsetzung, die seit Jahren überfällig ist, würde mehr Rechtssicherheit bringen. Hier versuchen einige erzkonservative Politiker, den Patentschutz …
Junge Union setzt sich für ein sauberes Umfeld an der städtischen Gesamtschule ein
Junge Union setzt sich für ein sauberes Umfeld an der städtischen Gesamtschule ein
iger Mülleimer zu finden, so Mathias Brach. Der Antrag für die Aufstellung wurde an diesem Montag erfolgreich in der CDU-Fraktion vorgestellt und soll nun im kommenden Bau- und Verkehrsausschuss verabschiedet werden. Die Junge Union begrüßt somit die Unterstützung der CDU und hofft auf eine baldige Umsetzung.
Biowissenschaften und Biotechnologie stärken
Biowissenschaften und Biotechnologie stärken
… Pflanzenzüchtung müssen wieder zugelassen werden. Das De-facto-Moratorium für alle Neuzulassungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf EU-Ebene muss aufgehoben werden. - Die EU-Biopatentrichtlinie muss umgehend umgesetzt werden. Die Unternehmen warten seit Juli 2000 auf Rechtssicherheit. Ohne Patente erhalten die Unternehmen selten Venture Kapital. - Es …
Biotechnologiestandort Deutschland endlich nach vorne bringen
Biotechnologiestandort Deutschland endlich nach vorne bringen
… auszugehen. Auch in einer Konsolidierungphase muss das Mittelfeld der Biotechfirmen überleben können. Es muss endlich Rechtssicherheit geschaffen werden. Die Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie in deutsches Recht ist seit Jahren überfällig. Wir brauchen eine vernetzte Politik, die auch die Pharmabranche als wichtigsten Kooperationspartner der Biotech-Unternehmen …
Biotechnologiestrategie statt Ausstiegserlass
Biotechnologiestrategie statt Ausstiegserlass
… wären Steuererleichterungen und Bürokratiebefreiung, wie sie Frankreich seinen High-Tech-Gründern gewährt. Investitionen in die Biotechnologie brauchen Rechtssicherheit - die Nichtumsetzung der Biopatentrichtlinie ist das Gegenteil davon. Sie entwickelt sich in Deutschland unter Rot-Grün zu einer Never-ending-Story. Für die Grüne Gentechnologie kommt …
Bundesregierung hinkt beim Biopatentrecht weit hinterher Markt mit geschätztem Volumen von 100 Mrd
Bundesregierung hinkt beim Biopatentrecht weit hinterher Markt mit geschätztem Volumen von 100 Mrd
… geschätztem Volumen von 100 Mrd. € 20. Dezember 2002 - Zur zweiten Stufe des gegen Deutschland eingeleiteten EG-Vertragsverletzungsverfahrens wegen Nicht-Umsetzung der Biopatentrichtlinie erklärt der Beauftragte der Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bio- und Gentechnologie, Helmut Heiderich MdB: Die Bundesregierung setzt die Zukunft des …
CDU/CSU schafft Fortschritt für Biotechnologie wirtschaftlich erfolgreich - ethischen Grenzen nicht
CDU/CSU schafft Fortschritt für Biotechnologie wirtschaftlich erfolgreich - ethischen Grenzen nicht
25. Juni 2003 Zur Initiative der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Umsetzung der europäischen Biopatentrichtlinie erklärt der Beauftragte für Bio- und Gentechnik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich MdB: Mit ihrer Initiative zur Umsetzung der europäischen Biopatentrichtlinie haben CDU und CSU Bewegung in die festgefahrene Situation gebracht. …
Sie lesen gerade: Union ist bei Umsetzung der Biopatentrichtlinie gesprächsbereit