(openPR) Verband bayerischer Wohnungsunternehmen: Ausstieg hätte gravierende Folgen für Wohnungsmärkte in Wachstumsregionen
München (25.10.2005) – In Bayern droht das Aus für die Wohnraumförderung. Das befürchtet der VdW Bayern (Verband bayerischer Wohnungsunternehmen). Mit Blick auf die Haushaltsberatungen im bayerischen Landtag warnt Verbands-Chef Heinz-Werner Götz, die sich bislang weitgehend selbst tragende Finanzierung anzutasten. Das würde zu einer Wachstumsbremse für Städte und Regionen mit starker wirtschaftlicher Dynamik. Die Wohnraumförderung in Höhe von 155 Mio. Euro sei keine Subvention – die Unternehmen verzichteten im Gegenzug bei Neubau und Modernisierung auf Marktmieten und überließen dem Staat die Belegung.
Der größte Teil der Wohnraumförderung finanziert sich derzeit selbst, erklärt Götz. Das Zauberwort heiße „gesetzliche Rückflussbindung“. „Zinsen und Tilgungen fließen wieder direkt in die Förderung zurück – weitgehend ohne zusätzliche Belastung des bayerischen Staatshaushalts.“ „Wer das antastet, bringt die bisherige Eigendynamik sofort zum Stillstand – sehr kurzsichtig in Zeiten knapper Kassen.“ In den letzten zehn Jahren war die Wohnraumförderung des Freistaats von knapp 350 auf 155 Mio. Euro gekürzt worden.
Weichenstellung für Wohnen im Alter überfällig
Eine weitere Kürzung passe nicht zu einhelligen Aussagen in der jüngsten Anhörung des Sozialausschusses im bayerischen Landtag zum Thema „Pflege – ambulant vor stationär“, dass mehr altengerechter Wohnraum erforderlich wird.
Wer – mit Blick auf demografische Entwicklung und öffentliche Kassenlage – will, dass Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können, muss zumindest Einkommensschwächeren dabei auch unter die Arme greifen. „Und das wird nicht ohne Wohnraumförderung gehen“, betont Götz. Die drohende Altersarmut dürfe nicht auf die Wohnungsmärkte durchschlagen.
Den Wunsch, möglichst lange eigenständig in der vertrauten Umgebung (Mietwohnung bzw. Wohneigentum) leben zu können, belegten auch die Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativ-Umfrage nach der angestrebten Wohnform im Alter, die die GfK Nürnberg im Auftrag des VdW Bayern durchgeführt hat: Dafür stimmten zwei von drei Befragten. Unter den Über-70-Jährigen setzen doppelt so viele auf die Mietwohnung und sechsmal mehr als bei den unter 30-Jährigen.
Dagegen votieren nur jeweils 2,2 Prozent der Befragten für Alten-/Pflegeheim bzw. Seniorenresidenz. „Betreutes Wohnen“ streben 7,1 Prozent an. Auf gemeinschaftliches Wohnen mit anderen Senioren setzen 3,7 Prozent. Besonders gravierend: Jeder Fünfte hat noch nicht darüber nachgedacht.
Wohnraumförderung ist Sozial- und Wirtschaftspolitik
Insbesondere in Wachstumsregionen sei die wirtschaftliche Dynamik stark von den Wohnungsmärkten abhängig. Verdienst der bisherigen Wohnraumförderung sei gewesen, auch Geringverdienern in Dienstleistungsberufen bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können. Sie habe damit einen erheblichen Beitrag zur Attraktivität der Städte und wirtschaftlichen Stärke Bayerns geleistet. „Ohne Kinokarten-Verkäuferin heuert auch der Computerspezialist nicht an“, spitzt Götz zu.
Mit der Wohnraumförderung habe Bayern in der Vergangenheit erfolgreich Wirtschaftspolitik gemacht. „Und damit das so bleibt, brauchen wir die Rückflussbindung“, ist sich Götz sicher.
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Im VdW Bayern sind knapp 500 bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen – darunter 336 Wohnungsgenossenschaften und 86 kommunale Wohnungsunternehmen. Die Mitgliedsunternehmen verwalten rund 570.000 Wohnungen, in denen ein Fünftel aller bayerischen Mieter wohnen.
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