(openPR) Lebensmittelunternehmer sollen Sie sein, das zumindest ist die Ansicht des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Seit dem 01.01.2012 müssen sich Tagespflegepersonen entsprechend registrieren lassen und unterliegen damit den gleichen Hygiene-Richtlinien wie z.B. Kantinen oder Restaurants. Eine Regelung, die weit über das Ziel hinaus schießt - das ist die Meinung vieler Betroffener, Eltern und Politiker. So ist die Umsetzung der Richtlinien mit viel Aufwand und Investitionen verbunden. Putzpläne, die Installation von zusätzlichen Waschbecken und Fliegengittern, die regelmäßige Temperaturmessung im Kühlschrank, die Aufbewahrung von Speiseproben zu Kontrollzwecken - das sind Beispiele für die Auswüchse dieser Regelung. Dabei geht es bei der Kindertagespflege in häuslicher Umgebung um eine familiennahe Betreuung der Kinder. Eine ausreichende Kontrolle ist bereits jetzt durch die zuständigen Jugendämter, regelmäßige Forbildungen und das Interesse der Eltern an einer guten Unterbringung gewährleistet. Ähnlich sieht es wohl die EU-Komission, auf deren Richtlinien sich das Bundesministerium beruft. So stellte sie schon im Dezember 2011 fest, dass es sich bei der Definition von Tagesmüttern als Lebensmitteluntenehmerinnen um eine "zu enge Auslegung des EU-Rechts" handelt. Trotzdem gilt sie nun, diese Richtlinie, die für sehr viel Unmut sorgt. Auch die Tagemutter Nicole Seifert, die in Hamburg Tageskinder betreut, ist davon betroffen. Sie muss, wie viele andere Tagesmütter auch, überlegen ob es die veränderten Rahmenbedingungen in Zukunft erlauben werden, dieser Tätigkeit weiterhin nachzugehen. Doch sie will die neuen Auflagen nicht kampflos hinnehmen und hat nun eine öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Unter https://epetitionen.bundestag.de/ kann jeder bis zum 24.02.2012 den Petitionstext einsehen und mitzeichnen, wenn er die Forderung nach einer Rücknahme der Einstufung mittragen möchte. Eine Forderung, die bundesweit immer mehr Unterstützung auch in den Landesregierungen findet. Tagesmutter Nicole Seifert hofft auf den Erfolg ihrer Petition und dass sie und ihre Kolleginnen und Kollegen in ganz Deutschland bald wieder unter zumutbaren Bedingungen arbeiten können.










