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SPD bewahrt gemeinsamen Ethikunterricht

07.11.201113:07 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Der Humanistische Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. begrüßt die Einigung von SPD und CDU in den gestrigen Koalitionsverhandlungen, den gemeinsamen Ethikunterricht in Berlin zu erhalten. Der gemeinsame, nicht ideologisch gefärbte Ethikunterricht bildet die Grundlage eines friedlichen und toleranten Miteinanders im kulturell und weltanschaulich pluralistischen Berlin. Von den Berliner Schülerinnen und Schülern haben mehr als zwei Fünftel einen Migrationshintergrund, ihre Werte und Normen haben neben den deutschen auch noch andere gesellschaftlich-kulturelle Wurzeln.



Die Beibehaltung des gemeinsamen Ethikunterrichts als Pflichtfach und das Belassen der weltanschaulich geprägten Wertevermittlung im Religions- und Lebenskundeunterricht als freiwilliges Wahlfach erhält den goldenen Mittelweg, die gemeinsame Auseinandersetzung über gesellschaftliche Werte und Normen in der Berliner Schülerschaft zu bewahren und gleichzeitig die weltanschaulichen Unterschiede der Schülerinnen und Schüler zu respektieren und diesen Raum zu geben.

Er berücksichtigt ebenfalls die vom Grundgesetz vorgegebene Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Die ursprünglichen Pläne der CDU, den Religionsunterricht gegenüber dem Humanistischen Lebenskundeunterricht besserzustellen, hätten gegen diese Verfassungsvorgabe verstoßen.

Anerkennung gebührt in diesem Fall der SPD, die dem ideologisch motivierten Vorhaben der CDU nicht nachgegeben und die Interessen der Berlinerinnen und Berliner in den Verhandlungen nicht preisgegeben hat. Welch wichtige Rolle der gemeinsame Ethikunterricht in Berlin hat, bewies nicht zuletzt das Ergebnis der Volksabstimmung zur Initiative "Pro Reli", in der sich die Mehrheit der abstimmenden Berliner gegen den Religionsunterricht und für einen gemeinsamen Ethikunterricht ausgesprochen hatten. Dass das Ergebnis der Abstimmung nun nicht ad absurdum geführt und durch die Hintertür aufgelöst wurde, ist den Berliner Sozialdemokraten zu verdanken, die sich erneut hinter den gemeinsamen Ethikunterricht gestellt haben.

Bei aller Freude mahnt der HVD Berlin-Brandenburg, die gesellschaftlichen Realitäten in Berlin in dem zu schließenden Koalitionsvertrag zu respektieren. Die Berliner Bevölkerung ist mehrheitlich konfessionsfrei. Die Vereinbarung der künftigen Koalitionäre, das erst im Juni in Kraft getretene Richtergesetz zu novellieren und das religiöse Bekenntnis wieder in den Mittelpunkt zu rücken und zum Regelfall zu machen, entspricht den Berliner Realitäten nicht. Die bisherige Lösung, Verfassung und Gesetz in den Mittelpunkt des Eides zu stellen und zugleich ein religiöses Bekenntnis auf Wunsch zuzulassen, spiegelt nicht nur die weltanschaulichen Realitäten in der Stadt, sondern auch die hohe Qualität der Toleranz gegenüber individuellen weltanschaulichen Identifikationen.

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