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Je weiter der EU-Gipfel zurückliegt, umso mehr verfliegt der anfängliche Rausch

Bild: Je weiter der EU-Gipfel zurückliegt, umso mehr verfliegt der anfängliche Rausch
actior AG - Hamburg
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(openPR) Das war eine aufregende Woche für Euro-Dollar. Die Gemeinschaftswährung begann am Montag im Bereich 1,3850 und pendelte dann bis Mittwoch nacht zwischen 1,3800 und 1,3975. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse des EU-Gipfels startete eine Ralley, die den Euro am Donnerstag in der Spitze bis zum Widerstandsbereich bei 1,4250 steigen ließ. Am Freitag bröckelten die Gewinne dann langsam aber stetig ab, zum Handelsende notierte Euro-Dollar schließlich bei 1,4150. In der Nacht auf den heutigen Montag folgt dann eine dicke rote Kerze, die vorwiegend durch die Intervention der Bank of Japan ausgelöst sein dürfte, die in großem Maßstab Dollar gekauft und Yen verkauft hatte. Die Maßnahmen drückten den Euro in den Bereich 1,40.





Es sind aber nicht nur die Interventionen der Japaner, die den Euro belasten. Je weiter der EU-Gipfel zurückliegt, umso mehr verfliegt der anfängliche Rausch. Es sind noch viele Fragen offen, die Probleme stecken im Detail und beginnen allmählich ins Bewußtsein zu dringen. Da ist zunächst die vermeintliche Freiwilligkeit des Griechenland-haircuts, vom dem ohnehin nur der Priavtsektor betroffen ist, der ca. 200 Milliarden der insgesamt 360 Milliarden Euro schultert (der Rest liegt bei der EZB bzw. dem IWF). Von den 200 Milliarden entfallen alleine 50 Milliarden auf griechische Banken, die nun also 25 Milliarden verlieren und daher mit Geldern aus dem EFSF gestützt werden müssen. Noch ist völlig unklar, wieviele der restlichen Investoren sich "freiwillig" beteiligen - es gibt viele, deren Anleihen mehr als 50% verloren haben und im Grunde jetzt sogar Geld bekommen müßten, eine absurde Situation. Daß Griechenland dann bis 2020 wirklich nur noch mit 120% seiner Wirtschaftsleistung verschuldet sein wird, ist eine überaus optimistische Annahme - das Land müßte ab 2013 beständig wachsen, was extrem unwahrscheinlich ist, weil die dramatischen Einschnitte erst langsam ihre Wirkung entfalten und den Konsum weit über 2013 belasten werden. Ganz ähnlich sind übrigens auch die Prognosen für Italien, das auch ab 2013 ca. 3% jährlich wachsen müßte, um die Annahmen der EU zu erfüllen. Das ist gelebtes Wolkenkuckucksheim.

Griechenland ist ja ohnehin nur eine Baustelle, die kleinste zudem. Nun rücken langsam auch wieder andere Problemkandidaten in den Vordergrund, vornehmlich Portugal. Das Land steht zwar nicht ganz so hoffnungslos da wie Griechenland, doch wird auch dort die Wirtschaft durch die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen in den nächsten Jahren dramatisch einbrechen. Gäbe es auch bei Portugal einen haircut, wären die in dem Land massiv investierten spanischen Banken auf der Kippe. Nach dem EU-Gipfel ist also vor dem EU-Gipfel; daß der Durchbruch auch diesmal nicht geschafft wurde, zeigt die Emission italienischer Anleihen letzten Freitag, bei dem das Land mit durchschnittlich 6,06% so viel wie seit Euro-Einführung zahlen mußte. Sollte die EZB auch diesmal als Käufer aufgetreten sein, kann man sich vorstellen, welchen Zinssatz Italien ohne die europäische Notenbank hätte bieten müssen. Der große Durchbruch auf dem EU-Gipfel hat also keine 24 Stunden gehalten...

Der Anstieg des Euro nach dem Gipfel auf 1,4250 ist also mit Skepsis zu betrachten, zumal am heutigen Montag die 1,40 nach unten gebrochen wurde. Wir gehen davon aus, daß die Gemeinschaftswährung nun zumindest bis 1,3880/1,39 bzw. 1,3830/50 fallen wird. Auf diesem Niveau wird sich dann der weitere Weg des Euro entscheiden.



Gewinne verzeichnete in der letzten Woche auch der Dax. Nach einem Start bei 6000 Punkten lief der Markt bis zum EU-Gipfel zunächst seitwärts. Am Donnerstag folgte dann eine massive Erleichterungsralley nach dem Gifpel, bevor dann am Freitag auch beim deutschen Leitindex die Kurse abbröckelten. Am heutigen Montag aber fallen die Kursverluste etwas deutlicher aus, nachdem auch hier klar wird, daß der EU-Gipfel nicht alle Probleme lösen, sondern der Beginn eines quälenden Prozesses sein wird. Hinzu kommt heute die Pleite des amerikanischen Brokers MF Global, der sich offenkundig mit europäischen Staatsanleihen überhoben hat und damit das erste amerikanische Opfer der europäischen Verschuldungskrise ist. Es bleibt abzuwarten, welche Folgewirkungen der Zusammenbruch dieses Unternehmens haben wird.

Da haben sie sich also zusammengesetzt in Brüssel und den ganz großen Wurf versucht - das hat zumindest einen Tag geklappt, als der Dax über 5% zulegte. Vermutlich war das Erleichterung darüber, daß die EU-Verantwortlichen überhaupt etwas zustande kriegen, das hatte man ihnen ja kaum mehr zugetraut. Neben den eigentlichen Beschlüssen und Erwartungen (etwa zu Griechenland und Italien) finden sich auch einige kuriose Vorstellungen, so der Glaube, daß Griechenland mittels Solarstrom saniert werden könnte, oder der permanente Verweis auf die ominöse, zweimal jährlich tagende Wirtschaftsregierung, die für Wachstum sorgen werde etc.

Schwamm drüber. Man darf nun gespannt sein, wann der nächste Krisengipfel zu Portugal stattfindet. Oder war es doch Italien? Oder Spanien? Hauptsache China wird uns retten, man hofft schon ganz offiziell auf das Reich der Mitte und entsendet den Charmbolzen Regling, um Gelder einzuwerben. Regling in China - wenn da mal nicht die Milliarden fließen. Aber China, das wird hier ja gerne übersehen, hat seine eigenen Probleme: erstens einen Immobiliensektor, der nun erste Krisenzeichen zeigt, und damit zweitens zusammenhängend ein Schattenbanksystem, das bei nachlassenden Immobilienpreisen kollabieren wird. Von den völlig überschuldeten Provinzen gar nicht zu reden, da helfen dann auch die Devisenreserven der Zentralregierung nicht wirklich weiter.

Brasilien und andere Schwellenländer haben schon einmal abgesagt. Ist auch kein Wunder, wenn mit dem Griechenland-haircut nun die Büchse der Pandora geöffnet wurde. Auch bei Portugal-Anleihen werden die Gläubiger dann - freiwillig natürlich - auf ein paar Prozentchen verzichten dürfen, das dämmert nun einigen schlaueren Investoren. Nur Europa glaubt mit aller Inbrunst an die neuen Weltretter aus den Schwellenländern....

Heute hat der Dax schon einmal das Gap im Bereich 6160/80 geschlossen. Es besteht nun die Gefahr eines weiteren Abverkaufs bis zunächst 5750 (Tiefs aus Mitte Oktober). Auf der Oberseite hat der Dax mit dem Anstieg über die 6400 sein Kursziel bereits abgearbeitet. Sollte der Index nun doch dieses Hoch überbieten, wären die nächsten Ziele 6600 und dann die runde 7000.

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