(openPR) Es sind Männer und Frauen vom Ordnungsamt, Sanitäter, Polizisten, Feuerwehrleute, Beschäftigte der Finanzämter, Stadtverwaltungen und der Justiz, die da am 1. August zum Ausbildungsstart vor der Staatskanzlei aufziehen. Auf Rollatoren sind sie gestützt, auf Gehhilfen und Stöcke, mit ergrautem Haar gehen sie schweren Schrittes auf den Eingang der Staatskanzlei in Düsseldorf zu. Ein Demozug der Greisen - gemimt von jungen Leuten der dbb jugend nrw.
„Wir begrüßen die neuen Kolleginnen und Kollegen heute recht herzlich“, so steht es in einem Brief, adressiert an die Ministerpräsidentin des Landes NRW, Hannelore Kraft, den der Vorsitzende der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw), Markus Schallenberg, heute stellvertretend der Abteilungsleiterin der Zentralabteilung Verwaltung, Frau Christina Halstenberg-Bornhofen, übergab. „Diese jungen Kollegen werden dringender denn je gebraucht“, steht da weiter. In seinem Positionspapier warnt der gewerkschaftliche Jugenddachverband nachdrücklich, den Blick von der massiven Überalterung des Öffentlichen Dienstes nicht abzuwenden.
Zwischen 2015 und 2020 geht die Hälfte der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst in den Ruhestand. Beim derzeitigen Stand wird dann der Dienst für den Bürger zusammenbrechen, denn in den vergangenen Jahren wurde versäumt, eine ausreichende Anzahl junger Menschen nach der Ausbildung zu übernehmen. Nicht nur das: In vielen Bereichen ist nicht vorausgeschaut worden und es wurden gar nicht genügend Jugendliche für die Vielzahl an spezifischen Aufgaben ausgebildet.
Die dbb jugend nrw honoriert zwar die Entscheidung der Landesregierung, die Zahl der Einstellungen und Übernahmen bei der Polizei und in den Finanzverwaltungen erhöht zu haben. Nicht so erfreulich stellt sich allerdings die Entwicklung in den Bezirksregierungen dar: Dort wurde zwar die Anzahl der Anwärterstellen erhöht, die Zahl der Ausbildungsstellen hingegen aber so stark reduziert, dass es insgesamt in dem Bereich auf einen Stellenabbau hinausläuft. Besonders die Kommunen, die im Nothaushalt stecken, sehen Zeiten entgegen, die durch Mehrarbeit lange nicht mehr aufzufangen sind.
„Ausbildung und Übernahme sind keine freiwilligen, sondern unentbehrliche Aufgaben des Öffentlichen Dienstes“, mit diesen Worten übergab Schallenberg in der Staatskanzlei das Denkpapier in die Hände der Politik. Die dbb jugend nrw fordert darin, den Doppelabiturjahrgang 2013 als Chance zu sehen, junge und gut gebildete junge Menschen für die Arbeit und eine Zukunft im Öffentlichen Dienst zu gewinnen. Die Politik solle ihre Verantwortung für diese Abiturienten nicht auf die Privatwirtschaft abschieben, sondern das Anrecht der Schüler auf einen Ausbildungs- und Studienplatz selbst als Verpflichtung sehen.
„Die dbb jugend nrw fordert schon jetzt mehr Ausbildungsstellen im Öffentlichen Dienst für 2013“, so Schallenberg in der Staatskanzlei. Schon jetzt müssen geeignete Maßnahmen und Planungen in den Ressorts in Angriff genommen werden. „Das Land darf diese Chance nicht verstreichen lassen!“












