(openPR) Die Gewerkschaftsfarben sind auf den Straßen Düsseldorfs zu sehen und sollen ein Zeichen setzen und doch ist alles anders als geplant. Was als Demo im Rahmen der Tarifauseinandersetzungen stattfinden sollte, wurde zum Trauermarsch. Damit reagierte der dbb Beamtenbund und Tarifunion auf den tragischen Flugzeugabsturz in Frankreich, bei dem 150 Menschen ihr Leben lassen mussten.
Betreten ist die Stimmung unter den Gewerkschaftern, die sich ursprünglich zum Demozug durch Düsseldorf aufgemacht hatten. Zu sehr wirken die furchtbaren Ereignisse nach. Der Schock über die Flugzeugtragödie, bei der gestern in den französischen Alpen viele Menschen starben, sitzt auch bei ihnen tief. Aus der geplanten Demonstration wurde ein Trauerzug.
Ein Gewerkschaftszug ohne Trillerpfeifen
Noch nie hat es das in der Geschichte der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw), von denen ebenfalls viele Mitglieder auf der Straße waren, gegeben: Die Trillerpfeifen und Rasseln blieben in der Tasche, lautstarke Bekundungen und harte Forderungen blieben aus. "Viele verzichteten darauf, unsere farblich schrillen Warnwesten zu tragen", erklärt der Vorsitzende der dbb jugend nrw, Jano Hillnhütter, am Rande des Schweigemarsches. Die frechen Plakate der dbb jugend nrw, die im letzten Demozug für so viel Zustimmung gesorgt hatten, blieben diesmal zu Hause, ebenso wie Maskottchen Horst, das eigentlich immer dabei ist. Stattdessen herrschte gedrückte Stimmung.
Das kennt man eigentlich anders: Nachdem der Tarifstreit vor einer weiteren - nun schon vierten - Runde steht und die Arbeitgeber bislang noch kein Angebot auf den Tisch gebracht haben, wollte der gewerkschaftliche Jugenddachverband seine Kräfte nochmals mobilisieren und heute für eine lineare Erhöhung von 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro sowie eine Erhöhung der Entgelte für alle Auszubildenden um 100 Euro monatlich kämpfen.
Jano Hillnhütter verzichtet auf Ansprache
Nun aber zogen die rund 2.000 Demonstranten schweigend vom Düsseldorfer Finanzministerium zum zentralen Burgplatz. Dort angekommen gedachten die Gewerkschafter zunächst mit einer Schweigeminute den Opfern und Hinterbliebenen der Flugzeugkatastrophe. Damit wollten sie respektvoll ein Zeichen setzen und zeigten uneingeschränkt ihren verantwortungsvollen Umgang in Zusammenhang mit den traurigen Ereignissen. Statt verschiedener Redner, darunter auch Jano Hillnhütter, die dort ursprünglich lautstark ihre Forderungen unterstreichen wollten, richtete nur der Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Beamtenbundes, Roland Staude, bei der Abschlusskundgebung sein Wort an die Kolleginnen und Kollegen.
Dabei machte er deutlich, dass trotz der berechtigten gewerkschaftlichen Anliegen heute etwas anderes im Vordergrund stehe: "Unser aller Solidarität und Anteilnahme gilt in dieser Situation den Opfern der Flugkatastrophe, ihren Angehörigen, Freunden und Kollegen. Auch wenn wir am Wochenende in Potsdam wieder unsere berechtigten Einkommensforderungen vorbringen und mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder um einen Kompromiss ringen werden, relativieren sich an diesem Tag alle politischen Auseinandersetzungen, und der Blick richtet sich auf das wirklich Wesentliche."
Auch wenn nun in Anbetracht der aktuellen Ereignisse das Rufen nach einer gerechten Lösung des Tarifstreits durch die Arbeitgeber verstummt ist, drängen die Gewerkschafter auf eine gerechte Lösung in Potsdam. Dort wird sich dann zeigen, ob nach der Demo vor dem Streik ist.












