(openPR) Gesund altern – das wünscht sich wahrscheinlich jeder. Dennoch zählen Rückenschmerzen nach wie vor zu den weit verbreiteten Beschwerden der sogenannten Generation 50 plus. Neben altersbedingten Verschleißerscheinungen gelten mangelnde Aktivität, geschwächte Rücken- und Bauchmuskulatur, Haltungsfehler und rückenschädliche Bewegungsabläufe als typische Ursachen. Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga gibt Ratschläge, welche Aktivitäten die Wirbelsäule bis ins hohe Alter vital halten und von welchen besser Abstand zu nehmen ist.
Korrekte Haltung im Alltag
Wer schwere Gegenstände wie beispielsweise eine Wasserkiste anhebt oder sich falsch bückt, gefährdet schnell seinen Rücken. „Deshalb immer mit geradem Rücken und gebeugten Knien aus der Hocke heben, ohne sich in der Bewegung zu drehen“, empfiehlt der Rückenexperte. Übrigens bietet sich dieses Prinzip auch in anderen Situationen an: Ob beim Schuhe zubinden oder Unkraut jäten – ein kleiner Schritt nach vorne während der Hockstellung verlagert das Gewicht auf die Beinmuskulatur, wodurch es zu einer Entlastung des Rückgrats kommt. Generell gilt eine aufrechte Haltung als A und O, um den Rücken in Form zu halten. Hier spielt auch die richtige Höhe der Armaturen im Haushalt eine bedeutende Rolle. Denn eine gebeugte Haltung belastet die Bandscheibe. Dabei lässt sie sich schon mit entsprechenden Arbeitsflächen, beispielsweise in der Küche, ganz einfach vermeiden. Besonders positiv: den Fuß immer etwas erhöht abstellen oder beide Knie leicht anwinkeln, um eine Überbelastung noch effektiver zu vermeiden.
Aktiv bleiben im Alter
Durch Bewegungsmangel baut sich die Rückenmuskulatur ab, wodurch es zu einer Überbelastung der Wirbelsäule kommt und Schmerzen entstehen. Insbesondere Senioren sollten darauf achten, sanfte Sportarten auszuüben, die Wirbelsäule und Bandscheibe nicht zu sehr belasten, gleichzeitig das Kreuz stärken und zudem die Bauchmuskulatur aufbauen – denn diese stützt den Rücken zusätzlich und begünstigt eine korrekte Körperhaltung. Vor allem sportliche Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren und Nordic Walking bieten sich an, um den Körper gesund und fit zu halten. Tennis, Badminton oder Golf sollten ältere Menschen hingegen besser vermeiden. Für die richtige Haltung – nicht nur beim Sport – dienen außerdem gute Schuhe als Grundlage. Schuhwerk mit dünnen Sohlen gilt als ebenso tabu wie enge Spitzen. „Beim Kauf auf eine wohltuende, aber nicht zu starre Sohle und einen sicheren Halt achten“, rät Dr. Schneiderhan. Fuß- und rückenfreundliche Schuhe ermöglichen richtiges Abrollen und bieten genügend Platz für die Zehen.
Gesunde Erholung
Ob im Sessel oder auf der Couch – viele Senioren verbringen einen Großteil ihrer Zeit im Sitzen. „Da die scheinbar bequeme Haltung jedoch oftmals zu Fehlbelastungen führt, gilt langes Sitzen heutzutage als eine der Hauptursachen von Rückenbeschwerden“, sagt Dr. Schneiderhan. Inzwischen gibt es jedoch ergonomisch geformte Sitzgelegenheiten, welche besonders die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigen. Um dem Rücken auch nachts die nötige Erholung zu ermöglichen, bewirkt eine stabile Matratze mit Lattenrost bereits erste Entlastung. Gute Unterfederungen festigen nicht nur Kreuz und Taille, sondern den ganzen Körper. Um Verspannungen zu vermeiden, eignet sich optimal eine Matratze mit mittlerem Härtegrad. Besonders rückenfreundlich liegt es sich übrigens auf dem Rücken und in der Seitenlage mit einem Kissen, das die Halswirbelsäule ausreichend stützt. Liegen auf dem Bauch begünstigt hingegen ein Hohlkreuz.
