(openPR) München im Oktober 2007 - Plötzliche Belastung, eine falsche Drehung oder Bewegung, und schon ist es passiert: Starke Schmerzen durchziehen den Rücken und machen jede Bewegung zur Qual. Viele Betroffene begeben sich in solchen Situationen am liebsten in die helfenden Hände eines Mediziners. Da aber Rückenprobleme häufig abends, am Wochenende oder im Urlaub auftreten, empfiehlt es sich, mit einigen Maßnahmen zur Ersten Hilfe im Schmerz-Fall schnell und richtig reagieren zu können. Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Präsident der deutschen Wirbelsäulenliga, gibt hilfreiche Tipps zur Notfallversorgung für das Rückgrat.
Erst entspannen, dann bewegen
Zu Beginn hindert der Schmerz Betroffene zumeist an jeder Bewegung. Wichtigste Maßnahme: für Entspannung sorgen, am besten zu erreichen durch eine sogenannte Stufenlagerung. „Dabei liegt der Betroffene flach auf dem Rücken, die Unterschenkel befinden sich jedoch auf einer erhöhten Unterlage wie etwa einem Stuhl. Gleichzeitig bilden die Knie einen Winkel von 90 Grad, die Oberschenkel zeigen senkrecht nach oben. In dieser Position wird der Rücken am besten entlastet“, weiß Orthopäde Dr. Reinhard Schneiderhan. Besonders wichtig: auf einen warmen Untergrund achten, damit der Rücken nicht auskühlt. Lagerung auf einer Decke oder einem Heizkissen beugt vor. Auch eine seitlich angelegte Wärmflasche oder wärmende Salben erweisen sich oft als hilfreich. Wichtig in dieser ersten Phase: verspannte Muskelpartien am Rücken so weit wie möglich entspannen.
Als zweiter Schritt empfiehlt sich nach etwa 10 bis 15 Minuten sanfte Bewegung, um den Rücken wieder leicht zu aktivieren. Denn entgegen weit verbreiteter Meinung schafft Schonung oder gar Bettruhe bei schmerzendem Kreuz keine Abhilfe – im Gegenteil. „Wichtige Stützmuskeln im Rücken bauen sich ab, sobald sie nicht mehr gefordert werden. Als Folge wirken Belastungen direkt auf die Wirbelsäule, da sie nicht durch Muskeln geschützt wird“, erläutert der Wirbelsäulenspezialist Dr. Schneiderhan. Als erste Aktivierung im Ernstfall ratsam: sanftes Strecken von Armen und Beinen aus der Stufenlagerung heraus. Bei nachlassenden Beschwerden hilft vorsichtige Bewegung in Form von leichter Gymnastik im Liegen oder Stehen dem Rückgrat, wieder in Schwung zu kommen. An ihre Grenzen stoßen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei ernsthaften Erkrankungen: Kommen zu den Schmerzen noch Fieber, Taubheitsgefühle oder Kontrollverlust an Darm und Blase hinzu, gilt es also, sofort einen Arzt aufzusuchen – auch am Wochenende oder in der Nacht –, um Schädigungen der sensiblen Nerven auszuschließen.
Aktiv bleiben gegen Rückfälle
Um den Schmerz im Kreuz in Zukunft fernzuhalten, hilft vor allem Bewegung, denn häufige Rückenschmerzen resultieren in vielen Fällen aus Bewegungsmangel. Langes Sitzen im Beruf, Stress oder mangelnde Zeit hindern an regelmäßiger körperlicher Aktivität. Oftmals schaffen aber bereits regelmäßige Spaziergänge von 20 Minuten Abhilfe. Auch viele schonende Sportarten helfen, den Rücken schmerzfrei zu halten: Schwimmen, Skilanglauf oder Tanzen machen auch im Winterhalbjahr Spaß und sorgen für starke Muskeln am Oberkörper. „Auch wenn es anfangs schwer erscheint, sollten gerade Rückenschmerz-Anfällige regelmäßig trainieren und den Rückenschmerzen gezielt entgegenwirken“, betont Dr. Schneiderhan, „So gestärkt, haben Hexenschuss & Co. in Zukunft keine Chance mehr.“
Weitere Informationen unter www.orthopaede.com
Praxis Dr. med. Schneiderhan und Kollegen, Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Anja Koutny,
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