(openPR) Migräne ist eine Erkrankung, unter der in Deutschland etwa acht Millionen Menschen leiden. Sie tritt bei Frauen etwa dreimal so häufig auf wie bei Männern und ist durch einen periodisch wiederkehrenden, anfallartigen, pulsierenden und halbseitigen Kopfschmerz gekennzeichnet, der von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Überempfindlichkeit von Licht oder Geräuschen begleitet werden kann. Dem Migräneanfall kann eine Aura vorausgehen mit optischen, sensiblen Wahrnehmungs- und gelegentlich auch motorischen Störungen. Die Krankheit kann schon im Kindesalter beginnen.
Umweltfaktoren und Lebensstil spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Migräne. Sie kann durch spezielle Situationen oder Substanzen, sogenannte Trigger (Schlüsselreize), ausgelöst werden. Dazu zählen hormonelle Faktoren, zu viel oder zu wenig Schlaf, psychische Faktoren, Stress, Lebens- und Genussmittel und verschiedene Umweltfaktoren. Diese Auslösefaktoren sind individuell sehr unterschiedlich.
Die Betroffenen sind oft leistungsorientiert, verantwortungsbewusst, zielstrebig, kreativ und stellen an sich hohe Ansprüche. Normalerweise durchlaufen unsere Sinneseindrücke und Emotionen komplexe Filtersysteme, die Wichtiges vom Unwichtigen trennen und uns vor Reizüberflutung schützen. Dieser Sortierprozess funktioniert bei Menschen mit Migräne nicht präzise. Es fehlen diese „Filter“ oder Hemmsysteme, die aus den sensorischen Reizen die aversiven Komponenten herausfiltern. Menschen mit Migräne erleben deshalb viele sensorische, akustische und visuelle Reize als unangenehm. Sie nehmen mehr Reize als andere Menschen auf. Ihre „Aufmerksamkeitsantennen“ sind ständig ausgefahren. Dies überlastet regelmäßig das System. Es kommt zu einer Entgleisung, zu einem Zusammenbruch im zentralen Nervensystem. Beim Anfall, der im Stammhirn beginnt, brechen verschiedene vegetative, zentralnervöse und biochemische Funktionsabläufe zusammen, so wie wenn sich ein Gewitter im Kopf entlädt. Licht und Geräusche werden unerträglich, es kommt zum Erbrechen und zu verschiedenen neurologischen Ausfällen, selbst das Sprechen kann beeinträchtigt werden. Der/die Betroffene muss sich zurückziehen.
Man kann Migräne auch als Notfallreaktion verstehen, die das Nervensystem und den Gesamtorganismus vor dem völligen Zusammenbruch rettet. In der Ruhe und im Schlaf regeneriert sich das Nervensystem und kann wieder seinen Rhythmus finden. Nach dem Anfall regulieren sich die Funktionsabläufe in einem Selbstorganisationsprozess wieder ein. Eine besondere Form ist die Entspannungsmigräne( Wochenendmigräne), bei der die Entgleisung erst auftritt, wenn eine Entspannungsbereitschaft besteht.
Interventionen bei der Therapie von Migräne mit Hypnose
Migräne verlangt konkret Rückzug und Reizabschirmung. In Hypnose werden Filter z.B. ein großer Regenschirm imaginiert, der aufgespannt wird, wenn zu viel auf einen einstürmt. Unter dem Schirm herrscht eine angenehme Atmosphäre mit gedämpftem Licht, man fühlt sich geschützt gegen Angriffe und lässt alle Geräusche wie einen Regen am Schirm ablaufen.
Regelmäßige Tiefenentspannung ist wichtig, damit das System entlastet wird und die Anspannung rechtzeitig abgebaut wird. Wichtig ist es, dass die Schleußen am Wehr, das den Fluss staut, rechtzeitig geöffnet werden.
Menschen mit Migräne können oft schlecht nein sagen und sich abgrenzen. Sie lassen sich deshalb mit Aufgaben überlasten. In Hypnose wird geübt, wie und wann man sich schützen, gesund abgrenzen und nein sagen kann wie mit einem Schutzmantel oder einer Tarnkappe. Es werden verschiedene Situationen imaginiert, um differenzieren zu lernen, wann und welche Distanz nötig ist oder wo man so geschützt ist, dass man den Mantel ablegen kann.
Kommunikation mit dem „Unbewussten“
Man sollte dankbar sein, dafür dass der Körper so klug ist und reagiert, bevor es zu einem völligen Zusammenbruch kommt. In Trance kann der Körper (das Unbewusste) befragt werden, was er braucht, um die Migräne nicht mehr ablaufen zu lassen und dauerhaft gesund zu werden. Kreative Alternativen werden gesucht und in Trance überprüft und angewendet.
In Altersregression wird die Situation aufgesucht, bei der die Migräne erstmalig aufgetreten ist. Mit neuen Fähigkeiten und Entscheidungen kann diese Situation aufgelöst und in die Zukunft projiziert werden.
Eine Bestandsaufnahme, eine Reise zu sich selbst, ist ein wichtiger Schritt mit Überprüfung der verschiedenen Ebenen des Erlebens, von der Gestaltung der Umgebung, den Einsatz der eigenen Fähigkeiten, Wertvorstellungen bis zur Identität und der Zugehörigkeit zur Familie und Welt. Was ist dabei in Ordnung? Was sollte verändert werden als Voraussetzung für ein kongruentes und zufriedenes Leben? Wo bestehen Blockaden, behindernde Einstellungen, Schuldgefühle, Selbstzweifel, unbewusste Selbstbestrafungstendenzen oder Konflikte, die gelöst werden sollten? Welche Ressourcen können dafür gefunden und eingesetzt werden?
Ein möglicher unbewusster sekundärer Krankheitsgewinn, ein Vorteil, der durch die Erkrankung entsteht, wie z-B. Schonung durch den Partner kann aufgedeckt und bearbeitet werden.
Selbsthypnose kann auch noch im Akutfall den Schmerz verringern oder ganz abstellen, besonders wenn man die ersten Anzeichen des Migräneanfalls spürt.






