(openPR) Sexualität ist für das körperliche und seelische Wohlbefinden von großer Bedeutung. Zum Verständnis der Störungen der Sexualität einer Frau ist die Kenntnis des normalen Ablaufs des Sexualakts wichtig. Er wird in vier ineinander übergehende Phasen eingeteilt:
In der Erregungsphase, die unterschiedlich lang ist, kommt es zum Feuchtwerden und anderen Veränderungen der Scheide und der Klitoris. Die Brustwarzen werden steif. Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz steigen. In der Plateauphase erweitert sich die Vagina. Die Muskulatur im unteren Scheidendrittel kontrahiert sich und verengt den Scheideneingang. Beim Orgasmus erfolgen rhythmische Kontraktionen der Scheidenmuskulatur und der übrigen Muskulatur im kleinen Becken. Die Aufmerksamkeit wird eingeengt. Mit dem Gefühl einer heftigen Lust treten Schreien, Stöhnen, Festklammern des Partners, gelegentlich auch Beißen oder Kratzen auf. Bei manchen Frauen zeigt sich eine starke Sekretabsonderung in der Scheide. Die Intensität des Orgasmus ist unterschiedlich. In der Rückbildungsphase lässt die Lust nach wenigen Sekunden nach, die Kontraktionen hören auf, Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz normalisieren sich. Im Unterschied zum Mann kann die Frau mehrere Orgasmen hintereinander erleben.
Die Übergänge der normalen Sexualität zu einer sexuellen Störung sind fließend. Frauen leiden häufiger an sexuellen Problemen als Männer. Etwa 33 Prozent der Frauen haben zeitweise kein Verlangen nach sexuellen Aktivitäten, etwa 19 Prozent haben Störungen der sexuellen Erregung, etwa 24 Prozent erleben keinen Orgasmus und etwa 14 Prozent klagen über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Ein noch größerer Anteil gibt an den Sex als unangenehm zu empfinden.
Sexuelle Störungen belasten die partnerschaftliche Beziehung. Frauen nehmen es oft hin mit dem Partner keinen Orgasmus zu erleben. Es bestehen bei Männern und Frauen häufig falsche Vorstellungen über die Sexualität. Es kann die Zärtlichkeit fehlen und der Sexualakt als eintönig empfunden werden. Um nicht als „frigide“ zu gelten, täuschen manche Frauen einen Orgasmus vor.
Verschiedene psychische und körperliche Faktoren beeinflussen das sexuelle Empfinden. Sexuelle Hemmungen, Scham- oder Schuldgefühle sind oft Folge einer strengen, sexualfeindlichen Erziehung. Niedriges Selbstwertgefühl, negatives Selbstbild, Stimmungslabilität, Ängste und Depressionen sind oft mit sexuellen Störungen verbunden.
Stress, Müdigkeit, Unsicherheit oder Probleme in der Partnerschaft oder auch körperliche Erkrankungen können die Sexualität beeinflussen. Die Angst zu „versagen“ führt zu einem Teufelskreis Die Erwartungsangst und die kritische Selbstbeobachtung führen zwangsläufig zum erneuten Versagen. Gegenseitige Schuldzuweisungen, Krisen oder Konflikte in der Beziehung spielen bei der Entstehung einer sexuellen Störung eine große Rolle. Oft fehlen zudem die Einfühlung oder die Kommunikation mit dem Partner über die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche.
Sexueller Missbrauch, eine Vergewaltigung, demütigende oder angstvoll erlebte sexuelle Erfahrungen können das Erleben von Sexualität auf Dauer behindern.
Gelegentlich tritt ein unstillbares Bedürfnis nach sexuellen Aktivitäten auch bei Frauen auf. Die meist jungen Frauen leiden unter einem geringen Selbstwertgefühl. Sie suchen immer wieder neue Kontakte, um sich zu bestätigen. Die dabei ständig wechselnden sexuellen Beziehungen sind jedoch meist enttäuschend. Eine Bindung kann kaum noch eingegangen werden.
Vor Beginn der Therapie steht das ausführliche Gespräch, um Informationen zur Vorgeschichte, bisherige Erfahrungen und Therapieversuche zu erhalten. In der Sexualberatung, im Einzel- oder Paargespräch, werden sachliche Informationen über den Geschlechtsverkehr vermittelt. Dabei können falsche Vorstellungen korrigiert und durch Offenheit über die sexuellen Vorgänge auch bereits Hemmungen und Schamgefühle abgebaut werden. Wichtig ist der Aufbau von Vertrauen und Sicherheit zum Therapeuten.
In der Sexualtherapie für Paare werden die Probleme mit Empathie angesprochen. Die Kommunikation kann durch aktives Zuhören und das Äußern von Wünschen verbessert werden. Sexuelle Konflikte können dabei geklärt, Hemmungen, Angstgefühle und Leistungsdruck offenbart werden. In einem mehrstufigen Therapieprogramm werden auch Anleitungen zu Körperübungen mit wechselseitigen Zärtlichkeiten empfohlen, wobei die Partner abwechselnd eine aktive oder eine passive Rolle einnehmen. Später kommt es zur sexuellen Stimulation ohne Penetration, während der Geschlechtsverkehr schließlich erst in der letzen Stufe erfolgen sollte.
Für viele Frauen ist es auch wichtig, Erfahrungen mit Selbstbefriedigung zu sammeln.
Da sich Sexualität vorwiegend im Gehirn abspielt, wo alle Reize und Eindrücke in sexuelle Erregung übersetzt werden lassen sich Hemmungen und Störungen durch Hypnose erkennen und abbauen.
Bei der Hypnosetherapie von Frauen mit Sexualstörungen werden individuell angepasste Therapiemaßnahmen eingesetzt. Durch die tiefe Entspannung wird Stress abgebaut.. Während der Trance werden positive Erfahrungen ohne Ängste oder Überforderungsgefühle aus der Vergangenheit aufgesucht. Die sexuellen Gefühle und Fantasien können dabei mental mit allen Sinnen erlebt, verstärkt und verankert werden. Bestimmte Suggestionen bauen eine positive Einstellung zum eigenen Körper und seinen Bedürfnissen auf. Die hemmende Selbstbeobachtung und negative Bewertungen, die als negative Autosuggestionen wirken, können abgebaut werden. Dabei sollte auch die Technik der Selbsthypnose erlernt und eingesetzt werden, um loslassen zu können. Innere Blockaden und frühe Prägungen werden in der Altersregression erkannt und bearbeitet. Durch die Verbesserung des Selbstwertgefühls und der Selbstsicherheit löst sich die Angst zu versagen auf. Auch traumatische Erlebnisse können durch die therapeutischen Maßnahmen bewältigt werden.
Das Ziel, Erotik und Sexualität genussvoll zu erleben, kann bei psychisch bedingten sexuellen Funktionsstörungen in den meisten Fällen durch die Hypnosetherapie gut erreicht werden.





