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Wer riskiert, verliert: 3.000.000.000 Euro

01.04.2011 • 18:29 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft
Bild: Wer riskiert, verliert: 3.000.000.000 Euro
LTV-Kampagneplakate
LTV-Kampagneplakate "Wer riskiert, verliert!"

(openPR) Lotto- und Toto-Verband NRW startet landesweite Aufklärungskampagne

Claudia Paichert, Lotto-Annahmestellenleiterin aus Lüdinghausen, ist die erste, die das druckfrische Infoplakat "Wer riskiert, verliert" heute in Händen hält. Auf dem vom Lotto- und Toto-Verband der Annahmestelleninhaber in NRW e.V. (LTV) produzierten Plakat prangern große Dominosteine mit Aufschriften wie z. B. "Sportwettenmonopol", "Lotteriemonopol", "Sport", oder auch "Soziales".



LTV-Geschäftsführer Tobias Buller erläutert die Hintergründe:
„Das Lotto-Domino zeigt die komplexen Zusammenhänge in einem besonderen Markt. Bei Dominosteinen kann ein einzelner Stein durch einen leichten Stoß umgeworfen werden, dabei werden auch benachbarte Steine zu Fall gebracht. So verhält es sich auch beim Sportwetten- und Lotteriemonopol. Werden die Sportwetten zukünftig in einem liberaleren Modell geregelt, droht das Lotteriemonopol zu kippen!“, sorgt sich Buller um die Existenz der Annahmestellen, die alleine in NRW rund 10.000 Arbeitsplätze stellen.

Am 10. März 2011 haben sich die Ministerpräsidenten im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) noch nicht vollständig über einen neuen Glücksspielstaatsvertrag – ab 2012 – einigen können. Es mehren sich die Anzeichen, dass es im Rahmen der nächsten MPK am 06.04.2011 zu einer abschließenden Regelung kommen könnte.

"Mit dem Fall des Monopols werden den Bundesländern bis zu 3 Milliarden Euro für Sport, Soziales, Kultur und Umwelt fehlen. Allein NRW kann jährlich mehr als 600 Millionen Euro aus Steuern und Abgaben für diese Zwecke verwenden; ein nicht unerheblicher Teil kommt dem Breitensport zugute", so Buller weiter.

Nur staatlich kontrolliertes Glücksspiel, so wie es z. B. in NRW die Westdeutsche Lotterie (WestLotto) betreibt, sichert eine verlässliche und nachhaltige Grundlage für die Förderung sozialer Projekte sowie der Sportförderung. Private und konzessionslose Anbieter würden im Falle einer Liberalisierung des Glücksspiels eher auf Gewinnmaximierung als auf die Förderung des Gemeinwohls achten.


Die Fakten:

• Sportwettenmonopol: Unkontrollierte Sportwetten weisen ein hohes Spielsuchtrisiko auf und können leicht manipuliert werden. Eine Liberalisierung des Sportwettenmarktes hätte erhebliche gesellschaftliche Folgen.

• Lotteriemonopol: Sollte der Sportwettenmarkt für weitere Anbieter geöffnet werden, ist auch die rechtliche Grundlage für das staatliche Lotteriemonopol in Gefahr. Die Folge: Bundesweit würden jährlich bis zu 3 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben für gemeinnützige Aufgaben fehlen.

• Sport: Die Breitensportverbände in Deutschland erhalten jährlich bis zu 500 Millionen Euro aus dem bestehenden Sportwetten- und Lotteriemonopol. In einem liberalisierten Markt müssten diese Mittel anders aufgebracht werden.

• Soziales: Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz erhalten Finanzmittel aus dem bisherigen Glücksspielmodell. Beispiel NRW: Eine Liberalisierung des Marktes würde den Verbänden bis zu 25 Millionen Euro für soziale Aufgaben entziehen.

• Kultur & Umwelt: Mit den Abgaben der staatlichen Lotteriegesellschaften finanzieren Kommunen und gemeinnützige Institutionen Umweltschutzmaßnahmen und Kulturaufgaben z.B. den Erhalt von Kulturdenkmälern wie den Kölner Dom. In einem liberalisierten Markt fehlen in NRW bis zu 25 Millionen Euro für diese Aufgaben.

• Verbraucherschutz: Das staatlich kontrollierte Angebot sichert hohe Verbraucherschutzstandards bei der Spielabwicklung und Gewinnauszahlung. Muss der Markt vollständig geöffnet werden, ist mit unkontrollierten Angeboten und sinkendem Verbraucherschutz zu rechnen.

• Gesundheit: Dank des streng reglementierten Glücksspielmarktes gibt es relativ wenige Glücksspielsüchtige in Deutschland. Durch eine Liberalisierung des Marktes steigt die Zahl risikoreicher Glücksspielangebote und damit die Gefahr von Glücksspielsucht. Die Kosten für die Behandlung der Glückspielsüchtigen trägt die Allgemeinheit.

• Arbeitsplätze: Lotto in Deutschland wird über die bewährten Annahmestellen angeboten. Glücksspiele werden dort von geschultem Personal verkauft. Ein liberalisierter Markt gefährdet das von den Verbrauchern anerkannte Vertriebssystem. Bundesweit stehen bis zu 60.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.


Aufgrund der Wichtigkeit besteht auch für nicht LTV-engagierte Annahmestellen die begrenzte Möglichkeit der Bestellung dieser Plakate. Interessierte wenden sich bitte an die LTV-Geschäftsstelle (E-Mail oder Telefon: 0251.414167-0).

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