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Die Kehrseite der Organspende

02.06.200511:46 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Presseerklärung zum „Tag der Organspende“ am 4. Juni 2005

Auch am diesjährigen „Tag der Organspende“ wird wieder für eine größere Spendebereitschaft geworben. Im Blick sind dabei nur die Organempfänger, denen mit einem fremden Organ geholfen werden soll. Die Initiative Kritische Aufklärung über Organtransplantation – KAO möchte gerade an diesem Tag auch auf das Leid hinweisen, das den Spendern und ihren Angehörigen bei einer Organtransplantation zugefügt wird.

Weil keiner will, dass ihm bei lebendigem Leib Organe entnommen werden, wird propagiert, das Hirnversagen sei bereits der Tod des Menschen. Dazu wurde extra der Begriff „Hirntod“ eingeführt. Trotzdem überwiegen die Zweifel in der Bevölkerung, und auch unter Fachleuten wird der Hirntod als Tod des Menschen immer weniger akzeptiert. So hat auf dem gerade stattgefundenen 30. Evangelischen Kirchentag in Hannover der Hamburger Psychiater Klaus Dörner darauf hingewiesen, dass nach neueren Forschungsergebnissen von Hirnforschern und Neurologen der „Hirntod“ nicht mehr als Tod des Menschen angesehen werden kann. Im Podium „Behütetes Sterben und Organspende, vereinbar oder nicht?“ haben die Kulturwissenschaftlerin Anna Bergmann, der Theologe Manfred Balkenohl, der Erziehungswissenschaftler/Sozialethiker Franco Rest und der Mediziner Linus Geisler deutlich gemacht, dass „Hirntote“ Sterbende, also noch lebende Menschen sind und Organentnahme mit Sterben in Würde nicht zu vereinbaren ist. Diese Erkenntnis deckt sich mit den schmerzlichen Erfahrungen von Angehörigen, die sich zu einer Organspende haben drängen lassen und denen die liebevolle Begleitung des Sterbenden genommen wurde.

Nur noch die Transplantationsmediziner, wie der Essener Chirurg Christoph Brölsch, halten krampfhaft an der Vorverlegung des Todeszeitpunktes fest, weil sie fürchten, andernfalls keine Organe mehr zu bekommen. In den Krankenhäusern wächst jedoch vor allem bei den Pflegekräften das Unbehagen, an Organentnahmen bei Patienten mitzuwirken, deren Herz noch schlägt, die warm sind, die beatmet, behandelt und gepflegt werden. Die Folge ist, dass die meisten „Hirntoten“ nicht an die Transplantationszentren gemeldet werden.


Wenn also „Hirntote“ Sterbende sind, stellt sich die Frage nach der Berechtigung von Organentnahmen ganz neu, vor allem, wenn es um Menschen geht, die dem nicht selbst und in Kenntnis der Fakten zugestimmt haben.

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