(openPR) Aktuelle Destatis-Zahlen zum Verdienstabstand geben keine Entwarnung
Berlin. Das Berufsfrauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) Germany sieht die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts zum so genannten “Gender Pay Gap” als Aufforderung, weiter am Abbau von geschlechtsspezifischer Entgeltungleichheit zu arbeiten. Die Studie zeigt, dass Frauen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde durchschnittlich 8 Prozent weniger verdienen als Männer. Werden die unterschiedlichen Zugangschancen beider Geschlechtergruppen auf bestimmte Tätigkeitsfelder oder Positionen sowie strukturelle Benachteiligungen mit eingerechnet, liegt der Entgeltunterschied nach wie vor bei 23 Prozent.
„Die heute vom Statistischen Bundesamt vorgelegte Studie zeigt uns deutlich, dass wir unser Ziel ‚gleicher Lohn für gleiche Arbeit’ noch lange nicht erreicht haben und in Deutschland weiter am Abbau der Ursachen arbeiten müssen“, verdeutlicht Dagmar Bischof, Präsidentin des BPW Germany. „Zum nächsten Equal Pay Day werden wir deshalb verstärkt auf die Ursachen von Entgeltungleichheit eingehen und Maßnah-men vorstellen, die diese Ursachen angehen“, so Bischof weiter.
Nach Angaben von Destatis sind 63 Prozent des so genannten unbereinigten Gender Pay Gap vor allem darauf zurückzuführen, dass Frauen in Berufen und Branchen ar-beiten, die schlechter bezahlt sind, dass sie weitaus seltener in Führungspositionen anzutreffen sind und familienbedingt eher einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen als Männer. „Es kann nicht angehen, dass die Entgeltentwicklung von Frauen ab 30 stagniert, während Männer in dieser Zeit erhebliche Verdienststeigerungen zu ver-zeichnen haben“, betont Bischof. „Frauen müssen Voraussetzungen vorfinden, die ihnen eine Existenz sichernde Berufstätigkeit ermöglicht und zwar auf demselben Gehaltsniveau wie Männer“, fährt Bischof fort.
Der nächste Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, der Equal Pay Day, wird am 25. März 2011 stattfinden. Das Datum des Equal Pay Day markiert den Zeitraum, den eine Frau über den Jahreswechsel hinaus arbeiten muss, um den Jahresverdienst ihres männlichen Kollegen zu erreichen.
Zum Equal Pay Day:
2008 wurde der Equal Pay Day auf Initiative des BPW Germany erstmals in Deutschland durchge-führt. Entstanden ist der „Tag für gleiche Bezahlung“ in den USA. Initiatorinnen waren die amerika-nischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen. Diesen Gedanken griff der BPW Germany 2007 auf und startete die Initiative Rote Tasche, aus der heraus die Idee für die bundes-weite Einführung des Equal Pay Day entstanden ist. Die roten Taschen stehen für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.
Daten, Fakten, Verhandlungstipps und umfangreiches Recherchematerial zu Entgeltgleichheit und zum Equal Pay Day unter www.equalpayday.de.











