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Tibeter in Kyegudo protestieren gegen die Enteignungspläne der Regierung

14.06.201008:11 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tibeter in Kyegudo protestieren gegen die Enteignungspläne der Regierung

(openPR) Dutzende von tibetischen Einwohnern der kürzlich durch ein Erdbeben verwüsteten Region Kyegudo protestieren gegen die Pläne der Lokalverwaltung, ihnen ihren Grund und Boden wegzunehmen, um darauf Eigenheime, Schulen, Parks, Hotels, Bürogebäude und andere Baulichkeiten zu errichten.



Einige der von den Behörden beanspruchten Grundstücke haben durch das Erdbeben im April überhaupt nicht Schaden genommen.

„Die Lokalregierung hat die Bewohner aus ihren Häusern vertrieben – sie sagen, sie müßten das Gelände säubern, um Bürogebäude, Schulen und Parks darauf zu errichten. Sie wollen uns das Land von unseren Häusern und Feldern wegnehmen“, sagte ein Einwohner von Yushu.

„Das hat die Tibeter hier sehr aufgebracht, sie argumentierten, daß das Land ihnen seit Generationen gehöre. Deshalb zogen sie in den vergangenen Tagen zu Hunderten vor die Gebäude der Lokalregierung. „Täglich protestieren um die 100 Tibeter und fordern ihr Recht, auf ihren Grund und Boden und ihre Felder zurückkehren zu können, aber die Behörden schenken ihnen kein Gehör.“

Ein anderer Tibeter sagte, „mehrere Hundert“ Tibeter hätten protestiert. Er sei sich nicht sicher, ob die Polizei Laien oder Mönche festgenommen habe. „Die Leute wollen nicht darüber reden, sie haben solche Angst“.

Viele der dort ansässigen tibetischen Familien halten nichts von dem Angebot der Regierung, ihnen als Entschädigung für den Verlust ihres Grunds und Bodens je 80 qm große Häuser zur Verfügung zu stellen. „Wir Tibeter haben schon immer große Familien gehabt und viele Mitglieder einer Familie wohnen unter einem Dach. Deshalb ist eine Wohnfläche von 80 qm einfach zu wenig für uns“, fügte der Bewohner Yushus hinzu.

Ein per Telefon kontaktierter Polizist bestätigte, daß es so einen Vorfall gäbe, aber meinte: „Ich habe keine genauen Information für Sie“. Eine Angestellte in der Bezirksregierung von Yushu gab an, daß über eintausend Tibeter seit Tagen vor dem Gebäude ausharrten und eine Lösung des Konflikts um das Land forderten. Die Frau, die ihren Namen nicht nennen wollte, fügte hinzu, daß Vertreter der Bezirksregierung entsandt worden seien, um mit den Protestierenden zu sprechen.

„Die Bittsteller wollten mit einigen Offiziellen reden, und das konnten sie nun tun. Aber nicht mit Xi Jinping. Die Angelegenheit ist noch nicht gelöst. Sie sagen, die Regierung habe ihnen ihr Land weggenommen und sie wollen es zurückhaben, sie wollen ihre Häuser zurückhaben. Sie protestierten hier täglich, aber heute sind es etwas wenig geworden“, sagte sie. Festnahmen habe es keine gegeben, meinte sie.

Die Polizei ließ die protestierenden Tibeter nicht an den chinesischen Vize-Präsidenten Xi Jinping heran, als dieser kürzlich der Gegend einen Besuch abstattete, bestätigte ein anderer Bewohner.

Ein aus Yushu gebürtiger Tibeter, der jetzt in den USA wohnt, berichtete, seine dort verbliebenen Angehörigen hätten geklagt, daß „die Lokalregierung sich die besten Grundstücke für den Bau von staatlichen Gebäuden, Schulen und öffentlichen Parks reserviere“.

„Die Tibeter, die beim Staat angestellt sind, folgen den Instruktionen der Regierung, aber die anderen appellierten, daß diese Entscheidungen zurückgenommen werden sollten. Sie erklärten den Behördenvertretern, daß, gleichgültig, ob sie nun seit 10 oder 20 Jahren hier lebten, sie nicht von ihrem Land weichen würden“.

„Sogar während der Kulturrevolution, als viele Tibeter ihre Lieben verloren, bestanden sie darauf, auf dem Land ihrer Vorfahren bleiben zu können“.

Ein anderer Tibeter, der jetzt in New York wohnt und dessen Verwandte noch in Yushu sind, sagte, die chinesische Regierung habe damit begonnen, kleine Wohneinheiten für die Umsiedelung aus Yushu zu bauen, die für die dort ansässigen Tibeter aber sehr ungeeignet seien.

„Die Tibeter dort sind dagegen, daß die Regierung diese kleinen Wohneinheiten für sie baut. Sie ziehen die Hilfe von internationalen Wohlfahrtsorganisationen vor oder möchten lieber ihre eigenen Häuser langsam selber wiederaufbauen als in diese vom Staat gestellten Behausungen zu ziehen.“

Der aus Yushu stammende Tibeter fügte hinzu, die Tibeter der Gegend seien größtenteils recht selbstgenügsam, und er lobte die tibetischen Mönche für ihr schnelles Handeln, als sie den Opfern des Erdbebens im April erste Hilfe leisteten.

„Einige Opfer bekamen überhaupt nichts von der Regierung, selbst nach drei oder vier Wochen noch nicht, weil alle Hilfsgüter so viele Kontrollen und Verifizierungen passieren mußten. Die tibetischen Mönche brachten jedem Betroffenen eigenhändig und ohne Verzögerung das Allernotwendigste“.

Kunga Tashi, ein Mitarbeiter im Tibet-Büro in New York, bedauerte, daß die tibetischen Mönche so bald nach der Katastrophe von der Regierung zum Verlassen der Region gezwungen wurden. „Dem religiösen Glauben der Tibeter entsprechend sollen sie gute Taten für gewöhnliche Leute vollbringen. Daß sie nun aus unklaren Gründen aus der Katastrophenregion ausgewiesen wurden, hat sie tief verletzt und könnte auf die Dauer zu einer Art von Instabilität führen“, sagte Tashi.

Bald nach dem Erdbeben forderte Chinas mächtige Propagandamaschinerie, die „negativen Nachrichten“ über das Geschehen in Yushu einzuschränken. In ihrer Direktive vom 25. April an die Nachrichtenagenturen wies die zentrale Propagandaabteilung die staatlichen Medien an, nicht mehr so viel über die von den Tibetern selbst geleistete Hilfe in dem am schlimmsten betroffenen Gebiet zu berichten.

„Berichtet über das Erdbeben in wissenschaftlichen Begriffen, übt keine Kritik an dem Erdbeben-Frühwarnsystem, konzentriert euch nicht zu sehr auf die Bemühungen der buddhistischen Mönche, und berichtet statt dessen ausführlich über die von dem staatlichen Fernsehen CCTV organisierten Spendenaufrufe“, heißt es in der Direktive.

Die tibetischen Bewohner von Yushu sagen, die Berichterstattung der staatlichen Medien sei weit davon entfernt, die tatsächliche Lage vor Ort wiederzugeben, und die Rettungs- und Aufräumoperationen seien unzulänglich. Chinas offizieller Nachrichtenagentur Xinhua zufolge kamen bei dem Erdbeben 2.700 Menschen ums Leben, während die Schätzungen der Tibeter viel höher liegen.

Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org

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