(openPR) Leipzig. Am 15. April 2010 wird der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, für einen verletzten Soldaten im Sozialamt der Stadt Leipzig symbolisch eine Nummer ziehen und den Soldaten auf dessen Weg zum Sozialhilfeempfänger begleiten. Die Hauptfürsorgestelle in Chemnitz verzögert seit einem Jahrzehnt die zustehende Versorgung. Genaue Fallanalyse: www.dkof.de/6
Rückblick: Der junge Unteroffiziersanwärter ist erschöpft. Gerade hat er seine Durchschlageübung beendet. Die letzte Hürde auf dem Weg zum Soldaten auf Zeit ist erfolgreich genommen. Müde steht der kleine Trupp auf einem Maisfeld, fünf Meter von einer Straße entfernt. Ein Auto kommt angerast, gerät ins Schleudern, überschlägt sich und trifft den im Maisfeld stehenden jungen Mann. Seine Lunge beginnt sich mit Blut zu füllen, die Rippen 1 bis 8 der rechten Seite sind gebrochen, der Brustkorb gequetscht. Das Schulterblatt ist zertrümmert, das Bein ebenfalls, ein Nerv gerissen, das Knie grotesk verdreht, das Gesicht zerschnitten. Mehr als zehn Blutkonserven werden gegeben. Er wird erst Wochen später im Krankenhaus wieder wach werden.
Es ist der 23. November 1995.
Jetzt, 15 Jahre später, ist der ehemalige Soldat ohne Krankenversicherung und ohne Einkommen am Ende. Der Freistaat Sachsen schiebt ihn in die Sozialhilfe. Obwohl die Bundesrepublik Deutschland beschädigten Soldaten Versorgung garantiert, bleiben sie oftmals unversorgt. Der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe möchte durch seine Anwesenheit auf diese Ungerechtigkeit hinweisen.
Deutschland befindet sich im Krieg. Vor einer Woche wurde ein Soldat aus Sachsen erschossen. In Sachsen ist die Versorgung verwundeter Soldaten derzeit keinesfalls sichergestellt. Verantwortung dafür trägt das Sozialministerium des Freistaates Sachsen, dessen Behörden nicht korrekt arbeiten. Das ARD Politmagazin "Panorama" wird am 15. April 2010 darüber einen Beitrag ausstrahlen.











