(openPR) In der letzten Woche hat der Preis für ein Fass Brent von USD 83 auf USD 77 deutlich nach unten korrigiert, während die US-Währung leicht an Wert zulegt und wieder bei CHF 1.02 notiert. Insgesamt resultiert daraus und den für die Jahreszeit problemlosen Pegelständen des Rheins ein Schweizer Heizölpreis, der zu den moderateren seit 2005 zählt, gleichzeitig aber auch zu den teureren Heizölpreisen der vergangenen zwölf Monate. Eine Auslegeordnung des Ölmarktes zeigt folgendes Bild: Einem überaus reichlichen Angebot steht eine schwache Nachfrage gegenüber, die auf den Werten von 2005 stagniert. Der Ölpreis indessen hat sich von dieser Situation entkoppelt und ist daran gemessen zu hoch. Für das Preispolster sorgt die Finanzwelt. Dank günstigster Kreditmöglichkeiten mit Leitzinsen nahe dem Nullpunkt und einer grosszügigen Geldmengen-Politik der Notenbanken ist ausreichend Spielgeld erhältlich, um den schnellen Dollar an Aktien- oder Rohwarenmärkten zu machen. Diese flüchtigen Mittel schwappen von einem attraktiven Anlagefeld ins nächste, derzeit ist gerade die US-Währung im Trend, obwohl die US-Wirtschaft unübersehbare Schwächen zeigt. Die Arbeitslosenzahlen bleiben hoch, die Konsumlust tief, der Immobilienmarkt steckt unverändert in einer tiefen Krise. Es wird dauern, bis die einstige Lokomotive der Weltwirtschaft wieder Fahrt aufnimmt. In China ist dies bereits der Fall. Seine Volkswirtschaft meldet rekordverdächtige Import- und Exportzahlen, die Ölimporte steigen kräftig. Um die Wirtschaft nicht zu überhitzen, hat Chinas Nationalbank nun die Bremse in Form schärferer Rahmenbedingungen bei der Kreditvergabe an Geschäftsbanken angezogen. Auch die Leitzinsen dürften im Laufe des Jahres anziehen. Damit fällt ein wichtiger Baustein rascher spekulativer Gewinn-Hoffnungen aus den Traktanden. Der Ölmarkt bleibt weiterhin vor allem wegen der Unwägbarkeiten der Finanzwelt schwer einschätzbar. Aufgrund der realen Versorgungslage müsste der Ölpreis eigentlich seit langem deutlich tiefer liegen, seit März 2009 wurde allerdings jeder namhafte Ölpreis-Nachlass als Einstiegsgelegenheit für spekulative Käufe genutzt und ein realistischerer Ölpreis verhindert.













