(openPR) Die Freude über einen günstigeren Heizölpreis dauerte nur ein paar Stunden. Gestern Nachmittag sauste der Ölpreis an den Rohwarenbörsen nach seinem Kurssturz von Mittwoch wieder rasant nach oben. Gleichzeitig verlor der US-Dollar an Wert und notiert als Gegenbewegung zum Rohölpreis wieder unter CHF 1.02. Das Spiel geht schon seit Monaten so und zeigt deutlich, dass die derzeitige Ölpreis-Bildung weniger mit den Regeln von Angebot und Nachfrage als viel mehr mit Spekulation zu tun hat. Die mit kostenlosen Dollars der Notenbanken geflutete Finanzwelt pokert mit vollem Einsatz auf einen höheren Ölpreis. Dieser treibt das US-Handels-Defizit, das zur Hälfte durch Ölimporte verursacht wird, in die Höhe, was die Notenbank mit einer höheren Geldmenge aufzufangen versucht. Die tiefen Leitzinsen und der an Wert verlierende Dollar verscheucht gleichzeitig die Anleger in besser verzinste Anlagen wie Rohwaren oder ausserhalb des Dollar-Raumes. Das wiederum verstärkt den beschriebenen Kreislauf, das Spiel geht weiter. Mit der realen Versorgungslage hat der derzeitige Ölpreis nichts zu tun. Die Versorgung war seit Jahrzehnten nicht so gut wie heute, täglich werden ca. 5 Mio. Barrel Rohöl bewusst nicht gefördert – weil es keine Nachfrage mehr dafür gibt. Die reale Wirtschaft hat die Krise, die durch die Finanz-Experimente zwischen 2004 und 2008 verursacht wurde, bei weitem nicht verdaut, die Konsumlust ist im Keller, die Arbeitslosenzahlen steigen in einer Art Heckwelle hinter dem Finanzkrisen-Schiff munter weiter. Irgendwann wird der letzte Anleger realisieren, in welch luftige Höhe die Rohwarenpreise im Vergleich zur realen Nachfrage gestiegen sind, dann dürfte sich das Krisen-Szenario von 2008 wiederholen. Vorläufig ist aber Party angesagt. Die feiern auch die Schweizer Behörden am 1. Januar 2010. Auf dieses Datum hin verdreifachen sie ihre Einnahmen aus der CO2-Abgabe. Was für Sie als KonsumentIn bedeutet, dass Heizöl über Nacht CHF 7.— teurer wird. Und dass Sie das mit einer frühzeitigen Füllung vor diesem Datum nochmals vermeiden können. Geplant ist, diese CO2-Abgabe in regelmässigen Abständen weiter zu erhöhen, wie das mit allen Gebühren und Abgaben in der Schweiz immer gemacht wird.











