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Reform der Intensivpädagogik im Ausland gefordert

28.07.200916:15 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Reform der Intensivpädagogik im Ausland gefordert

(openPR) Jeder kennt so genannte Problemkids. Sie klauen, prügeln, zerstören und schwänzen die Schule. Was hilft, wenn nichts mehr zu helfen scheint? Ein Hoffnungsstreif am Horizont sind seit den 80er Jahren die intensivpädagogischen Auslandsmaßnahmen der deutschen Kinder- und Jugendhilfe. Mit Segel- oder Reiseprojekten versuchen Erzieher und Jugendliche, den Absprung zu schaffen – fern von Heim und Jugendpsychiatrie. Die Erziehungswissenschaftler Dr. Torsten Fischer, Baltic College Güstrow, und Dr. Jörg W. Ziegenspeck, Leuphana Universität Lüneburg, haben mit dem Betreuungs-Report Ausland (BRA) der Wirklichkeit und der Wirksamkeit intensivpädagogischer Betreuungsmaßnahmen im Ausland eine empirische Analyse zugrunde gelegt.



Dem Forscherteam ging es darum, einen Beitrag zum aktuellen Stand intensivpädagogischer Auslandsmaßnahmen zu leisten und Spekulationen wie Vorurteilen fundierte Forschungsergebnisse entgegen zu setzen. Drei Jahre lang besuchte das Forscherteam mehr als 80 Kinder und Jugendliche und deren Betreuer in 12 Ländern. Sie interviewten, filmten die Kinder und Jugendlichen in ihrem Umfeld und ließen sie Fragebogen ausfüllen.

Das Ergebnis dieses „Betreuungs-Report Ausland“ ist in einigen Punkten kritisch: Die Projekte sollten eine angemessene Vorbereitungszeit haben, damit sich die Kinder- und Jugendlichen auf ihren Aufenthalt einstellen, mit ihren Problemen in Verbindung bringen können und den Sinn darin sehen. Außerdem sollte die vorgeschriebene Fachkenntnis und Sprachkenntnis der Betreuer gewährleistet sein, damit sie ihre Schützlinge gezielt fördern und fordern können. Zudem sei bei manchen Projekten die Notwendigkeit, diese Projekte im Ausland durchzuführen, verloren gegangen: Vor allem die renommierten Schiffs- und Reiseprojekte sind zurückgegangen und an ihre Stelle treten Standprojekte, die an einem Ort eine familienähnliche Ersatzumgebung schaffen. In diesen Standprojekten kommen erlebnispädagogische Methoden und Angebote nur noch am Rande vor.

Mehr Vorbereitung, Fachkenntnis und erlebnispädagogische Methoden: Die Initiatoren rufen zur Veränderung auf, damit erfolgreiche intensivpädagogische Maßnahmen im Ausland weiter betrieben und adäquat eingesetzt werden können, zumal sie – entgegen aller Vorurteile – keine zusätzlichen Kosten verursachen. Im Regelfall sind sie sogar kostengünstiger als im Inland, so die Studie. Der durchschnittliche Tagessatz für Auslandsbetreuung liegt bei 149,- Euro. Die Forscher weisen darauf hin, dass es ohne nötige Reformen um die intensivpädagogischen Auslandsprojekte stiller werden könnte. Schon sei ein Rückgang zu spüren.

Der vorliegende Betreuungs-Report Ausland (BRA) ist Ergebnis des Forschungsprojekts „Intensivpädagogische Auslandsmaßnahmen in den Hilfen zur Erziehung nach §§27ff. SGB VIII und ihre Folgen“, das zwischen 2006 und 2009 unter der Federführung von Prof. Dr. Torsten Fischer (Baltic College, University of Applied Sciences) und Prof. Dr. PhDr. Jörg W. Ziegenspeck (Institut für Erlebnispädagogik, Leuphana Universität Lüneburg) durchgeführt wurde.

Die Studie wendet sich an Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Psychologen, Fachpolitiker, Behörden und Trägergruppen, die intensivpädagogische Auslandsmaßnahmen anwenden und stetig verbessern wollen.


Buchhinweis:

Der „Betreuungs-Report Ausland. Eine empirische Analyse zur Wirklichkeit und Wirksamkeit intensivpädagogischer Betreuungsmaßnahmen im Ausland“ ist 2009 als Band Nr. 17 der Reihe „Wissenschaft und Praxis“ in der „edition erlebnispädagogik Lüneburg“ erschienen. ISBN 978-3-89569-083-9

Autoren:

Dr. Torsten Fischer ist Professor für Bildungsmanagement und Erwachsenenbildung am Baltic College in Güstrow.

Dr. Jörg W. Ziegenspeck ist Professor für Erziehungswissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg.

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