(openPR) Vom Saulus zum Paulus? Es ist noch nicht allzu lange her, dass sich die bayerische Staatsregierung bei der Klage eines Imkers gegen den Genmais-Anbau von Rechtsanwälten des Monsanto-Gentechnikkonzerns vertreten ließ. Heute versuchen verschiedene Teile der CSU, sich als Gegner der sogenannten „grünen Gentechnik“ zu profilieren.
Der bayerische Agrarminister Söder setzt sich im Bayerischen Fernsehen als Retter vor der Gentechnik in Szene, manche seiner Parteifreunde tun dies schriftlich. So fordert auch CSU-Landtagsmitglied Roland Richter in den Chiemsee-Nachrichten, die Gentechnik sofort zu verbieten und auch Ministerpräsident Seehofer scheint sich langsam vom Genhofer zum Grünhofer zu wandeln.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner ist zwar nicht grundsätzlich gegen die Agrargentechnik, meint aber, sie wolle lieber die Bundesländer über ein Verbot der Gentechnik entscheiden lassen. Wenn die bayerische Staatsregierung selbst über die Zulassung oder ein Verbot von Genmais in Bayern entscheiden dürfte, dann wäre der Freistaat sicher schon bald ein sicheres Absatzgebiet von Monsanto in der EU. Der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner meint nämlich, dass es die bayerische Staatsregierung für wichtig erachte, den seit dem Jahr 2000 laufenden Langzeitanbau auch in 2009 „zu Forschungszwecken“ weiter fortzusetzen.
Die Bayernpartei vermutet, dass die Rhetorik der CSU in Sachen Gentechnik sich einmal mehr als reine Wahlkampftaktik entpuppen wird. Die Lippenbekenntnisse einiger CSU-Mandatsträger sollen den Wählern suggerieren, dass sich die CSU nun wirklich für ein Verbot der Gentechnik einsetzen wolle. Das hatten wir schon mal: Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer erklärte im Jahr 2000 angesichts der Proteste vieler Landwirte, den Genanbau wieder stoppen zu wollen. Schon im darauffolgenden Jahr jedoch ließ Seehofer den Genanbau erneut zu.
Wie lange noch wollen wir uns von unseren Politikern eigentlich noch hinters Licht führen lassen?










