(openPR) Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. fordert schulrechtliche Regelungen, die den Kindern in jedem Bundesland gleich gute Bildungschancen bieten und einen begabungsgerechten Schulabschluss ermöglichen.
Frühförderung von Kindern gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines Landes, um allen Kindern eine Chancengleichheit zu verschaffen. Laut UNICEF erreichte Deutschland auch nach Einführung des Elterngeldes in der Kinderbetreuungsstudie lediglich die Hälfte der Kriterien und landete auf dem 13. Platz. „Gute Kindergärten und Krippen können entscheidend zur sozialen, emotionalen, sprachlichen und kognitiven Entwicklung der Kinder beitragen“, sagte der Autor der Studie, Peter Adamson, vom UNICEF-Forschungsinstitut „Innocenti“ in Florenz. Soziale Benachteiligungen könnten dadurch gemildert und die Basis für das spätere schulische Lernen gelegt werden.
Die Probleme gehen in der Grundschule weiter und die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen ebenfalls auf, dass auch in der Sekundarstufe keine ausreichende Förderung stattfindet. „Kein Wunder, wenn in einer Klasse 30 Schüler sitzen, pro Schulstunde netto nur 35 Minuten Unterricht stattfinden und dann soll in der Zeit auch noch binnendifferenziert gefördert werden. Da bleiben pro Schüler und Schulstunde rechnerisch noch nicht mal 10 Sekunden Förderung“, bemängelt Christine Sczygiel, Vorsitzende des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie. „Kinder mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie bleiben trotz guter Begabung in unserem Schulsystem auf der Strecke, weil schulisch nicht ausreichend gefördert werden kann. Die soziale Schere kommt so besonders deutlich zum Tragen, denn viele Eltern sind nicht in der Lage, die notwendig werdenden außerschulischen Therapien zu bezahlen.“
In der PISA-Studie wurde deutlich, dass sich die Länder, in denen es kleine Schulklassen gibt, deutlich verbessern konnten. Lehrer sind weder durch ihre Ausbildung noch durch die Rahmenbedingungen an unseren Schulen dazu in der Lage, Kinder mit besonderen Lernstörungen ausreichend zu fördern. „Wir brauchen dringend Netzwerke, welche die betroffenen Kinder auffangen. Dazu gehören einerseits schulrechtliche Regelungen, die den Kindern in jedem Bundesland gleich gute Bildungschancen geben und andererseits individuelle Förderstrategien, die das Kind befähigen, einen begabungsgerechten Schulabschluss zu erreichen“, fordert Sczygiel.
Trotz des insgesamt positiven Trends der PISA-Ergebnisse verweist auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf die fehlende Chancengleichheit in den Schulen. Dies sei nach wie vor auch das größte Problem des deutschen Bildungssystems. Nach Aussage der Vizevorsitzenden der Bildungsgewerkschaft, Marianne Demmer, sei die konsequente Förderung von jungen Leuten, die die Mindeststandards in den Schulen nicht erreichen, die größte Herausforderung für die Schulpolitik.
Weitere Informationen zum Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. sowie über die Rechte von Legasthenikern und Dyskalkulikern sind im Internet unter www.bvl-legasthenie.de abrufbar.
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