(openPR) 30. Oktober 2003 - Unter erheblichem politischem Druck erteilte das BUWAL heute die Bewilligung zum Weizen-Versuch der ETH in Lindau. Obwohl Umweltschutzverbände wie der Basler Appell gegen Gentechnologie und sogar die nationale Ethikkommission den Versuch als überflüssig und gefährlich beurteilen.
Das BUWAL kann einem leid tun. Es ist nicht sicher, was seinem Image mehr schaden wird: Der äusserst unpopuläre positive Entscheid für den Freisetzungsversuch der ETH oder die Tatsache, dass ihm das Budget derart zusammengestrichen wurde, dass man daran zweifeln muss, dass es seine Funktion überhaupt noch richtig ausüben kann.
Es ist erstaunlich, wie zäh und uneinsichtig die ETH Zürich an ihrem Weizen-Versuch festhält: Denn die geplante Freisetzung ist nicht nur unnötig, weil der Stinkbrand beim Weizen keine Krankheit darstellt, die man nicht mit alternativen Mitteln bekämpfen kann. Nein, auch die Fachwelt wird den Kopf schütteln über einen Versuch, den man nicht länger als zeitgemäss bezeichnen kann, was Inhalt und Methodik angeht. Liegt die ETH mit Ihrer Pflanzenforschung total im Abseits? Mit veralteten Methoden und vollkommen neben den Bedürfnissen der Schweizer Bevölkerung und der Landwirtschaft, wo doch gerade die Forschung der ETH durch öffentliche Gelder erst ermöglicht wird?
Ebenso erstaunlich ist, dass der konsequenten Ablehnung der Ethikkommission für die Gentechnik im ausserhumanen Bereich bei der Frage nach der Bewilligung keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Eine gefährliche Sache, wenn man bedenkt, dass stets damit argumentiert wird (vor allem auch im medizinischen Bereich), dass alle Versuche mit Anwendungen der Gentechnik der strengen Beurteilung verschiedener Ethikkommissionen unterliegen. Wird hier nicht eindrücklich demonstriert, dass auch Ethikkommissionen nur eine Scheinfunktion ausüben?
Schade, dass nun auch die Schweiz von der Karte der gentechfreien Zonen und Länder gestrichen werden wird. Der Eintritt in die Gentech-Welt wird auch in der Schweiz erfolgen, wenn nicht engagierte Umweltverbände weiterhin verhindern können, dass dieser unnütze Weizen freigesetzt werden wird. Der Basler Appell gegen Gentechnologie verurteilt die Freisetzung des ETH-Weizens aufs schärfste und wird den Widerstand der betroffenen Anwohner weiter nach Kräften unterstützen.
Für Rückfragen: Pascale Steck, Basler Appell gegen Gentechnologie, 061 692 01 01

