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Darmstadt - Applaus für Tierquälerei?

16.10.200802:26 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Tierrechtler protestieren gegen Tierhaltung im Cirucs Carl Busch
Tierrechtler protestieren gegen Tierhaltung im Cirucs Carl Busch

(openPR) Schon mehrmals geriet der Circus Carl Busch ins Visier von Tierschützern. Nun schlägt er seine Zelte in Darmstadt auf - mit Elefanten, Eseln, Kamelen, Pferden, Tigern und Ziegen. Die TierrechtsInitiative Rhein-Main kündigt Protestaktionen an



Darmstadt • Zwei Wochen lang wird der Zirkus, der auch Tiere mitführt, die laut Bundesratsbeschluss nicht mehr in Zirkussen gehalten werden sollten, in Darmstadt auftreten. Dies nehmen Tierrechtler und Tierrechtlerinnen zum Anlass, zu Demonstrationen vor den Vorstellungen aufzurufen. Die TierrechtsInitiative Rhein-Main fordert, dass die Politik endlich das 2003 beschlossene Verbot für die Haltung einiger Tierarten umsetzt und fordert zugleich, dass das Verbot auf alle Tierarten ausgedehnt wird.

Schon bei dem Gastspiel in Frankfurt im Juli/August 2007 protestierten die ehrenamtlich Aktiven regelmäßig gegen den Circus Carl Busch. Die Zustände hinter den Kulissen entsprachen nicht den Mindestanforderungen der Leitlinien des Bundesverbraucherministeriums. Vor allem die fehlende Ausgestaltung der Käfige und der ungenügende, zum Teil nicht vorhandene Auslauf wird bemängelt. »Leider ist es bei fast allen Zirkussen mit Tierhaltung an der Tagesordnung, dass die Tiere nicht so gehalten werden, wie es der Gesetzgeber vorsieht«, bedauert Viola Kaesmacher von der TierrechtsInitiative Rhein-Main.

Die Zirkusse behaupten, alles sei in Ordnung und schließlich würden sie auch regelmäßig kontrolliert. Tatsächlich? Wiederholt stellte die TierrechtsInitiative Rhein-Main fest, dass Kontrollen von Amtsveterinären gar nicht, zu spät oder aber völlig unzureichend stattfinden. Und falls ein beherzter Amtsveterinär tatsächlich seine Augen nicht verschließt, hat er kaum Möglichkeiten für einen Vollzug seiner Auflagen, denn ein paar Tage später ist der Zirkus abgereist. Solange das Zirkuszentralregister nicht eingeführt ist, wird sich an diesen Zuständen auch kaum etwas ändern, befürchten die Tierrechtler und hoffen, dass die Hessische Tierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin sich weiterhin engagiert hierfür einsetzt.

Tierrechtler und Tierrechtlerinnen lehnen jegliche Ausbeutung von Tieren ab. Oftmals geschehen die Zustände, die sie abstellen möchten, im Verborgenen - weit weg von der Öffentlichkeit. Bei der Zurschaustellung von Tieren im Zirkus ist das jedoch anders. Der "Normalbürger" macht sich nicht viele Gedanken darüber, sondern findet es interessant, auch einmal exotische Tiere live sehen zu können. Was geschieht aber hinter den Kulissen, wieso tun Zirkustiere Dinge, die sie in der freien Natur niemals tun würden? Dressur ist immer Gewalt - immer muss der Wille des Tieres gebrochen werden. Im Rahmen der permanenten Gefangenschaft hat das Tier gar keine andere Wahl als sich dem Willen seiner Beherrscher zu fügen. Sein Gehorsam ist Resignation. Das dressierte Tier ist seiner Würde völlig beraubt. Erschwerend kommt für die Tiere die permanent fehlende Auslaufmöglichkeit, hoher Stress durch häufiges Hin- und Her-Ziehen von Ort zu Ort und ständige Nähe zu anderen Tieren hinzu.

Um die Bevölkerung über die Hintergründe aufzuklären, haben die Tierrechtler und Tierrechtlerinnen mehrere Protestkundgebungen vor dem Zirkus angemeldet, es soll nahezu täglich demonstriert werden. Natürlich hoffen die ehrenamtlich Aktiven auf Solidarität aus der Bevölkerung und freuen sich, wenn engagierte Bürger und Bürgerinnen und Tierschützer und Tierschützerinnen aus Darmstadt zu den Protestaktionen kommen und die Demonstrierenden unterstützen. Termine und Berichte zu Aktionen unter www.tirm.de

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