(openPR) Haarer Liberale sorgen sich um das Tierwohl heimischer Nutztiere
Haar – Lkr. München/ Reportagen und Dokumentationen berichten regelmäßig über katastrophale Transport- und Schlachtbedingungen in vielen Empfängerstaaten von Nutztiertransporten außerhalb Europas. Tierschutzorganisationen und tierärztliche Verbände weisen seit Jahren auf schmerz- und stressintensive Schlachtpraktiken wie Augenausstechen und Sehnendurchtrennen an Extremitäten hin, die den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen. Das ruft nun auch die Haarer Liberalen auf den Plan. Unmittelbar nach der Neugründung des FDP-Ortsverbands hatte der Ortsvorstand Nachhaltigkeit als zentrales Leitmotiv formuliert und sieht zu diesem Thema Klärungs- und Handlungsbedarf im Landkreis München.
Das von den Haarer Liberalen am 28.03.2019 im Gasthof zur Post organisierte Offene Forum für Kommunalpolitik griff die Problematik aktiv auf. Im Vorfeld hatte der FDP-Ortsvorstand zusammen mit der FDP-Kreistagsfraktion München-Land einen offenen Brief an Landrat Christoph Göbel gerichtet. Darin wurde bezüglich der Durchführung derartiger Tiertransporte im Landkreis München nachgefragt und um Unterstützung konkreter Maßnahmen zum Schutz der Nutztiere gebeten. Das Antwortschreiben des Landrats erzeugte bei den Teilnehmern des Forums gemischte Gefühle. Vor der Verlesung stellte FDP-Ortschef Dr. Peter Siemsen zunächst positiv fest, dass die Beantwortung der Anfrage sehr zeitnah erfolgte: „Drei Tage nach Eingang unseres Briefs bereits die Antwort zu erstellen, das ist Benchmark.“
Die Inhalte hingegen ließen für viele Teilnehmer des Forums wesentliche Fragen offen. „In seinen Ausführungen geht Herr Landrat Göbel auf den Tatbestand der bewussten Falschdeklaration von Schlachttieren als Nutztiere in keiner Weise ein. Das von ihm erwähnte Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) ist kein Garant für die Verhinderung derartigen Missbrauchs“, kommentierte Bezirksrätin Dr. Gabriela Berg das Antwortschreiben. Sie bezog sich hierbei auf eine Ausgabe der Fernsehsendung „Kontraste“ vom 24.05.2018, in der über Zuchttiertransporte berichtet wurde, bei denen es sich nach Experteneinschätzung um getarnte Schlachttiertransporte handelte. „Da werden Transportverbote ja komplett wirkungslos“, empörte sich eine anwesende Tierschützerin. Auch das vom Landrat erwähnte Fehlen entsprechender Sammelstellen zur Abfertigung derartiger Transporte im Landkreis bietet nach Ansicht der Forumsteilnehmer keinen ausreichenden Schutz. „Der Antwortbrief legt den Schluss nahe, dass der Landkreis München derzeit keine Maßnahmen aktiv umsetzt, um die Einhaltung der EU-Tiertransportverordnung sicherzustellen. Das ist leider nicht Benchmark“, lautete das Fazit des Haarer FDP-Ortsvorsitzenden. Gleichzeitig versicherte der FDP-Ortsvorstand, an dem Thema dranzubleiben. „Wir müssen und werden alle Möglichkeiten ergreifen, unsere Nutztiere vor Tierquälerei zu schützen“ erklärte Siemsen, der hierzu bereits auf die Landtagsfraktion der Freien Demokraten zugegangen ist.
Erfreut hingegen zeigte sich der FDP-Ortschef über den hohen Anteil weiblicher Teilnehmer. „50 Prozent Frauenanteil an einem kommunalpolitischen Forum ist ein phantastisches Signal für mehr Weiblichkeit in der Kommunalpolitik“, dankte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die engagierte Diskussion und erhielt hierfür langanhaltenden Applaus.












