openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Whistleblower-Netzwerk fordert Insider-Klauseln in Vergaberecht

08.10.200810:30 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Whistleblower-Netzwerk e.V. hat, im Rahmen der öffentlichen Anhörung zur Reform des Vergaberechts die am 13.10.2008 im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie des Deutschen Bundestages stattfindet, eine Stellungnahme abgegeben, die die Einbeziehung von Regelungen zum Whistleblowerschutz im Vergaberecht fordert.

300 Milliarden Euro beträgt der Wert, für den jedes Jahr öffentliche Aufträge an die Privatwirtschaft vergeben werden. Nicht selten sind bei der Vergabe oder der eigentlichen Ausführung Korruption, Miss- und Vetternwirtschaft im Spiel, was die Steuerzahler jährlich Milliarden Euro kostet. Oft kennen aber nur wenige Insider genügend Details, um diese Missstände offen und den Sumpf trocken zu legen.

Deshalb setzt sich das Whistleblower-Netzwerk e.V. bei der anstehenden Reform des Vergaberechts dafür ein, Insider-Klauseln in das Gesetz aufzunehmen, um Hinweisgeber zu ermutigen, sich mit ihrem Wissen an die zuständigen Behörden zu wenden.

Im Gegenzug sollen diese Whistleblower vor Benachteiligungen geschützt werden, insbesondere weil sie oft zwangsläufig mit ihren Hinweisen auf Korruption gegen Verschwiegenheitspflichten verstoßen.

Neben den eigentlichen Tätern sind es nämlich oft einfache Mitarbeiter bei Firmen und Behörden, die hier über wichtige Informationen verfügen. Es liegt deshalb im Interesse der Allgemeinheit, dass die Korruptionsfahnder Kartell- und Vergaberechtsverstöße aufdecken und abstellen. Das kann nur erfolgen, wenn die Hinweisgeber nicht anschließend Mobbing oder gar Kündigung fürchten müssen.

Das Whistleblower-Netzwerk begrüßt am Gesetzesentwurf der Bundesregierung, dass neben Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit künftig auch soziale, umweltbezogene oder innovative Aspekte bei der Auftragsvergabe eine Rolle spielen sollen. Es gilt aber auch, all diese Kriterien durch flexible Kontrollmechanismen, z.B. Whistleblower-Klauseln, abzusichern.

Im deutschen und auch europäischen Kartellrecht hat die Politik bereits reagiert und eine Art Kronzeugenregelung geschaffen, um (Mit-)Täter milder zu bestrafen, wenn diese den Behörden wichtige Hinweise geben. Diese Regelungen zeigen bereits erste Erfolge in der Praxis.

Übrigens hat auch die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die Bedeutung von Whistleblowerschutz im Vergaberecht erkannt und in ihren Antrag zum Vergaberecht explizt aufgenommen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 248802
 1243

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Whistleblower-Netzwerk fordert Insider-Klauseln in Vergaberecht“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Whistleblower-Netzwerk e.V.

Menschenrechte für alle – nur nicht für EU-Beamte
Menschenrechte für alle – nur nicht für EU-Beamte
Whistleblower-Netzwerk e.V. fordert die letztinstanzliche Überprüfung von zwei Urteilen des Europäischen Gerichts (EuG), die mit nicht nachvollziehbarer Begründung einem Beamten das – genehmigungspflichtige – Recht auf Meinungsfreiheit verwehren und damit Transparenz innerhalb der EU-Institutionen verhindern. Deutsche Beamte dürfen, anders als EU-Beamte, bestimmte Korruptionsstraftaten direkt an die Staatsanwaltschaft melden. Für die Anzeige aller anderen Straftaten gilt auch in Deutschland nach wie vor das Amtsgeheimnis. Beamte brauchen ein…
Verletzung der dienstlichen Fürsorgepflicht und Mobbing in der Finanzverwaltung
Verletzung der dienstlichen Fürsorgepflicht und Mobbing in der Finanzverwaltung
Am 27.06.2012 befasst sich der Hessische Landtag mit dem Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses zur „Steuerfahnderaffäre“. Genauer: mit dem Mehrheitsbericht von CDU und FDP und den getrennten Minderheitsvoten der Oppositionsfraktionen, die zu gänzlich unterschiedlichen Bewertungen der Vorgänge in der Frankfurter Finanzverwaltung gelangen. Die Koalitionsfraktionen sehen sich in ihrer Ausgangsposition bestätigt, dass sich alle wesentlichen Vorwürfe gegen die Verantwortlichen in der Oberfinanzdirektion und im Ministerium als haltlos erwe…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Whistleblower-Netzwerk fordert effektiven gesetzlichen WhistleblowerschutzBild: Whistleblower-Netzwerk fordert effektiven gesetzlichen Whistleblowerschutz
Whistleblower-Netzwerk fordert effektiven gesetzlichen Whistleblowerschutz
… von „Denunziantentum“ und „Nestbeschmutzern“ verfangen und lehnt selbst die aus unserer Sicht zaghaften Pläne dreier Bundesministerien zur Einführung eines § 612a BGB ab. Das Whistleblower-Netzwerk stimmt mit René Obermann und anderen darin überein, dass wir diesen Kulturwandel brauchen. Hierfür sind aber klare gesetzliche Signale notwendig, die einen …
Fünf Jahre Whistleblower-Netzwerk e.V.
Fünf Jahre Whistleblower-Netzwerk e.V.
Am 29.09.2011 feiert Whistleblower-Netzwerk e.V. sein fünfjähriges Bestehen. Seit seiner Gründung anlässlich einer Tagung der evangelischen Akademie in Iserlohn ist der gemeinnützige Verein stetig gewachsen und hat derzeit über 70 Mitglieder, die als Fachleute oder Privatleute die Bedeutung von Whistleblowing erkannt haben und sich gemeinsam für dessen …
Ein Einblick in die Praxis von Whistleblowing-Systemen
Ein Einblick in die Praxis von Whistleblowing-Systemen
Im Auftrag der Hans Böckler Stiftung hat Whistleblower-Netzwerk e.V. eine Kurzauswertung von 32 betrieblichen Vereinbarungen und von der Unternehmensführung einseitig erlassenen Unternehmensrichtlinien zum innerbetrieblichen Umgang mit Whistleblowing erstellt. Damit wird erstmals ein genauerer Einblick in die Ausgestaltung von Hinweisgebersystemen in …
Bild: Wie gehen deutsche Unternehmen mit der Meldung von Korruption um?Bild: Wie gehen deutsche Unternehmen mit der Meldung von Korruption um?
Wie gehen deutsche Unternehmen mit der Meldung von Korruption um?
Whistleblower-Netzwerk und Dachverband der Kritischen Aktionäre befragen 50 deutsche Konzerne Die Meldung von Korruption und anderen Missständen innerhalb von Unternehmen wird ein immer wichtigeres Thema. Beschäftigte, Aktionäre und Rating-Agenturen interessieren sich zunehmen dafür, wie mit Whistleblowern umgegangen wird. Mit einer Fragebogenaktion …
Vorschläge der Grünen zum Whistleblowerschutz noch unzureichend
Vorschläge der Grünen zum Whistleblowerschutz noch unzureichend
Whistleblower-Netzwerk e.V. hat sich in einer ausführlichen Stellungnahme mit den aktuellen Vorschlägen der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen zum gesetzlichen Whistleblowerschutz beschäftigt und fordert Nachbesserungen. Das Netzwerk macht seine Kritik vor allem daran fest, dass der Vorschlag zwar positive Ansätze enthalte, letztlich denjenigen, …
Bild: Whistleblower-Netzwerk fordert Insider-Klauseln in Vergaberecht
Whistleblower-Netzwerk fordert Insider-Klauseln in Vergaberecht
… jährlich Milliarden Euro kostet. Oft kennen aber nur wenige Insider genügend Details, um diese Missstände offen und den Sumpf trocken zu legen. Deshalb setzt sich das Whistleblower-Netzwerk e.V. bei der anstehenden Reform des Vergaberechts dafür ein, Insider-Klauseln in das Gesetz aufzunehmen, um Hinweisgeber zu ermutigen, sich mit ihrem Wissen an die …
Bild: Wikileaks ist wichtig – aber nicht hinreichendBild: Wikileaks ist wichtig – aber nicht hinreichend
Wikileaks ist wichtig – aber nicht hinreichend
Whistleblower-Netzwerk begleitet seit langem die Entwicklung von Wikileaks und berichtet in seinem Blog regelmäßig über Neuigkeiten bei und über Wikileaks. In geeignenten Fällen haben wir Whistleblower, die Öffentlichkeit herstellen wollten, auch die Nutzung von Wikileaks empfohlen und werden dies auch weiterhin tun. Zum Teil resultierte daraus auch …
Bild: Experte erklärt Whistleblowing als Kontroverse zwischen Loyalitätspflicht und Zivilcourage
Experte erklärt Whistleblowing als Kontroverse zwischen Loyalitätspflicht und Zivilcourage
Über 150 Gäste lockte die Dezember-Vorlesung in das AudiMax der Hochschule Harz nach Wernigerode. Der Jurist Simon Gerdemann berichtete unterhaltsam und fachkundig über das Thema „Corporate Whistleblowing – Legalitätskontrolle in Unternehmen zwischen kollektiver Ethikoffensive und unkollegialem Denunziantentum“. Whistleblower sind spätestens seit Edward Snowden auch im deutschen Sprachraum bekannt. Hinter dem englischen Begriff verbirgt sich ein Insider, der Unternehmensinterna oder Staatsgeheimnisse an die Öffentlichkeit bringt. „Ich werde I…
Bild: Mehr Transparenz in der Pharmaindustrie ist überfälligBild: Mehr Transparenz in der Pharmaindustrie ist überfällig
Mehr Transparenz in der Pharmaindustrie ist überfällig
Stärkung eines unabhängigen IQWiG und mehr Transparenz in der Pharmaindustrie sind die Forderungen des Whistleblower-Netzwerks in einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler. Ein wesentliches Instrument hierfür könnte die Schaffung eines speziellen gesetzlichen Whistleblowerschutzes für Insider aus dem Pharma- und Medizinberich sein. Für …
Neue Internet-Plattform - Keine Hilfe für Pflegekräfte
Neue Internet-Plattform - Keine Hilfe für Pflegekräfte
Das Bundesgesundheitsministerium will ein Modellprojekt finanzieren, bei dem Pflegekräfte anonym in einem Internetforum über Pflegemissstände berichten sollen… Quelle: CareLounge >>> online lesen: http://www.carelounge.de/pflegeberufe/news/news_ansehen.php?meldungID=1727 Anmerkung von L. Barth: „Arbeitgeber sollten verstärkt anerkennen, dass „Whistleblower“ (englisch für Skandalaufdecker, wörtlich „Pfeifenbläser“ bzw. „Alarmschläger“) aus den eigenen Reihen nicht Nestbeschmutzer sind, sondern häufig für ihre Arbeitgeber wichtige Insider-Info…
Sie lesen gerade: Whistleblower-Netzwerk fordert Insider-Klauseln in Vergaberecht