(openPR) (Berlin/Hagen) Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) protestiert am Mittwoch, den 3. September 2008 (13:00 – 15:00 Uhr), vor der japanischen Botschaft in Berlin gegen den jährlichen Delfinfang von rund 20.000 der intelligenten Meeressäuger.
Die japanische Botschaft veröffentlichte jetzt die Fangquote der Delfine im Jahr 2007 mit 20.826 Exemplaren. Japan begründet den Delfinfang mit den traditionellen Essgewohnheiten in seinem Land. Die Delfinherden werden zum Fang durch das Schlagen auf Eisenstangen im Wasser in engen Buchten getrieben und erst nach Tagen mit Messern abgetötet. Inzwischen kooperieren die japanischen Delfinfänger bei den Tötungsmethoden nach Angaben der Botschaft mit den europäischen Färöer-Inseln, die ebenfalls jährlich bis zu tausend Kleinwale zum angeblichen Eigenverzehr abschlachten.
„Der Anblick der Tötung der Tiere bereitet vielen Menschen Unbehagen. Aus diesem Grund werden Zeitpunkt und Ort der Tötung von den japanischen Fischern so festgelegt, dass diese von möglichst wenigen Menschen beobachtet werden“, so Botschaftssekretär Takashi Teraoka.
Die bis zu 48-fache Quecksilberbelastung oberhalb der zulässigen Grenzwerte der japanischen Regierung regelt Japan mit Appellen an Schwangere und Kleinkinder, vom Verzehr des Wal- und Delfinfleisches Abstand zu nehmen. Allerdings ist es erlaubt, dass in Schulen das Delfinfleisch zur täglichen Schulspeisung verwendet wird. Teraoka begründet das „mit dem Lernen von Aspekten der regionalen Gesellschaft für die Kinder“, zumal der Wal- und Delfinfang alte Tradition sei und zugleich „in ganz Japan das Fleisch von, mit weniger Quecksilber belasteten, Minkwalen für Schulspeisungen verwendet wird“.
Bisher hatte Japan den weltweit kritisierten und von der Internationalen Walfang Kommission (IWC) verbotenen Walfang mit wissenschaftlicher Forschung gerechtfertigt. Erstmals wurde nun von der Berliner Botschaft bestätigt, dass „der größte Teil des Walfleisches aus dem Südpolarmeer an Grund- und Mittelschulen in ganz Japan für Schulspeisungen verwendet wird“.
Die Wal- und Delfinschutz-Organisation WDSF hat nun zum Protest am „Japan Dolphin Day“ am Mittwoch vor der japanischen Botschaft in Berlin (ab 13:00 Uhr) aufgerufen. Zeitgleich finden in 30 weiteren Städten weltweit Protestaktionen durch mehr als 50 Walschutz-Organisationen vor den japanischen Botschaften und Konsulaten statt; in Deutschland vor den Generalkonsulaten in München und Düsseldorf jeweils ab 12:00 Uhr. Das WDSF wird sich mit über 20 japanischen Fahnen mit Trauerflor und Bannern vor der Berliner Botschaft postieren. Der WDSF-Vorsitzende hat zum Protesttag um ein Gespräch mit dem japanischen Botschafter in der Bundeshauptstadt gebeten. --













