(openPR) Gabriele Zimmer wird Schirmfrau des Stuttgarter Christopher Street Day
Erstmals übernimmt DIE LINKE das Amt der Schirmfrau. Gabriele Zimmer spricht im Rathaus, auf der Gala und der Abschlusskundgebung.
Nach dem bereits heiß diskutierten Motto setzt der CSD Stuttgart 2008 auch in Sachen Schirmherrschaft auf ein Novum. Wurde mit „Ich glaube…“ ein echtes gesellschaftliches Tabu gebrochen, so erweitern die ehrenamtlichen Organisatoren mit der diesjährigen Schirmherrschaft den Parteienreigen der bisherigen Würdenträger.
Das Amt der Schirmfrau oder des Schirmherrn zum CSD Stuttgart wird jährlich an eine andere politische Partei vergeben. Ausnahmen bilden Jahre in welchen Wahlen zum baden-württembergischen Landtag oder zum Deutschen Bundestag anstehen. Die Vergabe erfolgt dabei nach einem festen Rotationsprinzip in der Reihenfolge CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP. Im vergangenen Jahr war mit Cem Özdemir die grüne Fraktion am Zug.
2008 wird die politische Farbenlehre des CSD Stuttgart um einen dunkelroten Ton erweitert. Mit der Nominierung von Gabriele Zimmer, Mitglied des Europäischen Parlaments, übernimmt erstmals eine Politikerin aus den Reihen von DIE LINKE das ehrenvolle Amt.
Gabriele Zimmer engagiert sich im Europäischen Parlament als Vorsitzende der Delegation DIE LINKE innerhalb der Konföderalen Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL). „Sie ist damit eine ideale Fortsetzung der bisherigen Schirmfrauen- beziehungsweise Schirmherren-Runde“, wie Christoph Michl, Vorstand und Gesamtleiter des CSD Stuttgart, findet. „Nach einem Landesminister, einer Bundesjustizministerin und zum zweiten Mal einem Mitglied des Europäischen Parlaments, wird eines der Hauptanliegen des CSD Stuttgart, nämlich über den Tellerrand der eigenen Stadt, ja des eigenen Landes zu schauen, mehr als deutlich.“
Die Europaabgeordnete selbst sieht jedenfalls genügend Handlungsbedarf, um in Europa sowie in Deutschland, eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft zu fördern und zu verteidigen, in der jeder und jede ein selbst bestimmtes Leben in Würde führen kann. „Solange zum Beispiel Trauungen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren noch verweigert werden oder in Hinterzimmern stattfinden, sind wir noch weit davon entfernt, andere Lebensweisen als selbstverständlich zu akzeptieren. Ich bin schon jetzt auf die Veranstaltungen, die vielfältigen Begegnungen und die offenen, aber sehr intensiven Debatten beim CSD 2008 in Stuttgart gespannt', erklärte Gabi Zimmer bei einem ersten Treffen mit den Organisatoren.
„Wir freuen uns sehr, dass Gabriele Zimmer sich die Zeit nimmt auf allen wichtigen Veranstaltungen des CSD Stuttgart dabei zu sein und sich sehr intensiv mit den Belangen der homosexuellen Mitbürger/innen auseinandersetzt“, so Christoph Michl.
So wird Gabriele Zimmer beim offiziellen Rathaus-Empfang am Freitag, den 18. Juli 2008, der CSD Eröffnungsgala am Samstag, den 19. Juli 2008 in der Liederhalle sowie auf der politischen Abschlusskundgebung nach der Polit-Parade am Samstag, den 26. Juli 2008 auf dem Schlossplatz sprechen.
„Sie gibt damit möglichst vielen Menschen die Gelegenheit, einen offenen Dialog über homosexuelle Themen zu beginnen“, freut sich Michl. „Ebenso halten wir es ja auch mit dem Motto ‚Ich glaube…‘ und freuen uns in den nächsten Wochen und Monaten auf jeden einzelnen Dialog.“
Das Amt
Die wechselnde Schirmherrschaft zum CSD soll Interessierten die Möglichkeit geben, sich intensiv mit den Ansichten, Forderungen und Lösungsvorschlägen einer Partei oder Person im Bezug auf wichtige homosexuelle Themen auseinanderzusetzen. Die verschiedenen Reden sowie das schriftliche Grußwort, aber auch die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme mit der Schirmfrau oder dem Schirmherrn, sollen tiefere Einblicke in das jeweilige Engagement bieten. Ausdrücklich ist die Nominierung keine Wahlempfehlung oder eine Einflussnahme auf Wahlentscheidungen durch die CSD Veranstalter. Im Fokus stehen immer der offene Dialog und die direkte Auseinandersetzung mit schwul-lesbischen Forderungen für eine gerechtere Gesellschaft.
Über die Schirmfrau
Gabriele Zimmer ist seit 2004 für die PDS beziehungsweise DIE LINKE im Europaparlament. Ihr inhaltlicher Schwerpunkt ist der Kampf gegen Armut, soziale Ausgrenzung und Diskriminierung in der EU, in Europa und darüber hinaus. Sie ist Mitglied bei Ver.di, „Mehr Demokratie“, „Pro Asyl“ und beim Fußballverein „Glücksbrunn Schweina“. Frau Zimmer ist zwar in Berlin geboren, aber in Thüringen aufgewachsen. Sie hat in Leipzig Sprachen studiert, wurde Mitglied der SED, hat auch aus tiefen Niederlagen heraus ihre Überzeugungen gewonnen, die sie als demokratische Sozialistin in der LINKEN vertritt. Die heute 53-jährige ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und drei Enkelkinder, auf die sie mächtig stolz ist. Weitere Informationen unter www.gabi-zimmer.de.
Bisherige Schirmherren und –frauen
In den Vorjahren übernahmen ebenfalls honorige Personen aus der Politik und Wirtschaft die Schirmherrschaft zum CSD Stuttgart: Heiner Geißler (CDU, 2000), Ute Kumpf (SPD, 2001), Rezzo Schlauch (Bündnis90/Die Grünen, 2002), Corinna Werwigk-Hertneck (FDP, 2003), Hans H. Pfeifer (City-Initiative Stuttgart e.V., 2004), Andreas Renner (CDU, 2005), Herta Däubler-Gmelin (SPD, 2006) sowie Cem Özdemir (Grünen/Freie Europäische Allianz, 2007).












