(openPR) Die gestrigen Nachrichten aus der Ölwelt waren reines Gift für einen moderateren Ölpreis. Der Präsident der Ölgesellschaft Lukoil erwähnte, dass Russland nicht mehr in der Lage wäre, seine gesamte Fördermenge weiter auszubauen. Gleichzeitig wurden die chinesischen Importzahlen für März bekannt. Sie liegen 50% über dem Vormonatswert. Das reicht für einen erneuten Preisschub aus – die neue Rekordmarke in New York liegt damit über 113 Dollar pro Fass. Nicht zur Kenntnis genommen wird an den Rohwarenmärkten, dass gleichentags in Brasilien der grösste Ölfund seit 30 Jahren gemacht wurde – dort soll das drittgrösste Ölfeld der Welt entdeckt worden sein. Ebenfalls nicht zur Kenntnis genommen wird, dass Russland mit seiner Enteignungs-Politik und Rechtsunsicherheit für westliche Investoren nicht ganz unschuldig am desolaten Zustand seiner Förderanlagen ist und wesentliche Ölvorräte aus technischen Gründen nicht (mehr) erschliessen kann. Nicht zur Kenntnis genommen wird auch, dass China im März einen sehr harten Wintermonat erlebte und die Ölimportzahlen für diesen Monaten nicht einfach mit anderen vergleichbar sind. Und nicht zur Kenntnis genommen wird auch, dass trotz unzähliger anderslautender Hiobsbotschaften die gesicherten weltweiten Ölvorräte letztes Jahr weiter angewachsen sind. In einer Art selektiver Wahrnehmung werden an den Rohwarenbörsen nur die preistreibenden Nachrichten aufgenommen. Alles andere ist den Spekulations-Gewinnen auf steigende Rohwarenpreise nicht zweckdienlich. Vorläufig ist unabhängig von der weltweiten Versorgungslage (ist eigentlich weiterhin problemlos) nicht mit sinkenden Ölpreisen zu rechnen. Die Spekulation macht unverändert die lauteste Musik.













