(openPR) Bundesregierung stellt Masterplan Güterverkehr und Logistik zur Ressortabstimmung
Berlin, 18.03.2008 – Nachdem die Bundesregierung mit dem kommunizierten Ziel angetreten war, mit dem Masterplan Güterverkehr und Logistik ein übergreifendes Instrument zur Analyse, Konzeption und Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen an die nationalen Transportsysteme und die europäische Logistikwirtschaft zu erarbeiten, betrachtet der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen die jetzt vorgelegten Ergebnisse mit großer Sorge um die Gestaltungsfähigkeit der nationalen Verkehrspolitik – eine Strategie für das System Wasserstraße wird nämlich nahezu vollkommen ausgeblendet.
Angesichts des prognostizierten Güterverkehrswachstums ist unverständlich, jetzt von der Idee einer integrierten Verkehrspolitik unter Aktivierung aller Verkehrsträger abzurücken. „Der vorgestellte Masterplan enthält nicht einmal die für das System Wasserstraße zu Beginn des Prozesses definierten Handlungsfelder“, erklärt BÖB-Präsident Dr. Rolf Bender, „dabei liegen die gemeinsamen Anforderungen seitens anbietender und verladender Wirtschaft mit dem Abschlussbericht des Forums Binnenschifffahrt und Logistik seit langem vor und wurden in den Vorarbeiten zur Erstellung des Masterplans auch bestätigt.“
Unter Berücksichtigung des prognostizierten Güterverkehrswachstums und der daraus folgenden Herausforderungen hatte sich die Wirtschaft wesentlich mehr Antworten auf die Fragen von Flächen- und Infrastrukturnutzung in den Binnenhäfen sowie deren Entwicklung und Finanzierung erwartet. Für den BÖB stellt der Masterplan damit einen unvollständigen Maßnahmenkatalog dar, der wesentliche Handlungsnotwendigkeiten für die Wasserstraße nicht aufzeigt. „Wie und wann soll dann eine Umsetzung erfolgen? Hier bleibt der Masterplan defizitär“, so Bender.
Die Idee eines Masterplans wäre geeignet gewesen, konkrete Konzepte der Vernetzung von Verkehrssystemen zu einem integrierten Transport- und Logistiksystem zu gestalten. „Als BÖB haben wir dabei z. B. auf die kurzfristig zu aktivierenden Potenziale der Binnenhäfen und des gesamten Systems Wasserstraße hingewiesen – umweltfreundlich, stadtnah und kostengünstig.“, so Bender.
Konkrete Aussagen zu Binnenhäfen als stadtnahen Logistikzentren scheut man allerdings ebenso wie zur Entwicklung der Binnenwasserstraßeninfrastruktur und geht teilweise noch hinter die Zwischenergebnisse von Dezember 2007 zurück.
Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen setzt aktiv auf die Einbindung des Systems Wasserstraße in die logistischen Systeme der verladenden Wirtschaft. Die Mitgliedsunternehmen verknüpfen schon jetzt die Vorteile der Verkehrsträger zu einem multimodalen System. Dies vordringlich über die Wasserstraße und vermehrt über die Schiene. Sie haben zunehmend Erfolg beim Kunden und im Wettbewerb.
Ein solcher von einer übergreifenden Idee geleiteter Ansatz fehlt dem Masterplan, sonst könnte man nicht einzelne Handlungsfelder derart ausblenden. „Damit sind die Umsetzungsdefizite der Verkehrspolitik jetzt offiziell und vom Ministerium bestätigt.“, so der BÖB.
Die Anforderungen und Vorschläge für einen Masterplan Güterverkehr und Logistik hat der BÖB in einem Positionspapier zusammengefasst, welches über die Geschäftsstelle zu beziehen ist.



