(openPR) Allmählich kommt das echte Ausmass der US-Finanzkrise zutage. Über’s Wochenende hat JP Morgan Chase eine der prominenten US-Investmentbanken (Bear Stearns) handstreichartig mit Hilfe der US-Notenbank übernommen, um eine Insolvenz zu vermeiden. Die UBS steckt inzwischen mit 130 Milliarden Franken in der Hypothekarkrise und will im grossen Stil Mitarbeiter auf die Strasse stellen. Gleichzeitig senkt die US-Notenbank die Leitzinsen um weitere 0.25% und verdünnt die US-Geldmenge mit einer 200 Milliarden-Dollar-Spritze. Die Summe dieser schlechten Nachrichten führt zu grossflächigem Vertrauensverlust in die US-Währung und zu einer regelrechten Flucht der Investoren in attraktivere Regionen oder Märkte. Hier kommt der Ölmarkt ins Spiel. Der Zufluss immenser spekulativer Geldmengen in die Rohwaren drückt den Ölpreis seit vier Wochen scheinbar unaufhaltsam und absolut losgelöst von der Angebots- und Nachfrage-Situation im Ölmarkt nach oben. Mit jeder schlechten Nachricht aus den USA, welche primär zu einer wirtschaftlichen Abkühlung führen muss, steigt der Ölpreis paradoxerweise wegen zusätzlicher massiver Kapitalverlagerungen an. Irgendwann wird dieser Spekulationsballon wie alle andern vorher zu viel Luft enthalten und platzen. Die Frage ist, wann das soweit ist. Die Versorgungslage des Ölmarktes jedenfalls ist einwandfrei, in den kommenden Monaten müsste die rückläufige Nachfrage zu (auch für Spekulanten) unübersehbaren Ölvorrats-Zunahmen führen und der Ölpreis müsste auf ein moderateres Niveau absinken. Wenn Sie demnächst Heizöl benötigen, helfen all diese Theorien jedoch nicht weiter, um eine teure Ergänzungs-Lieferung zu vermeiden. Vorläufig fliegt der Ölpreis von Rekord zu Rekord, nur der immer wertlosere Dollar verhindert, dass diese Preissteigerungen voll in die Schweiz durchschlagen.













