(openPR) Ab 19. November 2007 6x täglich Tempelhof - Brüssel!
„Ein Jahr vor der geplanten Schließung des Flughafens Tempelhof erweitern wir nochmals das Flugangebot, verbinden ab dann 6x täglich den City-Airport mit EU Metropole Brüssel und erhöhen damit das Sitzplatzangebot ab Tempelhof erneut um weitere 20%.“
Diese gute Nachricht verkündete Brussels Airlines am 25.09.2007. Der Schritt ist wohl überlegt und ein weiteres Mal eine konsequente Umsetzung der Marketing Strategie, die bereits 1990 / 91 von der Sabena entwickelt und in den Folgejahren mit Erfolg angewandt wurde. Brussels Airlines hat sofort nach dem bedauerlichen Zusammenbruch der Sabena, eine der ältesten Fluggesellschaften Europas, deren Strategie für die Linie zwischen der deutschen Hauptstadt und Brüssel übernommen. Wie man sieht, mit großem Erfolg und vor allem großer Beliebtheit und hochkarätigem Publikum. Z.B. den Mitgliedern des Europa-Ausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses und etliche mehr, die aber lieber ungenannt bleiben wollen. Als sie noch nicht Mitglieder des Europa-Parlamentes sondern nur des Berliner Abgeordnetenhauses waren, verkündeten sie doch „Tempelhof muss weg“. So kann man sich irren.
Entscheidender Bestandteil der Strategie der Sabena und nun Brussels Airlines war immer der Standort Tempelhof.
Damit ist die „eingängige“ Behauptung, der Markt habe sich von Tempelhof verabschiedet, als eine gezielte Diffamierung des Standortes entlarvt, zumal der Erfolg bestehender Linien nicht auf Brussels Airlines beschränkt bleibt.
Der seit Frühjahr 2003 – vor allem von den Sprechern der Flughafengesellschaft – immer wieder hinausposaunte Merksatz wurde zu Beginn der Ära Johannsen-Roth pfiffig erfunden. Irgendwie musste es doch gelingen, in der Öffentlichkeit den von den Berlinern geliebten Flughafen madig zu machen, das Feld für die vorzeitige Schließung vorzubereiten. Nicht wenige haben den Satz als Fakt verinnerlicht. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Dabei war es völlig gleichgültig, dass der Satz so nicht stimmt, was ich anhand meiner eigenen Aufzeichnungen und der Zeittafel „Tempelhof“ von Hans von Przychowski „Fehlstart oder Bruchlandung“ belegen werde, ohne Kommentar. Der geschätzte Leser mag selbst seine Schlüsse ziehen, wer denn letztlich für die „Verödung“ von Tempelhof seit Juni 1994 verantwortlich ist. Keineswegs der Markt, sondern Befehle von „oben“ an kleinere Fluggesellschaften, die so oder so ihre volle Selbständigkeit verloren hatten.
Bernhard Liscutin
Präsident
Zeittafel:
Januar 1993
SAS entscheidet sich, ihre Flüge Tegel-Kopenhagen nach Tempelhof zu verlegen.
Juni 1994
der damalige Geschäftsführer der BBF, Manfred Hölzl, und damalige Vorstands-vorsitzende der Lufthansa, Jürgen Weber, vereinbaren, dass die Lufthansa-Tochter ihr gesamtes Verkehrsangebot von Tempelhof nach Tegel verlegt.
Nov 1994
Deutsche BA – über die Absichten der Lufthansa unterrichtet – verlegt ihre Flüge Tempelhof Friedrichshafen nach Tegel und gibt ihre Flüge nach Budapest auf. Wenig später stellt sie auch Tegel-Friedrichshafen ein
09. Jan. 1995
City-Line (Lufthansa-Tochter) verlegt ihre Flüge von Tempelhof nach Tegel. Tempelhof verliert mit dieser Aktion 35% der jährlichen Flugbewegungen und 40% der Fluggäste (1994: noch 63.354 Flugbewegungen, 1.035.617 Fluggäste).Sie bediente von Tempelhof zehn internationale Ziele, zumeist als Tagesrandverbindung; bis 2007 sind vier davon übrig geblieben.
März 1995
Croatia vereinbart Code-share mit Lufthansa und verlegt ihre Flüge Tempelhof-Zagreb nach Tegel. Cimber Air, Partner von Lufthansa, verlegt ebenfalls ihre Flüge nach Tegel.
März 1997
Die österreichische Fluggesellschaft Rheintal nimmt die Verbindung Friedrichshafen-Tempelhof auf.
März 1998
SAS tritt der Gruppe Star Alliance bei. Lufthansa veranlasst SAS, ihre sehr erfolgreichen Flüge Tempelhof-Kopenhagen nach Tegel zu verlegen.
März 1999
Rheintal vereinbart Kooperation mit Lufthansa und verlegt ihre Flüge Tempelhof-Friedrichshafen nach Tegel. Die Flüge werden später eingestellt. Rheintal von der AUA übernommen. Baltic Air, über SAS auch Partner von Star Alliance Lufthansa verlegt nach Tegel.
Sommer 2000
Augsburg Airways, Partner Team Lufthansa, verlegt ihre Flüge (3x täglich) Augsburg-Tempelhof nach Tegel; diese Flüge werden später vollständig eingestellt.
Sommer 2002
Lufthansa übernimmt 25% der Anteile an Eurowings; Eurowings, mit 40% Anteil am Aufkommen Marktführer in Tempelhof , stellt nach und nach ihre Flüge nach Tempelhof ein oder verlegt nach Tegel.
Sommer 2002
Eine neue, österreichische Fluggesellschaft Intersky („verwandtschaftliche“ Nachfolgerin von Rheintal und unabhängig von Lufthansa) richtet die Verbindung Friedrichshafen-Tempelhof mit einem Flug täglich wieder ein. Im Jahre 2007 bedient Intersky diese Strecke 3x täglich und hat im November 2006 Tempelhof-Graz mit großem Erfolg aufgenommen.
Sommer 2003
Eurowings verlässt Tempelhof nach Tegel; Schritt für Schritt gibt Eurowings Fluglinien unter eigener Flugnummer vollständig auf.
Sommer 2003
Luxair (Star Alliance Partner Lufthansa) verlegt ihre Flüge Tempelhof-Luxemburg nach Tegel. Ebenso Crossair, die nach dem Zusammenbruch der Swissair unter Swiss International firmiert und bald danach zur Lufthansa Gruppe gehört.
Nun, werter Leser, wer hat sich nun seit 1994 von Tempelhof verabschiedet???
Bemerkenswert ist bei all diesen Verlegungen: von den durch die handelnden Unternehmen nach Tegel verlegten Flügen ist, so zeigt ein Blick in den Sommerflugplan 2007, nicht mehr viel übrig geblieben. Übrigens: Andere Unternehmen, die Tempelhof „verlassen“ haben, hatten ihren Flugbetrieb ganz und gar aufgegeben: wie Conti-Flug, Tempelhof Express, Berliner Spezial Flug, City Air, Hamburg Airlines, Denimair, Dauair, EAE.
Zu allem noch einmal das Gegenbeispiel:
Sabena startet im Oktober 1990 mit einem Flug täglich, erhöht 1991 auf zwei, 1992 auf drei; jeweils mit 30sitzigen Turboprops ihrer Tochter Delta Air Transport; stellt im März 1994 alle drei Flugpaare auf BAe 146 mit 84 Sitzen um; erhöht schrittweise auf fünf tägliche Flüge.
Brussels Airlines – Muttergesellschaft Delta Air Transport – übernimmt nach dem Konkurs der Sabena nach kurzer Unterbrechung vier Flugpaare, die 2006 wieder auf fünf und nun im November 2007 auf sechs tägliche Flüge erhöht werden. Übrigens: dafür werden die Flüge Schönefeld – Brüssel eingestellt und das Angebot auf den Standort Tempelhof konzentriert.
Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen – wenn der Bürger es will: am
15.10.2007 startet unser Volksbegehren!
http://www.icat.de/?download=a4.pdf
ICAT Interessengemeinschaft City Airport Tempelhof e.V.
Flughafen Tempelhof A1 Turm 6
12101 Berlin
Tel 030-6951-3317
Fax 030-6951-3794
www.icat.de
Berlin als Regierungszentrum und zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort braucht eine moderne Verkehrsinfrastruktur. Deshalb ist der Flughafen Tempelhof für Berlin unverzichtbar. Zugleich ist der Flughafen Tempelhof als Synonym für Luftverkehr weltweit bekannt, spätestens seit der Luftbrücke 1948/49.
Aus der Erkenntnis dieser Tatsachen hat sich die ICAT 1995 als Verein gegründet und seitdem mit ca. 1.125 (2006) Mitgliedern in vielzähligen Aktionen über 40.000 Unterschriften für den Erhalt des Flughafens Tempelhof gesammelt und meinungsbildend gewirkt.
Zweck des Vereins ist die Organisation, Koordination und Durchführung von Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel der Erhaltung des Flughafens Tempelhof in seinem derzeitigen Funktionszusammenhang - internationaler City-Airport - als weltweit einzigartiges technisches und architektonisches wie städtebauliches Gesamtkonzept.
An diesem Ziel halten wir gerade angesichts jetzt aktuell beabsichtigter Schließung ("Entlassung aus der Betriebspflicht") fest. Im Sommer 2003 hat die ICAT mit einem umfangreichen Nutzungskonzept und zahlreichen publizistischen Aktivitäten die Diskussion um THF wieder entfacht. Diese gewachsene Aufmerksamkeit wird verstärkt genutzt, um die fehlgeleitete öffentliche Wahrnehmung ("zu teuer" etc.) zu widerlegen und in die Zukunft zu richten. Die ICAT versteht sich innerhalb der Aktivitäten als organisatorischer und kommunikativer Mittelpunkt und steht mit den Mitstreitern in engem Austausch, auch mit den politischen Parteien in Berlin.
Die ICAT ist eine Bürgerinitiative - wohl die einzige FÜR den Erhalt eines Flughafens - und versteht sich damit als Vereinigung auch und vor allem der "Betroffenen", also derjenigen Berliner, die nicht vorrangig selbst fliegen, sondern die die Bedeutung und den Nutzen des Flughafens als Anwohner bei alltäglicher Wahrnehmung des Flugverkehrs mit seinen Begleiterscheinungen erkannt haben.
Da die allernächste Zeit erheblich verstärkte Kräfte erfordert, rufen wir alle Freunde des Flughafens Tempelhof, die noch nicht zu uns gestoßen sind, auf, sich an unserer Arbeit zu beteiligen und Mitglied der ICAT e.V. zu werden













